Direkt zum Inhalt

Pensionsgeschäfte

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: a) Offenmarktgeschäfte mit Rückkaufsvereinbarungen. Die Deutsche Bundesbank führte bis zum 31.12.1998 im Rahmen ihrer Geldpolitik Pensionsgeschäfte zur Feinsteuerung am Geldmarkt überwiegend mit lombardfähigen festverzinslichen Wertpapieren (Wertpapierpensionsgeschäfte), aber auch mit Wechseln und Devisen durch (Offenmarktpolitik). Im Rahmen der EWWK gaben die hieran beteiligten Staaten zum 1.1.1999 ihre geldpolitische Souveränität zugunsten der Europäischen Zentralbank (EZB) auf.
    b) Im Anschluss an Art.12 I der Bankbilanzrichtlinie der EU in § 340b I HGB allg. definiert als „Verträge, durch die ein Kreditinstitut oder der Kunde eines Kreditinstituts (Pensionsgeber) ihm gehörende Vermögensgegenstände einem anderen Kreditinstitut oder einem seiner Kunden (Pensionsnehmer) gegen Zahlung eines Betrags überträgt und in denen gleichzeitig vereinbart wird, dass die Vermögensgegenstände später gegen Entrichtung des empfangenen oder eines im Voraus vereinbarten anderen Betrags an den Pensionsgeber zurückübertragen werden müssen oder können”. Nicht als Pensionsgeschäfte in diesem Sinn gelten Devisentermingeschäfte, Finanztermingeschäfte und ähnliche Geschäfte sowie die Ausgabe eigener Schuldverschreibungen auf abgekürzte Zeit (§ 340b VI HGB).

    2. Arten: a) Ein echtes Pensionsgeschäft liegt vor, wenn der Pensionsnehmer die Verpflichtung übernimmt, die Vermögensgegenstände zu einem bestimmten oder vom Pensionsgeber zu bestimmenden Zeitpunkt zurückzuübertragen (§ 340b II HGB).
    b) Ein unechtes Pensionsgeschäft liegt vor, wenn der Pensionsnehmer lediglich berechtigt, aber nicht verpflichtet ist, die Vermögensgegenstände zu einem vorher bestimmten oder von ihm noch zu bestimmenden Zeitpunkt zurückzuübertragen (§ 340b III HGB).

    3. Bilanzierung: Bei echten Pensionsgeschäft sind die übertragenen Vermögensgegenstände in der Bilanz des Pensionsgebers auszuweisen. Dieser hat in Höhe des für die Übertragung erhaltenen Betrags eine Verbindlichkeit gegenüber dem Pensionsnehmer auszuweisen. Der Pensionsnehmer darf die Vermögensgegenstände nicht bilanzieren; er hat in Höhe des für die Übertragung gezahlten Betrags eine Forderung an den Pensionsgeber auszuweisen (§ 340b IV HGB). Bei einem unechten Pensionsgeschäft sind die Vermögensgegenstände nicht vom Pensionsgeber, sondern vom Pensionsnehmer zu bilanzieren (§ 340b V HGB).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Pensionsgeschäfte Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/pensionsgeschaefte-46580 node46580 Pensionsgeschäfte node29714 Devisen node46580->node29714 node47636 Wechsel node46580->node47636 node45933 Offenmarktgeschäft node46580->node45933 node48640 Wertpapier node46580->node48640 node27752 Deutsche Bundesbank node46580->node27752 node43895 Offenmarktpolitik node46580->node43895 node50085 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) node34994 Fungibilität node34994->node29714 node43469 Sorten node29714->node43469 node46451 Sichtwechsel node46451->node47636 node44975 Passivwechsel node44975->node47636 node48064 Wechselaussteller node29511 Benachrichtigungspflicht node29511->node47636 node47636->node48064 node43250 Sparbuch node43250->node48640 node40636 Investmentgesetz (InvG) node40636->node48640 node29775 Arbitrage node29775->node29714 node29775->node48640 node35891 Europäisches System der ... node45933->node35891 node45933->node43895 node42780 offener Markt node45933->node42780 node34043 Geldpolitik node45933->node34043 node48640->node50085 node38643 Lombardkredit node38643->node27752 node44583 Spezialbanken node44583->node27752 node48022 Zentralbank node47916 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) node47916->node27752 node27752->node48022 node50774 Ziehungsrechte node50774->node29714
      Mindmap Pensionsgeschäfte Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/pensionsgeschaefte-46580 node46580 Pensionsgeschäfte node45933 Offenmarktgeschäft node46580->node45933 node27752 Deutsche Bundesbank node46580->node27752 node48640 Wertpapier node46580->node48640 node47636 Wechsel node46580->node47636 node29714 Devisen node46580->node29714

