Direkt zum Inhalt

Abgaben

Definition

Alle auf der Finanzhoheit beruhenden öffentlichen Einnahmen der Gebietskörperschaften und bestimmter Parafisci, im Einzelnen Steuern einschließlich Kirchensteuer, Zölle und Abschöpfungen, Gebühren, Beiträge, Sozialabgaben („Quasisteuern”) an die Träger der gesetzlichen Sozialversicherung sowie Sonderabgaben.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Steuerrecht/Finanzwissenschaft
    2. Kostenrechnung

    Steuerrecht/Finanzwissenschaft

    1. Sammelbegriff: a) Alle auf der Finanzhoheit beruhenden öffentlichen Einnahmen der Gebietskörperschaften und bestimmter Parafisci, im Einzelnen Steuern einschließlich Kirchensteuer, Zölle und Abschöpfungen, Gebühren, Beiträge, Sozialabgaben („Quasisteuern“) an die Träger der gesetzlichen Sozialversicherung sowie Sonderabgaben.
    b) Vom Abgabepflichtigen her definiert: pflichtgemäße Geldleistungen aller Art an ein Gemeinwesen.

    2. Einzelbegriff: Teilweise tragen einzelne Geldleistungen direkt die Bezeichnung „Abgabe“, z.B. bergrechtliche Förderabgabe, Vermögensabgabe und Abwasserabgabe. Art. 106 I Nr. 7 GG und Art. 108 I GG haben den Begriff der „Abgaben im Rahmen der Europäischen Gemeinschaften“ 1969 neu aufgenommen; auch der AEUV-Vertrag (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union in der Neufassung vom Fassung vom 30.3.2010 (ABl. C 83 2010, S. 47)) verwendet in Art. 28 und 110 ff. für seine bes. Regelungszwecke den Begriff der Abgaben.

    3. Abgabenordnung: Der umfassende Charakter des Abgabenbegriffs kommt auch darin zum Ausdruck, dass das „steuerrechtliche Grundgesetz“, das die wichtigsten allg. geltenden Regelungen zusammenfasst, als Abgabenordnung (AO) bezeichnet wird. Sie gilt für alle Abgaben, wenngleich ihr tragender Begriff der der „Steuer” ist (§ 3 AO).

    4. Aus vielen Gründen wird die Ausgestaltung eines neuen und umfassenden Abgabenbegriffs angestrebt, der die unterschiedlichen Abgabearten auch aus dem Bau- und Planungsrecht (Planungswertausgleich), dem Arbeitsmarktrecht (Arbeitsmarktförderungs-, Überstundenabgabe), der Umweltpolitik (Atommüllbeseitigungs-, Verursacherabgabe) inkorporiert.

    Vgl. auch Sonderabgaben.

    Kostenrechnung

    Abgaben werden i.d.R. wie Steuern behandelt. Sie werden (da sie nur selten Produkten oder speziellen Unternehmensteilen zurechenbar sind) meist in einer Summe den Kosten des Verwaltungsbereichs (Verwaltungskosten) zugeordnet, in kleineren Betrieben werden sie auch mit den Steuern gemeinsam verrechnet. Wegen ihres stoßweisen Anfallens ist eine zeitliche Abgrenzung (Abgrenzung) vorzunehmen.

     

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Abgaben Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/abgaben-30123 node30123 Abgaben node28007 Abwasserabgabe node28007->node30123 node47498 Verursacherprinzip node28007->node47498 node29353 Beitritt node29353->node30123 node35232 Genossenschaft node29353->node35232 node28440 betreibender Gläubiger node29353->node28440 node42051 Rang node29353->node42051 node40569 Intervention node29353->node40569 node47117 Wehrsteuer node47117->node30123 node45337 Ökosteuer node45337->node30123 node32160 externe Kosten node45337->node32160 node43610 ökologische Steuerreform node45337->node43610 node50935 Umweltabgabe node45337->node50935 node44817 öffentliche Abgaben node44817->node30123
      Mindmap Abgaben Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/abgaben-30123 node30123 Abgaben node28007 Abwasserabgabe node28007->node30123 node29353 Beitritt node29353->node30123 node47117 Wehrsteuer node47117->node30123 node45337 Ökosteuer node45337->node30123 node44817 öffentliche Abgaben node44817->node30123

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
      WHU – Otto Beisheim School of Management, Institut für Management und Controlling (IMC)
      Direktor
      Prof. Michael Bartsch
      Steuerberater Prof. Michael Bartsch
      Diplom-Finanzwirt
      Prof. Dr. Wolfgang Eggert
      Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
      Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaft
      Steffen Minter
      Institut für Wirtschaftstheorie und
      Finanzwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      In Deutschland nimmt der Anteil der älteren Bevölkerung stetig zu. Immer mehr Kunden von Kreditinstituten wollen finanziell fürs Alter vorsorgen. Doch nur wenige wissen, was sie für den Lebensabend zur Verfügung haben.
      Art 5 Abs 1 lit c der RL 2008/7/EG des Rates vom 12. Februar 2008 betreffend die indirekten Steuern auf die Ansammlung von Kapital: Art 5 Abs 1 lit c der RL 2008/7/EG ist dahin auszulegen, dass er einer Abgabe wie der im Ausgangsverfahren streitigen,
      Art 24 Abs 1 der RL 93/37/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 zur Koordinierung der Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge: 1. Das Unionsrecht ist dahin auszulegen, dass es einer nationalen Regelung nicht entgegensteht, die einen Unternehmer, der…

      Sachgebiete