Direkt zum Inhalt

Rücklagen

Definition

bei Kapitalgesellschaften Reserven in der Form von Eigenkapital, das nicht als gezeichnetes Kapital, Gewinnvortrag oder Jahresüberschuss ausgewiesen und entweder auf gesonderten Rücklagenkonten bilanziert (offene Rücklagen) wird oder nicht in der Jahresbilanz in Erscheinung tritt (stille Rücklagen); nicht zu verwechseln mit Rückstellungen.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Offene Rücklagen
    2. Stille Rücklagen

    bei Kapitalgesellschaften Reserven in der Form von Eigenkapital, das nicht als gezeichnetes Kapital, Gewinnvortrag oder Jahresüberschuss ausgewiesen und entweder auf gesonderten Rücklagenkonten bilanziert (offene Rücklagen) wird oder nicht in der Jahresbilanz in Erscheinung tritt (stille Rücklagen); nicht zu verwechseln mit Rückstellungen. Rücklagen sind variable Teile des Eigenkapitals, variabel in Bezug auf die Gewinnverwendung oder in Abhängigkeit vom Verwendungszweck (§ 272 III 2, IV HGB, § 150 AktG). Die Bildung von Rücklagen wird mit dem Prinzip des Gläubigerschutzes (der Kapitalsicherung), der Dividendenkontinuität und der Selbstfinanzierung begründet.

    Offene Rücklagen

    in der Bilanz gesondert, d.h. offen ausgewiesene Rücklagen

    1. Rücklagen bei Kapitalgesellschaften (§ 266 III A. II und III HGB):
    (1) Kapitalrücklage;
    (2) Gewinnrücklagen.

    2. Rücklagen bei Genossenschaften: Die Genossenschaft muss eine gesetzliche Rücklagen („Reservefonds”) bilden zum Ausgleich von aus der Bilanz sich ergebenden Verlusten; Höhe und Art der Bildung müssen in der Satzung festgelegt werden (§ 7 GenG). In jedem Fall muss den gesetzlichen Rücklagen ein Teil des Jahresüberschusses zugeführt und der Mindestbetrag der Rücklagen festgelegt werden, bis zu dessen Erreichung die Einstellung vorgenommen werden muss.

    Außer den gesetzlichen Rücklagen können noch weitere Ergebnisrücklagen gebildet werden (vgl. § 337 HGB).

    Die Rücklagen sind für die Finanzierung der Genossenschaft von bes. Bedeutung; da ausscheidende Mitglieder grundsätzlich (zu Ausnahmen vgl. § 73 III GenG) keinen Anspruch auf eine Beteiligung an den Rücklagen haben, steht der Genossenschaft in den Rücklagen Kapital zur Verfügung, das ihr, im Gegensatz zu den Geschäftsguthaben, nicht entzogen werden kann.

    3. Für alle Unternehmungsformen steuerfreie Rücklagen als Sonderposten mit Rücklageanteil in z.B. folgenden Anwendungsfällen:
    (1) Ersatzbeschaffungsrücklage;
    (2) Rücklage bei Zuschüssen zur Anschaffung oder Herstellung von Anlagegütern;
    (3) Rücklagen zur Förderung kleinerer und mittlerer Betriebe gemäß § 7g I EStG (Ansparabschreibung).

    Stille Rücklagen

    stille Reserven.

    Vgl. auch stille Rücklagen.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Rücklagen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ruecklagen-44905 node44905 Rücklagen node34982 Eigenkapital node44905->node34982 node38061 Kapital node44905->node38061 node35637 Gebrauchsgüter node47963 Werbungskosten node28297 Betriebsausgabe node36673 Einkommensteuer node47507 Verlustzuweisungsgesellschaft node47507->node44905 node47507->node47963 node47507->node28297 node47507->node36673 node46709 Sonderabschreibung node47507->node46709 node35954 Gewinnvortrag node35954->node44905 node32667 Ertrag node30077 Aufwendungen node48497 Verlust node48497->node44905 node48497->node35954 node48497->node32667 node48497->node30077 node48497->node34982 node49526 Teilwert node29455 beizulegender Wert node31208 Abschreibung node34534 Fremdkapital node34982->node34534 node50155 Verschleiß node50155->node44905 node50155->node35637 node50155->node49526 node50155->node29455 node50155->node31208 node39482 Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln node35651 Gratisaktie node28594 Aktionär node35069 Freiaktie node35069->node44905 node35069->node39482 node35069->node35651 node35069->node28594 node38061->node34982 node45874 Reinvermögen node45874->node34982 node45028 Rentabilität node45028->node34982
      Mindmap Rücklagen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ruecklagen-44905 node44905 Rücklagen node34982 Eigenkapital node44905->node34982 node35069 Freiaktie node35069->node44905 node50155 Verschleiß node50155->node44905 node48497 Verlust node48497->node44905 node47507 Verlustzuweisungsgesellschaft node47507->node44905

      News SpringerProfessional.de

      • Maschinen-Export in die USA boomt

        Die Ausfuhren der deutschen Maschinenbau-Industrie bleiben auf Wachstumskurs – besonders in Richtung USA und China. In den ersten vier Monaten dieses Jahres stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um nominal 4,4 Prozent auf 56,1 Milliarden Euro.

      • "Der beste Deal kann sich zum Flop entwickeln"

        Wie Übernahmen von Unternehmen gelingen, erklärt M&A-Experte Florian Bauer im Exklusiv-Interview. Denn der Professor für strategisches Management an der Lancaster University Management School erlebt viel zu oft, wie die Integration zugekaufter Kandidaten scheitert.

      • Aufsichtsrat – kein Job für nebenbei

        Die Zeiten, in denen Vorstände nebenher zahlreiche Aufsichtsratsmandate anhäuften, sind vorbei. Die Hauptgründe: Zeitmangel und strengere Anforderungen. Beginnt nun die Ära der Berufsaufsichtsräte?

      • "Ignoranz versucht, einen anderen zum Nichts zu machen"

        Sie wirken auf den ersten Blick harmlos: Ignoranzfallen am Arbeitsplatz. Dabei handelt es sich um Mobbing, um subtile seelische Gewalt, die Mitarbeitern an die Nieren geht. Springer-Autorin Lilo Endriss erklärt im Interview, warum Ignoranzfallen so tückisch sind.

      • Verbraucher können bald gemeinsam klagen

        Der Bundestag hat entschieden: Ab November ist es Verbrauchern möglich, über Verbände eine Musterfeststellungsklage gegen Unternehmen einzureichen, um gemeinsam Schadensersatz zu fordern. Die Opposition sieht das Gesetz kritisch.

      • Psychopath und Psychopath gesellt sich gern

        Menschen mit psychopathischen Tendenzen sind unter rüden Chefs zu Bestleistungen fähig, so eine Studie. Was nach einer Win-Win-Situation für stressige Arbeitsumfelder klingt, hat auch seine Kehrseiten.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      (1) Wird das Nennkapital durch Umwandlung von Rücklagen erhöht, so gilt der positive Bestand des steuerlichen Einlagekontos als vor den sonstigen Rücklagen umgewandelt. Maßgeblich ist dabei der sich vor Anwendung des Satzes 1 ergebende Bestand des …
      Der Jahresabschluss ist zentrales Instrument zur Unterrichtung über die wirtschaftliche Lage von Unternehmen. Es braucht aber eine kompetente Analyse, um die gebotenen Informationen entscheidungsbezogen zu erschließen. Die Möglichkeiten der …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete