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Vollwertversicherung

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Versicherungsform in der Schadenversicherung. In Versicherungszweigen, in denen die (Höchst )Werte der Risiken einzeln bestimmt werden können und verschieden sind (z.B. bei Gebäuden und Hausrat), möchten die Versicherer den Leistungsumfang und die Prämien nach diesem (Höchst )Wert, d.h. nach ihrem individuellen Versicherungswert, abstufen. Sie lassen sich dazu den vollen Versicherungswert als sog. Versicherungssumme deklarieren und berechnen die Prämien nach dieser Versicherungssumme. Wenn Versicherungswerte in diesem Sinn deklariert werden sollen, wird von Vollwertversicherung gesprochen.

    Alternative Versicherungsformen der Schadenversicherung: Unbegrenzte Interessenversicherung, Erstrisikoversicherung, Bruchteilversicherung.

    Anders: Summenversicherung.

    2. Vollwert-Vollversicherung: Im Idealfall stimmen Versicherungswert und Versicherungssumme überein; dieser Fall wird als Vollversicherung bezeichnet. Der Versicherer hat eine angemessene Prämienbemessungsgrundlage, und der Versicherungsnehmer erhält im Schadenfall vollen Schadenersatz.

    3. Vollwert-Unterversicherung: In der Praxis kommen auch oft Fälle vor, in denen die Versicherungssumme deutlich unter dem Versicherungswert liegt; der Fall der  Unterversicherung. Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und Versicherungsbedingungen sehen für diesen Fall vor, dass der Versicherer nur den Teil des Schadens ersetzt, der dem Verhältnis von Versicherungssumme und Versicherungswert entspricht. Diese Kürzung der Entschädigung kommt nicht nur für Schäden infrage, die die Versicherungssumme übersteigen, sondern grundsätzlich auch für alle kleineren Schäden. Um die nachteiligen Folgen von Unterversicherungen zu vermeiden, empfiehlt es sich bei Vollwertversicherungen, der ausreichenden Höhe der Versicherungssumme genügend Aufmerksamkeit zu widmen, und zwar sowohl zum Abschlusszeitpunkt der Versicherungen als auch während der  Versicherungsdauer. Die Versicherer bieten einige Verfahren an, um der Gefahr der Unterversicherung entgegenzuwirken, z.B. Summenausgleich,  Vorsorgeversicherung, Wertzuschlagsversicherung, Stichtagsversicherung der Vorräte und  gleitende Neuwertversicherung.

    4. Vollwert-Überversicherung: Wenn die Versicherungssumme den Versicherungswert erheblich übersteigt, liegt  Überversicherung vor. Trotzdem bleibt die Leistung des Versicherers auf den Betrag des Schadens beschränkt. Beide Parteien können in diesem Fall aber verlangen, dass die Überversicherung beseitigt wird.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Fred Wagner
      Institut für Versicherungswissenschaften e.V.
      an der Universität Leipzig Vorsitzender des Vorstandes

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