Direkt zum Inhalt

Weg-Ziel-Ansatz der Führung

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    speziell auf die Führungssituation angewandte Formulierung der Erwartungswert-Theorie. Dieser Ansatz der Führungslehre stellt einen Zusammenhang her zwischen der Persönlichkeit des Geführten, der Aufgabenstruktur, Merkmalen der Umwelt und dem Führungsverhalten (siehe Abbildung).

    Abbildung: Komponenten und kausale Beziehungen des Weg-Ziel-Ansatzes nach House/Mitchell (1974)

    Der Weg-Ziel-Ansatz integriert des Weiteren die Vorstellung, dass sich erfolgreiche Führung sowohl in den Leistungsergebnissen, als auch in der Zufriedenheit der Geführten niederschlägt. Darüber hinaus fließen zentralen Annahmen aus der Wert-Erwartungstheorie als mediierende Variablen mit ein. Hiernach entscheiden sich Menschen unter ihren Handlungsmöglichkeiten für die Alternative, von der sie sich den größten persönlichen Nutzen versprechen. Um nun das Nutzenkalkül und Leistungsverhalten der Mitarbeiter im Sinne des Unternehmens zu beeinflussen, kann an drei Faktoren angeknüpft werden:

    •  an der Valenz, also an der Bewertung der Ergebnisse, die über Arbeitsaktivitäten erreicht werden können,

    •  an der Instrumentalität, also an der Wahrscheinlichkeit, dass Leistungsverhalten zu Belohnungen führt und

    •  an der Erfolgserwartung, also der  Überzeugung der Mitarbeiter, dass Anstrengung zu Leistung führt.

    Zu erreichen ist dies über die strukturelle Gestaltung der Arbeitsverhältnisse und über das Verhalten der Führungskräfte. Unter Beachtung dieser Rahmenbedingungen wählt die Führungskraft den angemessenen Führungsstil aus:


    (1) Direktiver Führungsstil bei unstrukturierten Aufgaben und Mitarbeitern mit stark autoritärem Charakter.


    (2) Unterstützender Führungsstil bei stark strukturierten und einfachsten Aufgaben, da lediglich aus der sozialen Situation Befriedigung gezogen werden kann.


    (3) Leistungsorientierter Führungsstil bei unstrukturierten oder einmaligen Aufgaben und bei Mitarbeitern, die hoch leistungsmotiviert sind.


    (4) Partizipativer Führungsstil vermittelt bei unstrukturierten Aufgaben Kenntnisse über Zusammenhänge.

    Die Weg-Ziel Theorie hat sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis vielfältige Resonanz gefunden. Die empirische Überprüfung zeigt, wie zu erwarten, ein gemischtes Bild. Im Kern sind jedoch die Wirkungszusammenhänge für das unterstützende und ergebnisorientierte Führungsverhalten, auch kulturübergreifend bestätigt. Auch empfiehlt sich bei komplexen Aufgabenstellungen die partizipative Führung. Für die Praxis verdeutlicht das Modell, dass simple Wenn-dann-Beziehungen wenig hilfreich sind, um als Führungskraft erfolgreich zu sein. Vielmehr ist es für Führungskräfte bedeutsam, dass diese ihre Wahrnehmung schulen bzw. entwickeln. Sie sollten für organisationsstrukturelle Gegebenheiten sensibilisiert sein, ebenso hinsichtlich des Verhaltens ihrer Mitarbeiter. Sie sollten diesbezüglich regelmäßige die Ausgangslage analysieren und diagnostizieren, bevor sie selbst aktiv werden. Der Stellenwert von hypothesengeleiteten Verhaltensweisen bzw. Interventionen in der Führung wird vermittelt. Das Modell eröffnet schließlich Führungskräften eine Vielzahl von grundsätzlich möglichen Verhaltensoptionen, deren individuelle Anwendung und Passung diese für sich reflektieren können.

    Vgl. auch Führungsstil, Führungsverhalten, Führungstheorien, Performanz Management.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Weg-Ziel-Ansatz der Führung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/weg-ziel-ansatz-der-fuehrung-48055 node48055 Weg-Ziel-Ansatz der Führung node35479 Führungsstil node48055->node35479 node42698 Personalführung node48055->node42698 node35704 Führungsverhalten node48055->node35704 node35944 Erwartungswert-Theorie node48055->node35944 node33645 Führungstheorien node48055->node33645 node36651 Führungslehre node48055->node36651 node35479->node35704 node33168 Führung node40911 Leistung node28618 Arbeitszufriedenheit node45755 partizipative Führung node45755->node35479 node37489 Kontingenztheorie der Führung node37489->node35479 node35704->node40911 node35704->node28618 node35704->node42698 node35704->node33645 node43541 Regeln node31397 Bedürfnishierarchie node35944->node31397 node48435 Technologie node40485 Kaizen node33645->node33168 node36651->node43541 node36651->node48435 node36651->node40485 node36651->node33645 node31964 Erwartungs-Valenz-Theorie node31964->node35944 node30764 Arbeitsmotivation node30764->node35944 node52003 Mitarbeitermotivation node52003->node33645
      Mindmap Weg-Ziel-Ansatz der Führung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/weg-ziel-ansatz-der-fuehrung-48055 node48055 Weg-Ziel-Ansatz der Führung node35944 Erwartungswert-Theorie node48055->node35944 node36651 Führungslehre node48055->node36651 node35479 Führungsstil node48055->node35479 node35704 Führungsverhalten node48055->node35704 node33645 Führungstheorien node48055->node33645

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Thomas Bartscher
      Technische Hochschule Deggendorf
      Professor für die Lehrgebiete Human Resources Management, Innovations- und Transformationsmanagement
      Regina Nissen
      IPP-Institut GmbH
      Geschäftsführung

      Bücher

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die Frage, wie Menschen mit den rasanten Entwicklungen der Digitalisierung Schritt halten können, stellen sich viele. Springer-Autor Jörg Hawlitzeck ist sich sicher, die Antwort darauf zu kennen: Es kommt auf das richtige Mindset an, erklärt er im Gespräch.
      Die Planung kostet im Unternehmensalltag in der Regel sehr viel Zeit. Viele Führungskräfte sind unzufrieden und suchen deshalb nach neuen Trends, die mehr Effizienz der internen Planungsprozesse versprechen. Welche Maßnahmen bewähren sich?
      Digitale Dienstleistungen werden in der Automobilbranche hoch gehandelt. Doch neue Geschäftsmodelle sind nur die halbe Miete. Produkt-getaktete Hersteller müssen sich auch auf die Geschäftslogik digitaler Dienste einlassen, so Gastautor Dominik Strube.

      Sachgebiete