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Europäischer Sozialfonds (ESF)

Definition

Einer der Strukturfonds der Europäischen Union; zentrales Instrument der Strukturpolitik der EU und der EU-Strategie von Lissabon für Wachstum und Beschäftigung (Sozialpolitik der Europäischen Union, Strukturpolitik der Europäischen Union). Von Beginn an im Vertrag über die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) verankert. Die Operationen des ESF begannen 1960.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Gegenstand: Einer der Strukturfonds der Europäischen Union (EU); zentrales Instrument der Strukturpolitik der EU und der EU-Strategie von Lissabon für Wachstum und Beschäftigung (Sozialpolitik der Europäischen Union, Strukturpolitik der Europäischen Union). Von Beginn an im Vertrag über die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG; EWGV) verankert. Die Operationen des ESF begannen 1960.

    2. Ziele: Mithilfe des ESF wird die Beschäftigung in der EU gefördert. Die grundlegende Bestimmung des ESF ergibt sich aus dem Motiv, die im Zuge der Herausbildung eines gemeinsamen Marktes ausgelösten Anpassungsprozesse in Ergänzung zu den mitgliedstaatlichen Maßnahmen arbeitsmarktpolitisch zu flankieren. Dadurch soll zu einer harmonischen Entwicklung der Gemeinschaft als Ganzes sowie zur Stärkung des „wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts” der EU (Kohäsion) beigetragen werden.

    3. Gemäß den Art. 162 ff. AEUV verfolgt der Fonds die Aufgabe, vorrangig die Beschäftigungsmöglichkeiten in den wirtschaftlich zurückgebliebenen Regionen der Gemeinschaft zu verbessern. Zu diesem Zweck unterstützt der Fonds v. a. Anpassungsmaßnahmen von Arbeitnehmern und Unternehmen, den Zugang von Arbeitssuchenden, Nichterwerbstätigen, Frauen und Zuwanderen zum Arbeitsmarkt, soziale Eingliederung benachteiligter Personen und Kampf gegen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, Stärkung des Humankapitals durch die Reform von Bildungssystemen und die Vernetzung von Bildungseinrichtungen.

    4. Mittelausstattung: Von 2014-2020 stehen in der EU insgesamt über 80 Mrd. Euro aus ESF-Mitteln zur Verfügung. Für Deutschland sind es im gleichen Förderzeitraum 7,5 Mrd. Euro.

    5. Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise und ihren negativen Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation kann der ESF - komplementär zu den nationalen sozialen Sicherheitssystemen - eine unterstützende Rolle spielen, um Arbeitnehmer und Unternehmen durch die Krise zu bringen und ihre sozialen Folgen abzumildern. Die Kommission hat den Zugang zu ESF-Mitteln in der Krise erleichtert und flexibler gestaltet sowie die Mittelauszahlungen vorgezogen.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Carsten Weerth
      Hauptzollamt Bremen
      Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management
      Dr. Eggert Winter
      Hessische Staatskanzlei
      Leitender Ministerialrat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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