Direkt zum Inhalt

Realplanung

Definition

Realplanung ist gleichbedeutend mit Freiheit von Geldillusion und bedeutet die Orientierung an realen (preisbereinigten) Größen bei der Aufstellung von Wirtschaftsplänen. Bei der Konsumplanung wird dann der reale Konsum nur in Abhängigkeit von Realgrößen, insbesondere des realen Einkommens, festgelegt, sodass bei einem Anstieg von Nominaleinkommen und Preisniveau um den gleichen Prozentsatz die reale Konsumgüternachfrage unverändert bleibt.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Die Wirtschaftssubjekte orientieren sich bei ihren Entscheidungen ausschließlich an realen (preisbereinigten) Größen; die absolute Höhe der Güterpreise und der Lohnsätze spielt dabei keine Rolle.

    2. Bedeutung: In der Makroökonomik wird bez. des Verhaltens der Wirtschaftssektoren typischerweise Realplanung unterstellt. So lautet die Keynessche Konsumhypothese (ausgedrückt in Realgrößen):

    Cr = C0r + b × Yr (0 < b < 1),

    wobei: Cr = gesamtwirtschaftlicher realer privater Konsum, C0r = autonome reale Konsumgüternachfrage, b = marginale Konsumquote, Yr = reales Volkseinkommen. Das reale Volkseinkommen ist der Quotient aus dem nominalen Volkseinkommen Yn und dem gesamtwirtschaftlichen Güterpreisniveau P:

    Yr = Yn / P.

    Die aufgestellte Konsumhypothese für die privaten Haushalte impliziert, dass ihre reale Konsumnachfrage unverändert bleibt, wenn Nominaleinkommen und Preisniveau um den gleichen Prozentsatz zunehmen. Trotz des Anstiegs des nominalen Einkommens ändert sich die reale Konsumgüternachfrage nicht, da das Realeinkommen unverändert geblieben ist und der autonome Konsum real geplant wird, d.h. nicht von der absoluten Höhe des Preisniveaus P abhängt. Diese Verhaltensweise der Haushalte wird auch als Freiheit von Geldillusion bezeichnet, da sie nicht der Illusion unterliegen, dass eine Steigerung ihres Nominaleinkommens mit einer Erhöhung der Kaufkraft des nominalen Einkommensbetrags verbunden ist.

    Gegensatz: Geldillusion.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Realplanung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/realplanung-46574 node46574 Realplanung node40778 Makroökonomik node46574->node40778 node35154 Geldillusion node46574->node35154 node38841 makroökonomische Totalmodelle geschlossener ... node38841->node46574 node43895 Offenmarktpolitik node38841->node43895 node41037 makroökonomische Totalmodelle geschlossener ... node38841->node41037 node37055 makroökonomische Totalmodelle geschlossener ... node50511 Totalmodelle offener Volkswirtschaften ... node37055->node50511 node40827 IS-Kurve node38408 Konsumfunktion node40270 Konsumhypothesen node40270->node46574 node40270->node38408 node53624 Neoklassische Synthese node53624->node38841 node50511->node46574 node50511->node40827 node50511->node35154 node48850 Volkswirtschaftstheorie node40778->node48850 node38052 Keynesianismus node40778->node38052 node47916 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) node40778->node47916 node40588 Inflationstheorien node40588->node35154 node39320 Inflation node35154->node39320 node35214 geschlossenes Entscheidungsmodell node35214->node40778 node38052->node38841 node38052->node50511 node51122 Totalmodelle offener Volkswirtschaften ... node51122->node50511
      Mindmap Realplanung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/realplanung-46574 node46574 Realplanung node40778 Makroökonomik node46574->node40778 node35154 Geldillusion node46574->node35154 node38841 makroökonomische Totalmodelle geschlossener ... node38841->node46574 node40270 Konsumhypothesen node40270->node46574 node50511 Totalmodelle offener Volkswirtschaften ... node50511->node46574

      News SpringerProfessional.de

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      • Konsequent digital steigert die Profite

        Je intensiver Unternehmen digitalisiert sind, desto höher ist ihr Gewinnwachstum. Allerdings braucht es dazu konsequente Strategien und den Willen zum Wandel auf allen Ebenen.

      • Warum Manager die Macht der Controller fürchten

        Die Rolle des Controllers verändert sich. Er soll gerade als Unterstützung im strategischen Bereich an Einfluss gewinnen. Doch noch ist nicht jeder Manager bereit, den Controller als Sparringspartner zu sehen.

      • So viele befriste Arbeitsverträge wie nie

        Es gibt viel zu tun für die Bundesregierung – auch beim Thema befristete Arbeitsverträge. Denn deren Zahl hat im Jahr 2017 ein Rekordhoch erreicht. Bei der Hälfte fehlt sogar der sachliche Grund.

      • Facebook und VW stehen nicht für Werte

        Cambridge Analytica bei Facebook und die nicht endende Abgasaffäre bei Volkswagen haben das Image beider Unternehmen schwer geschädigt. Verbraucher wissen nicht mehr, welcher Ethik sie folgen. Ein Gastbeitrag von Jan Döring.

      • Umweltaspekte in das Controlling integrieren

        Controlling wird mit Kennzahlen und nüchternen Fakten verbunden, selten jedoch mit dem Thema Umwelt. Eine Studie legt jedoch offen, wie wichtig es ist, Umweltaspekte mit dem Controlling zu verzahnen.

      • Mittelstand tut sich mit Kreditfinanzierung schwer

        Fast 15 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben laut einer aktuellen Studie keine ausreichenden Mittel zur Finanzierung nötiger betrieblicher Investitionen. Ähnlich sieht das Bild in Großbritannien und noch schlechter in Frankreich aus.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Werner Wohltmann
      Universität Kiel,
      Institut für Volkswirtschaftslehre
      Lehrstuhlinhaber

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Dieses Kapitel stellt zunächst die Konzeption der Methode zur Gestaltung von Fabrikstrukturen für die additive Fertigung vor. Anschließend wird gezeigt, wie die Methode praktisch angewendet werden kann. An das eingeführte Modellkonzept knüpft die …
      Die Grundlagen des Betrachtungs- und Gestaltungsbereichs bilden die Ausgangssituation für die weitere Theoriebildung. Daher muss jener pragmatisch, das heißt in Hinblick auf das Handlungsziel der Arbeit eingegrenzt werden. Aus der Zielsetzung …
      Grundsätzlich gibt es verschiedenste Perspektiven für Einflussgrößen auf die Produktionsstandortbestimmung. In den Abschn. 4.6.1 bis 4.6.8 wurden sieben verschiedene Sichtweisen herausgearbeitet. Jede nur denkbar mögliche Einflussgröße lässt sich …

      Sachgebiete