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Virtueller Assistent

Definition

Ein virtueller Assistent ist ein Dialogsystem, das Anfragen der Benutzer beantwortet und Aufgaben für sie erledigt, in privaten und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er ist auf dem Smartphone ebenso zu finden wie in Unterhaltungsgeräten und in Fahrzeugen.

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Begriff
    2. Beispiele und Anwendungsgebiete
    3. Sprache und Stimme
    4. Kritik und Ausblick

    Begriff

    Ein virtueller Assistent ist ein Dialogsystem, das Anfragen der Benutzer beantwortet und Aufgaben für sie erledigt, in privaten und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Er ist auf dem Smartphone ebenso zu finden wie in Unterhaltungsgeräten und in Fahrzeugen. Er versteht natürliche Sprache und wendet sie selbst an. Insbesondere bei gesprochener Sprache ist der Begriff "Sprachassistent" üblich. Verwandtschaft besteht zum Chatbot, der oft textuell, manchmal auch auditiv umgesetzt ist.

    Beispiele und Anwendungsgebiete

    Siri, Cortana und Google Assistant sind bekannte Anwendungen für das Smartphone. Sie werden teils zur Bedienung von Diensten und Geräten (etwa im Smart Home) und in Autos und Shuttles eingesetzt. Mit Google Assistant ist das Projekt Google Duplex verbunden. Man teilt, so die Grundidee, bestimmte Daten mit, und die Maschine reserviert telefonisch einen Tisch oder vereinbart einen Termin beim Frisör. Die meisten Sprachassistenten sind, anders als viele Chatbots, nicht grafisch erweitert, haben also z.B. keinen Avatar. Hologramme in der Fiktionalität, beispielsweise in Filmen wie "Blade Runner 2049", dienen ebenfalls als virtuelle Assistenten. In der Realität gibt es erste Prototypen wie die Gatebox aus Japan.

    Sprache und Stimme

    Sprachsynthese hat eine lange Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Die computerbasierten synthetischen Stimmen, die aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammen, wurden nach und nach immer natürlicher gestaltet. So brachte man Alexa auf Echo von Amazon das Flüstern bei, und Google Assistant streut "Ähs" in seine Rede ein. Man versucht also einerseits, typisch menschliche Ausdrucksweisen nachzuahmen, andererseits Imperfektion anzuwenden, um Perfektion (im Sinne von Glaubwürdigkeit und Echtheit) zu erreichen. Synthetische Stimmen können mit der Speech Synthesis Markup Language (SSML) manipuliert werden. Sie klingen dank bestimmter Befehle z.B. weicher, jünger und euphorischer oder verstummen für einen definierten Moment.

    Kritik und Ausblick

    In den meisten Fällen ist bei der Verwendung von virtuellen Assistenten klar, dass es sich um Artefakte handelt, und man bedient sie wie Werkzeuge. Auch bei Telefonsystemen weiß der Benutzer in der Regel, womit er spricht. Bei SMS-Flirtdiensten wurden bereits um die Jahrtausendwende Automatismen integriert, ohne dass die Benutzer dies immer wussten. Mit Systemen wie Google Duplex kehren sich die Verhältnisse in gewisser Hinsicht um. Man nimmt einen Anruf entgegen, kommuniziert wie gewohnt, hat aber vielleicht, ohne es zu wissen, einen Computer am Apparat, keinen Menschen. Für Chatbots wurde bereits früh vorgeschlagen, dass diese klarmachen sollen, dass sie keine Menschen sind. Möglich ist es zudem, die Stimme roboterhaft klingen zu lassen, sodass kaum Verwechslungsgefahr besteht. Dies sind Themen für Informationsethik, Roboterethik und Maschinenethik und allgemein Roboterphilosophie.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Oliver Bendel
      Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Hochschule für Wirtschaft, Institut für Wirtschaftsinformatik
      Professor für Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsethik, Informationsethik und Maschinenethik

      Zeitschriften

      Bendel, O.: Good bot, bad bot: Dialog zwischen Mensch und Maschine
      UnternehmerZeitung, 2013, S. 30-31

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Künftig soll ein virtueller Assistent namens Avatar den Fahrer im Auto unterstützen. Entwickelt wurde das so genannte Avatar-based-Virtual-Co-Driver-System (Avicos) vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit Audi. Autofahrer sollen künftig unmittelbar informiert werden, aufblinkende Warnleuchten oder unbekannte Bedienelemente sollen nicht mehr beunruhigend oder irritierend wirken. Das Nachschlagen im Benutzerhandbuch entfällt, erklärt die TUM.
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