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Schaden

Definition

durch einen schädigenden Umstand entstehende materielle (seltener ideelle) Nachteile.

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Bürgerliches Recht
    2. Versicherungswesen
    3. Rechnungswesen

    durch einen schädigenden Umstand entstehende materielle (seltener ideelle) Nachteile.

    Bürgerliches Recht

    Differenz zwischen dem Vermögensstand vor und nach dem Schadenereignis, abgestellt auf den Zeitwert (Abzug „neu für alt“).

    Versicherungswesen

    Zentralbegriff der Schadenversicherung, der sich aus der negativen Beeinträchtigung des versicherten Interesses ergibt. Höchstgrenze der Ersatzleistung (Bereicherungsverbot), die i.d.R. in Geld erfolgt (ausgenommen z.B. Naturalersatz bei der Glasversicherung). Bei Unterversicherung (Vollwertversicherung) Schadenersatz nur im Verhältnis der Versicherungssumme zum Versicherungswert. Beteiligung des Versicherungsnehmers am Schaden durch Franchise oder Selbstbeteiligung. Soll neben dem Substanzinteresse (eigentlicher Sachschaden) auch ein anderes Interesse (z.B. Gewinninteresse) geschützt werden, so muss dies bes. vereinbart werden (z.B. Mietverlustversicherung).

    Der Versicherungsnehmer ist im Schadenfall zur Abwendung und Minderung des Schadens und zur Auskunftserteilung gegenüber dem Versicherer verpflichtet (Schadenabwendung, Schadenminderung).

    Sonderregelungen: Ablehnung der Leistungspflicht im Schadenfall, Klagefrist für Versicherungsansprüche, Heranziehung von Sachverständigen, Verjährung von Ansprüchen aus Versicherungsverträgen.

    Rechnungswesen

    1. Die durch Beschädigung oder Vernichtung von Teilen des Betriebsvermögens durch höhere Gewalt, Brand, Diebstahl oder durch behördlichen Eingriff eintretenden Vermögensminderungen sind als Betriebsverluste dem Rechnungsabschnitt zuzuschreiben, in dem sie entstanden sind. Der entstandene Schaden (z.B. Brandschaden) wird in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) unter den Aufwendungen erfasst.

    2. Wird durch die Höhe einer Versicherungsentschädigung eine stille Rücklage frei, liegt also der Buchwert der vernichteten oder beschädigten Sache niedriger als der Entschädigungsbetrag, so kann die Auflösung der stillen Reserve in Handels- und Steuerbilanz vermieden werden, soweit für die vernichteten Gegenstände Ersatz angeschafft wird. Die stille Reserve ist mit dem Ersatzgegenstand aufzurechnen.

    Beispiel: Gebäudebuchwert 50.000 Euro, Versicherungssumme 60.000 Euro, Ersatzgebäude 80.000 Euro.

    Zu buchen:
    (1) Aufdeckung der stillen Reserve: Außerplanmäßige Abschreibungen an Gebäude 50.000 Euro; Forderungen an sonstige betriebliche Erträge 60.000 Euro, sonstige betriebliche Aufwendungen an Sonderposten mit Rücklageanteil 10.000 Euro.
    (2) Übertragung der stillen Reserve: Neubau an Geldkonto 80.000 Euro; Sonderposten mit Rücklageanteil an sonstige betriebliche Erträge 10.000 Euro; außerplanmäßige Abschreibungen an Neubau 10.000 Euro.

    Vgl. auch Rücklagen für Ersatzbeschaffung (Rücklagen).

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Fred Wagner
      Institut für Versicherungswissenschaften e.V.
      an der Universität Leipzig Vorsitzender des Vorstandes
      Prof. Dr. Thilo Seyfriedt
      Hochschule Offenburg, Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen
      Professur für ABWL sowie Finanzierung, Rechnungslegung und Steuern

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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