Direkt zum Inhalt

Betriebsunterbrechungsversicherung

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Sammelbezeichnung für diejenigen Versicherungsarten der Schadenversicherung, die Versicherungsschutz für den Ausgleich planwidrig entgehender Erlöse infolge einer Unterbrechung oder Beeinträchtigung im leistungswirtschaftlichen Bereich des versicherten Betriebs gewähren. Die Betriebsunterbrechungsversicherung gehört zur Gruppe der Ertragsausfallversicherungen.

    2. Versichertes Interesse: Objekt des Risikos ist der versicherte Betrieb. Das versicherte Interesse ist jedoch nicht auf den Substanzwert seiner Produktionsfaktoren, sondern auf deren Nutzungspotential bzw. Erlöskraft für den betrieblichen Leistungsprozess ausgerichtet.

    3. Inhalt des Versicherungsschutzes: Unter der Bezeichnung Betriebsunterbrechungsversicherung ist eine Ansammlung vielfältiger zweigübergreifender Erscheinungsformen anzutreffen, deren mehrstufige Risikobeschreibungen üblicherweise einen Sachschaden voraussetzen. Anders: z.B. Betriebsschließungsversicherung, Betriebsunterbrechungsversicherung infolge des Ausfalls der öffentlichen Versorgung mit Gas, Strom, Wärme oder Wasser. Die Arten der Betriebsunterbrechungsversicherung differenzieren hinsichtlich der versicherten Ereignisse, die den Tatbestand der Betriebsunterbrechung auslösen, sowie der Ausgestaltung des versicherten Unterbrechungsschadens, der sich über einen mehr oder minder langen Zeitraum erstreckt (gedehnter Versicherungsfall) und dessen ersatzpflichtige Dauer durch die vereinbarte Haftzeit begrenzt wird.

    4. Risiko: Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Risiko der Betriebsunterbrechung als die möglichen negativen Auswirkungen einer Betriebsstörung auf den Prozess der betrieblichen Leistungserstellung und/oder der Leistungsverwertung zu beschreiben, dessen Tragweite sich durch geminderte Erlösströme und gesondert entstandene Kostenströme in Form von zusätzlichem Werteverzehr unmittelbar im Rechnungswesen widerspiegelt. Die Störungsursache kann sowohl in der innerbetrieblichen als auch in der außerbetrieblichen Sphäre liegen und alle Tätigkeiten unternehmerischer Beschaffungs-, Produktions- und Absatzprozesse beinträchtigen.

    5. Arten: Zur Betriebsunterbrechungsversicherung gehören hauptsächlich die einfache Betriebsunterbrechungsversicherung, Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung (ergänzt um die Extended-Coverage-Betriebsunterbrechungsversicherung), mittlere Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung, Maschinen-Betriebsunterbrechungsversicherung, technische Betriebsunterbrechungsversicherung, Tierseuchen-Betriebsunterbrechungsversicherung, Transport-Betriebsunterbrechungsversicherung und All-Risks-Betriebsunterbrechungsversicherung. Sonderformen sind u.a. die Filmausfallversicherung (Filmversicherung), Mehrkostenversicherung, Mietverlustversicherung und Veranstaltungsausfallversicherung  (Entertainmentversicherungen).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Betriebsunterbrechungsversicherung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/betriebsunterbrechungsversicherung-31246 node31246 Betriebsunterbrechungsversicherung node43101 Schadenversicherung node31246->node43101 node52531 Ertragsausfallversicherung node31246->node52531 node52555 Unterbrechungsschaden node31246->node52555 node48285 Versicherungsfall node43101->node48285 node52582 Versicherungsleistung node43101->node52582 node47453 Vollwertversicherung node43101->node47453 node48025 Versicherungssumme node43101->node48025 node52531->node43101 node36618 Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung node52555->node36618 node36618->node31246 node32211 Feuerversicherung node36618->node32211 node50308 Versicherungsort node36618->node50308 node34319 einfache Betriebsunterbrechungsversicherung node34319->node52555 node37261 mittlere Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung node37261->node31246 node37261->node48025 node37261->node36618 node27492 Beitragsrückerstattung node37261->node27492
      Mindmap Betriebsunterbrechungsversicherung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/betriebsunterbrechungsversicherung-31246 node31246 Betriebsunterbrechungsversicherung node43101 Schadenversicherung node31246->node43101 node52531 Ertragsausfallversicherung node31246->node52531 node52555 Unterbrechungsschaden node31246->node52555 node36618 Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung node36618->node31246 node37261 mittlere Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung node37261->node31246

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Fred Wagner
      Institut für Versicherungswissenschaften e.V.
      an der Universität Leipzig Vorsitzender des Vorstandes

      Bücher

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Das Risiko erheblicher finanzieller Einbußen durch eine Betriebsunterbrechung in Folge eines Sachschadens betrifft nicht nur große Industrieunternehmen. Auch kleine und mittlere Unternehmen sind von den entsprechenden Ertragsrisiken betroffen …
      Betriebsunterbrechungen verursachen oft deutlich höhere Kosten als der reine Sachschaden. Fortlaufende Personalkosten, Lieferkettenstörungen oder Nutzungsbeschränkungen sind nur einige Beispiele, die für Unternehmer ohne flexible …
      Versicherungen als risikopolitische Maßnahme stellen die Möglichkeit des Risikotransfers gegen eine fixe Prämienzahlung dar. Ein Versicherungsnehmer kann über den Abschluss eines Versicherungsvertrags zufällig eintretende Schäden durch zuvor festgele

      Bücher auf springer.com

      Sachgebiete