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Koevolution

Definition
Begriff zur Erfassung gemeinsamer, aufeinander abgestimmter Entwicklungen von Systemen.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Gemeinsame, aufeinander abgestimmte Entwicklungen, z.B. verschiedener Arten, Prozesse oder Systeme. Die Entwicklung des kognitiven Apparates (Kognition), der Sprache, Kultur, Technik etc. hat zu einer Abkopplung des sozioökonomischen Systems vom biologischen Selektionsdruck geführt und diesen durch immer differenziertere Selbststeuerungsprozesse abgelöst. Evolutionär erworbene und an die relativ einfach strukturierte Lebenswelt des Menschen früherer Evolutionsstadien angepasste Verhaltensweisen, kognitive Muster und Denkgewohnheiten erweisen sich im Umgang mit den damit verbundenen komplexen Problemen (Komplexität) als inadäquat und gefährlich (evolutionäre Erkenntnistheorie, Konstruktivismus).

    2. Während die kulturelle und technisch-ökonomische Entwicklung eine rasante Dynamik entfaltet, dabei den Koevolutionszusammenhang mit der Biosphäre durchbricht und so einen sehr komplexen Problemdruck schafft, entwickeln sich die kognitiven Problemlösungsfähigkeiten in weitaus geringerem Maße. Die ökologische Krise kann als ein Resultat dieser evolutiven Scherenentwicklung, als evolutionäre Anpassungskrise sowohl unserer Erkenntnis- und Verhaltensstrukturen, als auch der technischen Produkte und ökonomischen Institutionen verstanden werden. Der evolutionäre Ansatz ist umfassender als die der traditionellen Umweltpolitik zugrunde liegenden Theorien des Markt- und Staatsversagens.

    Vgl. auch industrielles Ökosystem, Systemmanagement.

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      Mindmap Koevolution Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/koevolution-37160 node37160 Koevolution node35467 evolutionäre Erkenntnistheorie node37160->node35467 node28813 Biosphäre node37160->node28813 node40732 Kognition node37160->node40732 node49871 Systemmanagement node37160->node49871 node39259 Komplexität node37160->node39259 node35467->node49871 node37530 Konstruktivismus node35467->node37530 node46249 Ordnung node49170 Synergetik node28813->node46249 node28813->node49170 node50117 System node28813->node50117 node36566 Fließgleichgewicht node28813->node36566 node33902 Hermeneutik node33902->node37530 node30241 Beobachterperspektive node30241->node37530 node28058 Diskursmodell node28058->node37530 node49889 Wirklichkeitskonstruktion node50253 Wahrnehmung node50253->node35467 node31190 Brückensprache node31190->node39259 node38456 Motivation node40732->node38456 node35195 Emotion node40732->node35195 node40732->node37530 node47008 Vernetzung node39259->node49871 node39259->node47008 node39259->node50117 node37530->node37160 node37530->node49889
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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Eberhard Feess
      Frankfurt School of Finance and Management
      Professor für Volkswirtschaftslehre

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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