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Finanzmarkttheoretische Ansätze

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Unter finanzmarktheoretischen Ansätzen versteht man die modelltheoretische Beschreibung der Vorgänge auf real existierenden Finanzmärkten (wie z.B. Aktienmärkten). Die Theorie künstlicher Finanzmärkte bediente sich ursprünglich bekannter Konzepte aus der neoklassischen Theorie (Neoklassik) wie Hypothese des Rationalprinzips, rationale Erwartungshypothese, Effizienzmarkthypothese und Hypothese repräsentativer Agenten. Als Konsequenz daraus lassen sich Preisentwicklungen auf diesen Märkten nur durch einen random walk beschreiben, da alle verfügbaren Informationen sofort in den Preisen verarbeitet werden. Mit diesen Annahmen lassen sich bekannte Phänomene auf Finanzmärkten wie Herdenverhalten und Blasenbildungen und stylized facts wie fat tails nicht abbilden, weshalb in neueren Ansätzen Agent-Based-Modelle zur Geltung kommen, die durch heterogene Agenten (wie Fundamentalisten, Chartisten) mit unterschiedlichen Handelsstrategien und der Möglichkeit des Wechselns dieser Strategie (unter Zugriff auf die Discrete-Choice-Theory) gekennzeichnet sind. Diese verhaltensökonomisch fundierten Modelle führen in der Regel auf eine komplexe nichtlineare Dynamik in diskreter Zeit, auf die sich die Bifurkations- und Chaostheorie (Bifurkation, Chaostheorie) algebraisch anwenden lassen (sofern ein deterministisches System vorliegt), während stochastische verhaltenstheoretische Ansätze nur mit hohem numerischen Aufwand über spezielle Algorithmen gelöst werden können. Neuerdings werden Finanzmarktmodelle mit neukeynesianischen Modellen kombiniert (Macro-Finance Dynamics, Neukeynesianisches Grundmodell mit begrenzter Rationalität), um die Auswirkungen von Finanzmarktstörungen (wie z.B. das Platzen einer Blase) auf die Güter- und Faktormärkte und die daraus resultierenden Rückwirkungen für den Finanzmarkt analysieren zu können. Dabei werden neukeynesianische Modelle zugrunde gelegt, bei denen die Agenten heterogen in der Erwartungsbildung sind und grundsätzlich die Möglichkeit haben, ihre Erwartungshypothese zu wechseln.

    Vgl. zugehöriger Schwerpunktbeitrag Neukeynesianische Makroökonomik.

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