      News SpringerProfessional.de

      • Digitalisierung in Deutschland stagniert

        Nur langsam geht es für die deutsche Wirtschaft bei der Digitalisierung voran, zeigt der Monitoring Report Digital. Die Kernergebnisse: die Wirtschaft stagniert, digitale Vorreiter fehlen und alle warten auf den Breitbandausbau.

      • Forschungsagenda 2030 für die produzierende Industrie

        Die strategische Forschungsagenda der Initiative "manufuture-DE" hat aktuelle und zukünftig relevante Forschungsbedarfe deutscher Industrieunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik bis zum Jahr 2030 formuliert und priorisiert.

      • "Unternehmen tragen Verantwortung für Konsumenten"

        Wer in der digitalen Welt nicht untergehen will, muss sich einige Kompetenzen aneigen. Sonst frisst die Digitalisierung ihre User, warnen Anabel Ternès und Hans-Peter Hagemes im Gespräch mit Springer Professional. Insbesondere Unternehmen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein.

      • Digitalisierung schafft Chancen für weibliche Führungskräfte

        Mittlerweile erfüllen zwar die Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt die gesetzliche Frauenquote. Aber gerade in Führungspositionen im operativen Geschäft sind Frauen, auch in der Finanzbranche, immer noch rar gesät. Und das sieht nur in einem Fachbereich besser aus.

      • Verantwortungsvolle Chefs haben mehr Stress

        Ein Chef, der sich seiner Verantwortung im Job bewusst ist, führt ein stressbelastetes Dasein. Zumindest, wenn er sich in einer gehobenen Machtposition befindet. Das haben Wissenschafter herausgefunden.

      • Dax-Vorstände verdienen noch mehr

        Wenn etwas die Gemüter erhitzt, dann sind es immer wieder die exorbitanten Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen. Eine aktuelle Studie gibt der Diskussion neue Nahrung. Demnach bekommen die CEOs von der Post, Heidelberg Cement, Adidas und Daimler unglaubliche Summen. 

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Cordula Heldt
      Deutsches Aktieninstitut e.V.
      Referentin und Rechtsanwältin
      Dr. Dr. Jörg Berwanger
      STEAG New Energies GmbH, Saarbrücken
      Commercial Project Manager
      Prof. Dr. Reinhold Hölscher
      Technische Universität Kaiserslautern,
      Lehrstuhl für Finanzdienstleistung und
      Finanzmanagement
      Ordinarius
      Prof. Dr. Thilo Seyfriedt
      Hochschule Offenburg, Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen
      Professur für ABWL sowie Finanzierung, Rechnungslegung und Steuern
      Dr. Nils Helms
      Technische Universität Kaiserslautern
      Postdoc am Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen und Finanzmanagement

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      In Deutschland wird die Bankenaufsicht über die Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute (Institute) nach § 5 Abs. 1 i.V.m. § 6 Abs. 1 KWG durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen als selbständige Behörde — in Zusammenarbeit mit der …
      Das folgende Kapitel legt die Voraussetzungen für einen internationalen Vergleich der Bilanzierung von Pensionsgeschäften. Dazu bedarf es zum einen einer eindeutigen Definition und Abgrenzung dieser Geschäfte sowie der Kenntnis über die mit …

      Sachgebiete