Direkt zum Inhalt

Jahresbilanz

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Charakterisierung: die durch § 242 I HGB vorgeschriebene Bilanz, die ein Kaufmann für den Schluss eines Geschäftsjahres aufzustellen hat. In der Jahresbilanz sind sämtliche Gegenstände des Anlagevermögens, Umlaufvermögens, die Schulden und Rückstellungen sowie die aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten und als Saldo das Eigenkapital gesondert auszuweisen und hinreichend aufzugliedern (§§ 246, 247 HGB). Die Jahresbilanz ist eine in Form eines Kontos (Konten) geführte Geldrechnung, die auf der Sollseite (Aktiva) die Vermögensgegenstände und auf der Habenseite (Passiva) die auf das Vermögen gerichteten Ansprüche der Gläubiger (Fremdkapital) und der Unternehmer (Eigenkapital) jeweils unter Berücksichtigung von Rechnungsabgrenzungsposten darstellt (Bilanz). Die Jahresbilanz hat den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) zu entsprechen.

    Vgl. auch Jahresabschluss. Sie muss ggf. geprüft (Jahresabschlussprüfung) und veröffentlicht (Publizität) werden. Nach dem Maßgeblichkeitsprinzip ist die Jahresbilanz Grundlage für die aus ihr abzuleitende Steuerbilanz (bes. bei nicht zur Publizität verpflichteten Unternehmen wird vielfach für beide Zwecke nur eine Bilanz erstellt).

    2. Zwecke: Form und Inhalt der Jahresbilanz hängen von den verfolgten Zwecken ab. In erster Linie sind die folgenden Bilanzzwecke zu unterscheiden: a) Informationszweck: Richtet sich zunächst auf die Selbstinformation des Kaufmanns über - wie der Gesetzgeber zumindest für Kapitalgesellschaften verlangt (§ 264 II HGB) - die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage; bei Publizitätspflicht gehören zu den Informationsadressaten z.B. die Gläubiger, die Arbeitnehmer und bes. die ggf. nicht geschäftsführungsberechtigten Kapitaleigner; in Bezug auf Letztere wird der Informationszweck zur Rechenschaftspflicht der Geschäftsführungsorgane.

    b) Ergebnisfeststellungszweck: Mit der Feststellung der Jahresbilanz wird das Jahresergebnis (Jahresüberschuss, Jahresfehlbetrag) und die Rechnungsgrundlage für die Gewinnverwendung festgelegt.

    c) Dokumentationszweck: Durch Dokumentation und Aufbewahrung (Aufbewahrungspflicht) soll Urkundenmaterial für mögliche Interessenkonflikte gesichert werden. Zur interessenausgerichteten Gestaltung der Jahresbilanz vgl. Bilanzpolitik.

    3. Erstellung: a) Vorarbeiten: Die Jahresbilanz ist grundsätzlich eine Inventurbilanz (Bilanz), d.h. auf einer Inventur basierend. Zu dem Problem der körperlichen Bestandsaufnahme und zu den darauf z.T. Rücksicht nehmenden Inventurformen vgl. Inventur. Die Ergebnisse der Inventur (Inventar) gehen in die Buchführung ein. Die Jahresbilanz ist neben der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) der rechnerische Abschluss der Konten der Buchführung. Zur Technik des Kontenabschlusses als vorbereitende Jahresabschlussmaßnahme vgl. Hauptabschlussübersicht (HAÜ).

    b) Aufstellung: Es sind immer drei Aufgaben zu lösen:
    (1) Die Bilanzierung dem Grunde nach, also die inhaltliche Bestimmung von Vermögen, Kapital, Rechnungsabgrenzungsposten.

    Vgl. auch Aktivierungspflicht, Aktivierungswahlrecht, Passivierungspflicht, Passivierungswahlrecht.
    (2) Bilanzierung der Höhe nach, d.h. die Bewertung der Aktiva und Passiva; vgl. Bewertung.
    (3) Gliederung der Jahresbilanz; vgl. Bilanzgliederung.

    4. Aussagefähigkeit: Bilanzanalyse.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Jahresbilanz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/jahresbilanz-37708 node37708 Jahresbilanz node45711 Passivierungspflicht node37708->node45711 node27472 Aktivierungswahlrecht node37708->node27472 node31662 Aktivierungspflicht node37708->node31662 node40805 Kaufmann node37708->node40805 node31477 Bilanz node37708->node31477 node30674 Bilanzanalyse node37708->node30674 node44515 Rechnungsabgrenzung node45230 Passivierungswahlrecht node45230->node37708 node45711->node45230 node35869 gezeichnetes Kapital node45711->node35869 node28796 Bilanzwahrheit node28796->node27472 node29759 Abgrenzungsposten node31382 Disagio node27472->node29759 node27472->node31382 node27472->node31662 node31905 Aktivierungsverbot node28297 Betriebsausgabe node30077 Aufwendungen node31662->node44515 node31662->node31905 node31662->node28297 node31662->node30077 node35001 Handelsgewerbe node40805->node35001 node40599 Kapitalflussrechnung node29998 Auswertung node29998->node30674 node45028 Rentabilität node30674->node45711 node30674->node40599 node30674->node31477 node30674->node45028 node38551 laufende Rechnung node38551->node40805 node42278 Provision node42278->node40805
      Mindmap Jahresbilanz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/jahresbilanz-37708 node37708 Jahresbilanz node40805 Kaufmann node37708->node40805 node30674 Bilanzanalyse node37708->node30674 node31662 Aktivierungspflicht node37708->node31662 node27472 Aktivierungswahlrecht node37708->node27472 node45711 Passivierungspflicht node37708->node45711

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      In einer Periode gelten als ‘Eigene Leistungen’ Lagerzugänge an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, selbsterstellte Betriebsmittel, Werkzeuge und Vormaterialien (Innerbetriebliche Eigenleistungen).
      In einer Periode gelten als Eigene Leistungen: Lagerzugänge an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, selbst produzierte Betriebsmittel, Werkzeuge und Vormaterialien (Innerbetriebliche Eigenleistungen).

      Sachgebiete