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Krankengeld

Definition

I. Gesetzliche Krankenversicherung: Krankengeld erhalten Versicherte, die infolge von Krankheit arbeitsunfähig sind; dies bescheinigt der behandelnde Vertragsarzt dem Versicherten. Es wird nur gewährt, wenn der Arbeitnehmer während der Arbeitsunfähigkeit keinen Lohn oder Gehalt vom Arbeitgeber erhält, als Ersatz für den Entgeltausfall. II. Gesetzliche Unfallversicherung: Verletztengeld.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Gesetzliche Krankenversicherung
    2. Gesetzliche Unfallversicherung

    Gesetzliche Krankenversicherung

    auch Ersatzkasse oder Privatkasse (Privatversicherung): 1. Berechtigte: Versicherte, die infolge von Krankheit arbeitsunfähig sind; dies bescheinigt der behandelnde Vertragsarzt dem Versicherten. Krankengeld wird nur gewährt, wenn der Arbeitnehmer während der Arbeitsunfähigkeit keinen Lohn oder Gehalt vom Arbeitgeber erhält, als Ersatz für den Entgeltausfall. Wegen derselben Krankheit wird Krankengeld für längstens 78 Wochen gewährt.

    2. Krankengeld auch für längstens zehn Arbeitstage an Versicherte, wenn sie wegen der Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege eines erkrankten Kindes unter zwölf Jahren ihrer Arbeit fernbleiben müssen und dadurch einen Verdienstausfall erleiden; für Alleinerziehende besteht der Anspruch für längstens 20 Arbeitstage. Höchstdauer je Kalenderjahr 25 Arbeitstage bzw. für Alleinerziehende 50 Arbeitstage (§ 45 SGB V).

    3. Höhe: Krankengeld beträgt 70 Prozent des wegen Arbeitsunfähigkeit entgangenen regelmäßigen Arbeitsentgelts, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt; darf aber 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts nicht überschreiten. Krankengeld wird für Kalendertage gezahlt (§ 47 V SGB V).

    4. Dauer: Krankengeld wird von dem Tage an gewährt, an dem die Arbeitsunfähigkeit vom Arzt festgestellt wird, in allen übrigen Fällen von dem darauf folgenden Tag an. Der Anspruch auf Lohn- oder Gehaltsfortzahlung gegen den Arbeitgeber ist vorrangig. Krankengeld wird bei Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit für höchstens 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren gezahlt. Tritt während der Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, so wird die Leistungsdauer dadurch nicht verlängert. Ist der Versicherte wieder arbeitsfähig und wird er wegen einer neuen Krankheit arbeitsunfähig, so hat er wiederum Anspruch auf Krankengeld für längstens 78 Wochen.

    Der Anspruch auf Krankengeld endet, wenn dem Versicherten Rente wegen voller Erwerbsminderung (Rente wegen Erwerbsminderung) oder Vollrente wegen Alters (Altersrente) zugebilligt wird.

    5. Eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird auf das Krankengeld angerechnet.

    6. Ist nach ärztlichem Gutachten der Versicherte als erwerbsunfähig anzusehen, so kann ihm die Kasse eine Frist von zehn Wochen setzen, innerhalb derer er einen Antrag auf Maßnahmen zur Rehabilitation bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung zu stellen hat. Stellt er den Antrag innerhalb der Frist nicht, entfällt der Anspruch auf Krankengeld nach Ablauf der Frist (§ 51 SGB V). Entsprechendes gilt für Versicherte bei Vollendung des 65. Lebensjahres, die die Voraussetzungen für den Bezug der Regelaltersrente erfüllen.

    7. Der Anspruch auf Krankengeld ruht, solange v.a. Übergangsgeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Unterhaltsgeld, Kurzarbeitergeld oder Saison-Kurzarbeitergeld bzw. Wintergeld gewährt werden (§ 49 SGB V).

    Gesetzliche Unfallversicherung

    Verletztengeld.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Joachim Becker
      Humboldt-Universität zu Berlin
      Richter am Sozialgericht, Wiesbaden

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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