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Agent-Based-Modelle

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Agent-Based-Modelle (ABM) sind modelltheoretische Darstellungen der Agent-Based Computational Economics (ACE). Es handelt sich hierbei um komplexe nichtlineare Systeme, die auf Mikroebene die Interaktionen heterogener, begrenzt-rationaler Agenten abbilden und aufgrund ihrer Bottom-up-Betrachtungsweise auf makroökonomische Gleichgewichtsbedingungen, die den DSGE- und NKM-Modellen zugrunde liegen, verzichten. ABM weisen eine evolutionäre Dynamik auf, die aus dem zurückblickenden, interagierenden Verhalten der Agenten resultiert und wegen des Verzichts auf neoklassische Gleichgewichtsbedingungen auch als out-of-equilibrium dynamics bezeichnet werden kann. Sie sind aufgrund ihrer Komplexität und Nichtlinearität nicht mehr algebraisch lösbar (im Unterschied zum dynamischen Grundmodell der NKM (Neukeynesianische Makroökonomik, dynamisches Grundmodell)) und werden numerisch mithilfe spezieller Computer-Algorithmen zeitaufwendig gelöst und grafisch oft durch Netzwerk-Diagramme veranschaulicht. Im Unterschied zu DSGE-Modellen, die auf einem engen, einheitlichen Gerüst konsistenter Annahmen basieren (wie Rationalität, Homogenität, perfekte Märkte), weisen die auf der Mikroebene ansetzenden Modelle der ACE ein hohes Maß an Modellierungsmöglichkeiten und Flexibilität und damit Beliebigkeit auf, sodass derzeit noch kein Konsensmodell dieser jüngsten Weiterentwicklung der Makroökonomik vorliegt. Es besteht aber Konsens darüber, dass makroökonomische ACE-Modelle in der Lage sein sollten, makroökonomische stylized facts wie endogenes Wachstum und endogene Konjunkturzyklen, aber auch fat tails in der Verteilung des Outputwachstums sowie pro- bzw. antizyklisches Verhalten von Makrovariablen in Einklang mit dem Konjunkturzyklus zu replizieren. Außerdem sollten sie in der Lage sein, Banken- und Finanzmarktkrisen abzubilden. Dies ist bei einer Vielzahl existierender Macro-Finance-ACE-Modelle der Fall.

    Vgl. zugehöriger Schwerpunktbeitrag Neukeynesianische Makroökonomik.

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