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Führungslehre

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Lehre, die auf die Darstellung aller zum Verständnis des Führungsprozesses erforderlichen Tatbestände zielt. Als Basis bedarf die Führungslehre einer theoretischen Gründung (Führungstheorie).

    2. Die Führungslehre stellt menschliches Handeln in den Zusammenhang von Aufgabe, Gruppenumwelt und Organisation. Dabei ist stets ein spezifisches Bild vom Menschen die Grundlage der Verhaltenserklärung und damit der Führung. Etwa unterstellen die ökonomischen Ansätze, dass Menschen sich an ihrem Eigennutz orientieren, daher könne deren Verhalten insbesondere über finanzielle Anreize gefördert und durch rechtliche Sanktionen eingeschränkt werden. Vielfältigen Ansätze und Fragen zum Verhalten von Menschen in Organisationen sind auch unter dem Begriff Organizational Behaviour zusammengefasst. Dabei werden drei Wirkebenen unterschieden, anhand derer die Bedingungen des Verhaltens in Organisationen und die daraus resultierenden Anforderungen an Führung diskutiert werden.
    (1) Das Verhalten von Menschen hängt zum einen von ihrer individuellen und damit interpersonalen Verfasstheit ab. Von Bedeutung sind etwa ihre Persönlichkeit und ihre Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch ihre Einstellungen zur Arbeit in Form von Arbeitszufriedenheit. Einfluss nehmen zudem Prozesse der Motivation und der Emotion, der Wahrnehmung, des Lernens, des Denkens, oder auch der Umgang mit Stress.
    (2) Zum anderen ist das Verhalten von Personen durch zwischenmenschliche, also interpersonale Beziehungen geprägt. Diese beinhalten die Zusammenarbeit sowohl mit einzelnen Kollegen und Führungskräften, als auch die Einbindung in Gruppen. Zwischen Personen wirken u.a. Prozesse des Vertrauens, der Kommunikation, der Macht, es geht um Konflikte, um zugewiesene Rollen, um Mikropolitik und um die Dynamik in und zwischen Gruppen.
    (3) Bei den apersonalen Faktoren, die unabhängig von Personen wirken, geht es u.a. um die Frage, welchen Einfluss die organisationalen und sozialen Strukturen, Prozesse, Technologien und formalen Regelungen auf das Verhalten von Menschen haben. Hierzu zählen auch die generelle Kultur der Organisation und ihre Lernkultur im Speziellen, sowie die Prozesse des Transformationsmanagements und das Betriebsklima. Weiterhin zu nennen sind die Arbeitsaufgaben und Planvorgaben, die die Mitarbeiter zu erfüllen haben und die Gestaltung der Arbeitsumgebung.

    3. Die konkrete Entwicklung der Führungslehre reicht von der Institutionenökonomik, den rationalen Ansätzen in der Scientific-Management-Lehre, den Ansätzen des Organizational Behaviour, Ansätzen aus der Berufspädagogik, Lernpsychologie, Sozialpsychologie, Organisationssoziologie und –psychologie, Arbeits-/Personalpsychologie, sowie der Arbeitswissenschaften, bis hin zu Ansätzen, die vom Menschenbild der modernen Management-Konzepte geprägt sind, u.a. Lean Production, KAIZEN, Business Reengineering, Six Sigma, Customer Relationship Management, Total Quality Management, Digitalisierung (Digital Leadership).

    Vgl. auch Führungsstil, Führungstechniken, Performanz Management, Digitalisierung und Arbeit 4.0.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Thomas Bartscher
      Technische Hochschule Deggendorf
      Professor für die Lehrgebiete Human Resources Management, Innovations- und Transformationsmanagement
      Regina Nissen
      IPP-Institut GmbH
      Geschäftsführung

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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