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Artenvielfalt

Definition: Was ist "Artenvielfalt"?

Artenvielfalt ist die Vielfalt der Arten von Lebewesen. Der Begriff kann das gleiche wie "Artenbestand", "Artenspektrum" oder "Artenzahl" bedeuten. Für eine grobe Quantifizierung braucht es eine adjektivische Ergänzung wie "groß", "klein" oder "gering". Darüber hinaus wird mit "Artenvielfalt", wie mit "Artenmannigfaltigkeit", die Vielfältigkeit der Arten ausgedrückt.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition im Online-Lexikon

    Inhaltsverzeichnis

    1. Allgemein
    2. Artensterben
    3. Nutzungsmöglichkeiten
    4. Artenschutz
    5. Kritik und Ausblick

    Allgemein

    Artenvielfalt ist die Vielfalt der Arten von Lebewesen. Der Begriff kann das gleiche wie "Artenbestand", "Artenspektrum" oder "Artenzahl" bedeuten. Für eine grobe Quantifizierung braucht es eine adjektivische Ergänzung wie "groß", "klein" oder "gering". Darüber hinaus wird mit "Artenvielfalt", wie mit "Artenmannigfaltigkeit", die Vielfältigkeit der Arten ausgedrückt. Der Begriff der Diversität (lat. "diversus": "abweichend", "verschieden") bzw. der Biodiversität (gr. "bíos": "Leben") verweist, hierin vergleichbar, auf die Verschiedenheit der Arten.

    Artensterben

    Das Phänomen, dass permanent ein beschränktes Aussterben der Arten (aufgrund ihrer begrenzten Existenz) stattfindet, nennt man Hintergrundaussterben. Als Massenaussterben wird ein vom Hintergrundaussterben sich stark abhebendes Verschwinden vieler Arten in relativ kurzer Zeit bezeichnet. Vor dem Ende des Perm starben zwischen 77 und 96 Prozent der meeresbewohnenden Tierarten aus. Die Ansicht, dass wir uns am Anfang eines Massenaussterbens befinden, wird selbst von vorsichtigen Schätzungen untermauert.

    Nutzungsmöglichkeiten

    Wichtige Nutzungsmöglichkeiten der Artenvielfalt beziehen sich etwa auf Ernährung, Herstellung von Gegenständen und Kleidungsstücken mit Hilfe von Fasern sowie Gewinnung von Arzneimitteln. Ein Verlust an Arten verbaut Möglichkeiten für die Zukunft, die sich angesichts der Bevölkerungsexplosion und neuartiger und alter, bisher nicht heilbarer Krankheiten als existenziell herausstellen könnten. Insofern sollten Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gleichermaßen an Artenschutz interessiert sein.

    Artenschutz

    Beim Artenschutz kann man den individualistischen Ansatz vom Ansatz des Schutzes der Habitate unterscheiden, wobei man beide miteinander verbinden kann. In der wissenschaftlichen Behandlung des Problems setzen sich immer mehr für einen Artenschutz ein, der nicht von der menschlichen Gefühlslage abhängt. So wird die Anwendung des Triage-Prinzips gefordert, das aus der Militärmedizin stammt. Hier bedeutet es, dass nach wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Erwägungen der einen Art geholfen, die andere jedoch fallengelassen wird.

    Kritik und Ausblick

    Die Umweltethik untersucht, ob die Natur – abgesehen von tierischen Individuen, denen Rechte zugesprochen werden können – intrinsischen oder nur instrumentellen Wert hat und ob wir Pflichten gegenüber der Artenvielfalt bzw. gegenüber Arten oder nur in Ansehung und ei­gentlich gegenüber dem Menschen (und möglicherweise auch bestimmten Tieren gegenüber) haben. Die Wirtschaftsethik erforscht den moralisch adäquaten Umgang der Wirtschaft mit der Artenvielfalt. Wenn insgesamt der Mensch als Bedrohung für die Natur erkannt wird, ist nach den Konsequenzen für unser Dasein und unsere Lebensweise zu fragen.

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