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Agrarpreispolitik

Definition

Staatliche Maßnahmen zur Beeinflussung der Agrarpreise. Zentrale Instrumente der Agrarpreispolitik sind handelspolitische Eingriffe (Zölle, Einfuhrbeschränkungen, Exportsteuern und -subventionen) sowie inländische Eingriffe (Marktinterventionen, Preissubventionen).

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Industrieländer: Die Beeinflussung von Agrarpreisen ist ein zentrales Instrument der Agrarpolitik. In Industrieländern wird dieses Instrument oft dazu benutzt, den heimischen Agrarsektor vor internationaler Konkurrenz zu schützen. Eine solche Schutzfunktion haben z.B. die Agrarmarktordnungen in der EU. Generell lässt sich eine protektionistische Agrarpreispolitik durch Produktsubventionen für die Erzeuger als auch durch Eingriffe in den Außenhandel (Zölle und Exportsubventionen, in der Terminologie der Agrarpolitik in der EU: Abschöpfungen und Exporterstattungen) verwirklichen. Der Agrarprotektionismus in vielen Industriestaaten wird zunehmend kritisiert und hat im Rahmen der Verhandlungen in den WTO-Verhandlugnen zu heftigem Streit geführt. Die EU versucht, durch Agrarreformen dieser Kritik an der eigenen protektionistischen Agrarpreispolitik zu entgehen und die negativen Konsequenzen ihrer Agrarpreispolitik einzudämmen. In einem fundamentalen Reformprozess von 1992-2005 wurde die Preisstützung für die meisten Produkte fast komplett abgebaut. Dabei wurde das Preisstützungsystem in ein Kompensationssystem aus Dirketzahlungen (Prämien) überführt, sodass die grundsätzliche Unterstützung der Landwirtschaft in der EU auch nach den Reformen erhalten geblieben ist .

    2. Entwicklungsländer: In Entwicklungsländern ist der Preis, den Bauern für ihre Produkte erhalten, oftmals geringer als der relevante Importparitätspreis bzw. Exportparitätspreis. Eine solche Besteuerung der Landwirte über den Produktpreis kann man durch Produktsteuern erreichen, aber auch durch Außenhandelseingriffe wie Importsubventionen und Zölle auf Exporte. Generell spricht man von einer Benachteiligung der Landwirtschaft in Entwicklungsländern. In vielen Entwicklungsländern fand seit Anfang der 1990er-Jahre ein kontinuierlicher Abbau der Besteurung der Landwirtschaft statt. Unter anderem findet in vielen afrikanischen  Ländern eine gezielte Förderung der Landwirtschaft unter dem Comprehensive African Agricultural Development Plan (CAADP) statt.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Dr. Christian Henning
      Universität Kiel,
      Institut für Agrarökonomie,
      Lehrstuhl Agrarpolitik
      Professor für Agrarpolitik und geschäftsführender Direktor

      Bücher

      Anderson, K.: Distortions to Agricultural Incentives: A Global Perspective, 1955 to 2007
      London, Washington D.C., 2009

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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