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Bilanzgliederung

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Einzelunternehmungen/Personengesellschaften
    2. Kapitalgesellschaften
    3. Besondere Vorschriften

    systematische Ordnung der Bilanzposten.

    Einzelunternehmungen/Personengesellschaften

    Im HGB keine detaillierten Gliederungsvorschriften. Nach § 247 I HGB sind unter Aktiva das Anlage- und Umlaufvermögen, unter Passiva das Eigenkapital, die Schulden und Rückstellungen sowie jeweils die Rechnungsabgrenzungsposten auszuweisen und hinreichend aufzugliedern. Darum findet man i.d.R. schon bei kleineren Unternehmen die in Tabelle „Bilanzgliederung” dargestellte Unterteilung.

    Kapitalgesellschaften

    Zwingend für Kapitalgesellschaften und bei zahlreichen anderen Unternehmungen gebräuchlich ist die folgende Gliederung nach §§ 265, 266, 268 ff. HGB (Größenklassen): 1) Die Bilanz ist in Kontoform aufzustellen. Nach § 266 I HGB haben große und mittelgroße Kapitalgesellschaften (§ 267 II u. III) auf der Aktivseite die in Absatz 2 und auf der Passivseite die in Absatz 3 bezeichneten Posten gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge auszuweisen. Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 I) brauchen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen, in die nur die in den Absätzen 2 und 3 mit Buchstaben und römischen Zahlen bezeichneten Posten gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgenommen werden.

    –(2) Aktivseite
    A. Anlagevermögen

    I. Immaterielle Vermögensgegenstände
    1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte;
    2. Entgeltlich erwerbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten;
    3. Geschäfts- oder Firmenwert;
    4. geleistete Anzahlungen;

    II. Sachanlagen
    1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken;
    2. technische Anlagen und Maschinen;
    3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung;
    4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau;

    III. Finanzanlagen
    1. Anteile an verbundenen Unternehmen;
    2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen;
    3. Beteiligungen;
    4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
    5. Wertpapiere des Anlagevermögens;
    6. sonstige Ausleihungen.

    B. Umlaufvermögen
    I. Vorräte

    1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe;
    2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen;
    3. fertige Erzeugnisse und Waren;
    4. geleistete Anzahlungen;

    II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
    1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen;
    2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen;
    3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
    4. sonstige Vermögensgegenstände;

    III. Wertpapiere
    1. Anteile an verbundenen Unternehmen;
    2. eigene Anteile;
    3. sonstige Wertpapiere;

    IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks.

    C. Rechnungsabgrenzungsposten

    D. Aktive latente Steruern

    E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung


    (3) Passivseite A. Eigenkapital

    I. Gezeichnetes Kapital;

    II. Kapitalrücklage;

    III. Gewinnrücklagen:

    1. gesetzliche Rücklage;
    2. Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen;
    3. satzungsmäßige Rücklagen;
    4. andere Gewinnrücklagen;

    IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag;

    V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag.

    B. Rückstellungen

    1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen;
    2. Steuerrückstellungen;
    3. sonstige Rückstellungen.

    C. Verbindlichkeiten

    1. Anleihen, davon konvertibel;
    2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten;
    3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen;
    4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen;
    5. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel;
    6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen;
    7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
    8. sonstige Verbindlichkeiten, davon aus Steuern, davon im Rahmen der sozialen Sicherheit.

    D. Rechnungsabgrenzungsposten

    E. Passive latente Steuern.

    Besondere Vorschriften

    bestehen gemäß § 330 HGB (Formblätter) für Krankenhäuser, Versicherungs-, Verkehrs-, Wohnungsunternehmen, Kreditinstitute. Für kommunale Betriebe (Regiebetriebe oder Gesellschaften) gelten die Eigenbetriebsgesetze der jeweiligen Bundesländer.

     

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Inventur ist die – zum Teil körperliche – Erfassung aller Vermögensgegenstände, Schulden und des Eigenkapitals eines Unternehmens. Die Vermögensgegenstände können dabei grundsätzlich gezählt, gemessen oder gewogen werden. Anlagevermögen wie …
      Nun haben wir eine Inventur durchgeführt, daraus ein Inventar erstellt und aus dem Inventar eine Bilanz abgeleitet. „Quid nunc?“, pflegte der Römer zu sagen, und auch für uns stellt sich nun die Frage, wie es weiter geht. Wie kriege ich meine …
      Nachfolgend bekommen Sie die lückenhafte Bilanzgliederung zur Vertiefung, Wiederholung oder Auffrischung Ihrer Kenntnisse.

      Sachgebiete