Direkt zum Inhalt

Krankheit

Definition

Gesetzlich nicht definierter, von der Rechtsprechung herausgearbeiteter Begriff des Sozialversicherungsrechts. Krankheit in diesem Sinn ist ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztliche Behandlung erforderlich macht und/oder Arbeitsunfähigkeit hervorruft.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Sozialversicherung
    2. Arbeitsrecht
    3. Gesundheitsrecht

    Sozialversicherung

    Gesetzlich nicht definierter, von der Rechtsprechung herausgearbeiteter Begriff des Sozialversicherungsrechts. Krankheit in diesem Sinn ist ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztliche Behandlung erforderlich macht und/oder Arbeitsunfähigkeit hervorruft. Die Erwartung eines Heilerfolgs durch ärztliche Behandlung wird nicht gefordert; um einen Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hervorzurufen genügt es, wenn eine Aussicht auf Besserung oder Linderung des Zustandes oder auf Erleichterung im Befinden des Patienten besteht. Geht die in einen Dauerzustand über, der keiner Behandlung mehr bedarf oder durch Behandlung nicht mehr beeinflusst werden kann (z.B. Pflegefall), endet die Zuständigkeit der Krankenversicherung.

    Arbeitsrecht

    1. Allgemeine arbeitsrechtliche Folgen: Entgeltfortzahlung, Arbeitsverhinderung. Der Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts wird nicht davon berührt, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus Anlass der Arbeitsunfähigkeit kündigt (§ 8 EntgeltfortzG).

    2. Ordentliche Kündigung: Krankheit kann den unmittelbaren Kündigungsgrund nach § 1 II KSchG bilden (personenbedingte Kündigung). Bei der krankheitsbedingten Kündigung kommt es darauf an, ob - im Zeitpunkt der Kündigung - die Interessen des Betriebs angesichts der Dauer der Erkrankung eine Neubesetzung des Arbeitsplatzes fordern.

    a) Langanhaltende Krankheit: Kündigung darf nur das letzte Mittel sein, um mit den dadurch verursachten betrieblichen Schwierigkeiten zurechtzukommen. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts muss der Arbeitgeber zunächst Überbrückungsmaßnahmen ergreifen (Einstellung von Aushilfskräften, personelle oder betriebstechnische Umorganisation, Durchführung von Überstunden). Erst wenn diese Maßnahmen nicht mehr zumutbar sind, darf gekündigt werden.

    b) Häufige Kurzerkrankungen: Es gelten regelmäßig dieselben Grundsätze. Ist im Zeitpunkt der Kündigung mit weiteren Erkrankungen zu rechnen, die zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung der betrieblichen Belange führen, kann die Kündigung sozial gerechtfertigt (§ 1 KSchG) sein. Unzumutbar kann die Belastung für den Betrieb sein, weil häufige Kurzerkrankungen sich oft nicht durch die Einstellung von Aushilfskräften überbrücken lassen. Auch die Lohnfortzahlungskosten können ausnahmsweise eine unzumutbare Belastung sein. Je länger ein Arbeitsverhältnis ungestört bestanden hat, desto mehr Rücksichtnahme ist vom Arbeitgeber zu erwarten.

    c) Hat ein Arbeitsverhältnis schon lange bestanden oder geht die Behinderung des Arbeitnehmers auf die Tätigkeit im Betrieb zurück, kann der Arbeitgeber einen Leistungsabfall nicht einfach zum Anlass einer Kündigung nehmen. Der Arbeitgeber muss diesem Arbeitnehmer dann einen Arbeitsplatz zuweisen, der seinem Gesundheitszustand angemessen ist.

    3. Außerordentliche Kündigung: Als wichtiger Grund nach § 626 I BGB für eine außerordentliche Kündigung kann ausnahmsweise eine Krankheit des Arbeitnehmers gelten, wenn sie so schwer ist, dass sie den Vertragszweck gefährdet (z.B. bei langanhaltenden Erkrankungen, häufigen Kurzerkrankungen).

    Gesundheitsrecht

    übertragbare Krankheiten.

    Mindmap Krankheit Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/krankheit-39297 node39297 Krankheit node50351 übertragbare Krankheiten node39297->node50351 node34890 Entgeltfortzahlung node39297->node34890 node28318 Arbeitsverhinderung node39297->node28318 node44297 personenbedingte Kündigung node39297->node44297 node48267 Tarifvertrag node35338 gemeingefährliche Krankheiten node35338->node50351 node34208 Gesundheitsüberwachung node34208->node50351 node29074 Arbeitsunfähigkeit node52155 Krankenkasse node39909 Krankengeld node52155->node39909 node29358 Aussteuerung node29358->node39909 node39909->node39297 node39909->node29074 node28071 Arbeitsrecht node29883 Arbeitnehmer node29883->node28318 node31379 Arbeitsentgelt node34890->node31379 node28318->node48267 node28318->node28071 node28318->node31379 node50929 Vertragsbruch node50929->node44297 node40424 Kündigungsschutz node40424->node44297 node45785 ordentliche Kündigung node44297->node45785 node38040 Lohnausfallprinzip node38040->node34890 node50717 Urlaub node50717->node34890 node46220 Seuchen node46220->node50351
    Mindmap Krankheit Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/krankheit-39297 node39297 Krankheit node34890 Entgeltfortzahlung node39297->node34890 node44297 personenbedingte Kündigung node39297->node44297 node28318 Arbeitsverhinderung node39297->node28318 node50351 übertragbare Krankheiten node39297->node50351 node39909 Krankengeld node39909->node39297

    News SpringerProfessional.de

    Literaturhinweise SpringerProfessional.de

    Bücher auf springer.com

    Sachgebiete