Direkt zum Inhalt

Eigenhandel

Definition

Unter dem Begriff Eigenhandel fasst man alle Geschäfte, die Kreditinstitute im eigenen Namen und auf eigene Rechnung tätigen, bspw. das Effekteneigengeschäft und der Geld- und Devisenhandel.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Finanzdienstleistung im Sinn des § 1 Ia 2 Nr. 4 KWG, welche die Anschaffung und die Veräußerung von Finanzinstrumenten im Wege des Eigenhandels für andere zum Gegenstand hat. Der Handel in Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten ist jeweils einer der drei folgenden Kategorien zuzuordnen:
    (1) Der Handel im fremden Namen für fremde Rechnung (offene Stellvertretung) ist Finanzdienstleistung im Sinn des § 1 Ia 2 Nr. 2 KWG (Abschlussvermittlung);
    (2) der Handel im eigenen Namen für fremde Rechnung (verdeckte Stellvertretung) ist Bankgeschäft im Sinn des § 1 I 2 Nr. 4 KWG (Finanzkommissionsgeschäft);
    (3) der Handel im eigenen Namen für eigene Rechnung, ist (sofern er als Dienstleistung für andere zu begreifen ist) Finanzdienstleistung im Sinn des § 1 Ia 2 Nr. 4 KWG (Eigenhandel).

    Beim Handel im Auftrag eines Kunden als Eigenhändler tritt das Institut seinem Kunden nicht als Kommissionär, sondern als Käufer oder Verkäufer gegenüber. Auch wenn es sich zivilrechtlich hierbei um einen reinen Kaufvertrag handelt, ist das Geschäft Dienstleistung im Sinn der EG-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie (MiFID).

    Steuerliche Behandlung: a) Eigenhandel der Banken: Eigenhändler führen umsatzsteuerbare Lieferungen und sonstige Leistungen aus. Der Eigenhändler handelt im eigenen Namen für eigene Rechnung. Die Tätigkeit einer Bank im Eigenhandel ist allerdings umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 8 UStG).

    Körperschaftsteuerlich sind Gewinne und Verluste aus dem Eigenhandel mit Anteilen an Kapitalgesellschaften steuerpflichtig (§ 8b VII KStG).

    Vgl. auch Bankumsätze.

    b) Anders: Im umsatzsteuerlichen Sprachgebrauch wird das Wort „Eigenhandel“ gelegentlich auch als Gegenstück zu „Kommissionsgeschäft“ und  „Vermittlung“ benutzt, d.h. für alle jene Umsätze, die jemand - egal, mit welchen Waren - im eigenen Namen und für eigene Rechnung tätigt.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Eigenhandel Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/eigenhandel-36751 node36751 Eigenhandel node37813 Lieferung node36751->node37813 node51352 MiFID node36751->node51352 node40799 Kundengeschäft node36751->node40799 node36153 Effektengeschäft node36751->node36153 node34921 Finanzdienstleistungen node36751->node34921 node34654 Finanzkommissionsgeschäft node36751->node34654 node28544 Bankgeschäfte node36751->node28544 node41391 Kundenumsatz node41391->node37813 node49603 Umsatzsteuer node37813->node49603 node51359 systematischer Internalisierer node51356 MTF node29728 Börse node52872 Anlageberatung node51352->node51359 node51352->node51356 node51352->node29728 node51352->node52872 node40799->node34654 node36153->node34654 node37317 Kreditinstitute node34921->node37317 node27861 Broker node27861->node34654 node53508 technologiegestützter Bankvertrieb node53508->node28544 node53509 Customer Touch Point node53509->node28544 node33801 Garantiegeschäft node33801->node28544 node28544->node37317 node43777 produktionsorientierte Dienstleistungen node43777->node34921 node53325 Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen node53325->node34921 node33123 Finanzdienstleistungsinstitut node33123->node34921 node37520 Mindestbemessungsgrundlage node37520->node37813
      Mindmap Eigenhandel Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/eigenhandel-36751 node36751 Eigenhandel node34921 Finanzdienstleistungen node36751->node34921 node28544 Bankgeschäfte node36751->node28544 node34654 Finanzkommissionsgeschäft node36751->node34654 node51352 MiFID node36751->node51352 node37813 Lieferung node36751->node37813

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Cordula Heldt
      Deutsches Aktieninstitut e.V.
      Referentin und Rechtsanwältin
      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der Value-at-Risk (VaR) als MaB zur Quantifizierung von Marktpreisrisiken bietet neue Moglichkeiten der Erfolgs-und Risikosteuerung, speziell im Eigenhandelsgeschiift der Bank. Die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung konzentrierte sich …
      Die gesamte bankbetriebliche Tätigkeit ist, wie auch bei anderen erwerbswirtschaftlichen Unternehmen, von einem komplexen Zielsystem geprägt.

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete