Direkt zum Inhalt

Kollaborationsroboter

Definition

Kooperations- und Kollaborationsroboter sind moderne Industrieroboter, die mit uns Schritt für Schritt an einem gemeinsamen Ziel (Kooperationsroboter) bzw. Hand in Hand an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, wobei wiederum ein bestimmtes Ziel gegeben ist (Kollaborationsroboter). Sie nutzen dabei ihre mechanischen und sensorischen Fähigkeiten und treffen Entscheidungen mit Blick auf Produkte und Prozesse im Unternehmen bzw. in der Einrichtung.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff und Hintergrund: Kooperations- und Kollaborationsroboter sind moderne Industrieroboter, die mit uns Schritt für Schritt an einem gemeinsamen Ziel (Kooperationsroboter) bzw. Hand in Hand an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, wobei wiederum ein bestimmtes Ziel gegeben ist (Kollaborationsroboter). Sie nutzen dabei ihre mechanischen und sensorischen Fähigkeiten und treffen Entscheidungen mit Blick auf Produkte und Prozesse im Unternehmen bzw. in der Einrichtung. Co-Robots, wie sie gelegentlich genannt werden, können in Einzelfällen auch als Serviceroboter auftreten, etwa im medizinischen und pflegerischen Bereich. Die intensive Beschäftigung mit kooperativen und kollaborativen Robotern begann bereits in den 1990er-Jahren. In den 2010er-Jahren begannen sie sich durchzusetzen und in der Produktion zu verbreiten.

    2. Merkmale: Kooperations- und Kollaborationsroboter haben meist einen Arm oder ein Armpaar und zwei bis drei Finger. Mehrere Achsen respektive Gelenke erlauben eine entsprechende Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit. Es handelt sich mehrheitlich um Leichtbauroboter, die zwischen den Orten bewegt werden können, also mobil mindestens in diesem passiven Sinne sind. Sie kooperieren oder kollaborieren mit Menschen, wobei sie ihnen ausgesprochen nahe kommen und die Tätigkeiten ineinander greifen können. Trotz der engen Zusammenarbeit verspricht man sich eine hohe Sicherheit im Betrieb, vor allem in Bezug auf den Menschen, der nicht verletzt werden darf, sondern im Gegenteil geschützt und entlastet werden soll. Co-Robots sind autonome, intelligente, lernfähige Systeme und als Generalisten angelegt, wobei die Veränderungen auf Software- ihre Entsprechungen auf Hardwareseite haben müssen, etwa insofern Werkzeuge und Greifhände ausgewechselt und erweitert werden können. Sie sind in der Lage, von Menschen zu lernen, indem diese ihre Arme bewegen oder ihnen etwas vor ihren Kameras und Sensoren vormachen.

    3. Kritik und Ausblick: Soziale Robotik und Maschinenethik können zur Verbesserung der Roboter auch im sozialen und moralischen Sinne beitragen. Aus Technik- und Informationsethik heraus ist danach zu fragen, ob Co-Robots wie ein menschliches Gegenüber wirken und wie weit ihre autonomen und intelligenten Fähigkeiten reichen sollen. Gerade die Zweiarmigkeit scheint die Industrieroboter in Lebewesen zu verwandeln, was Erwartungen weckt und Bindungen stärkt, und Tablets können für Mimik genutzt werden, die im Zusammenspiel mit natürlichsprachlicher Kommunikation eine humanoide Anmutung erzeugt. Die Wirtschaftsethik widmet sich den Chancen und Risiken bei Ergänzung und Ersetzung von Werktätigen. Einerseits können Kooperations- und Kollaborationsroboter anstrengende und stumpfsinnige Arbeiten übernehmen, andererseits nach entsprechendem Training alleine oder zusammen mit ihresgleichen mannigfaltige Aufgaben ausführen, was den menschlichen Partner letztlich überflüssig machen könnte.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Kollaborationsroboter Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kollaborationsroboter-54315 node54315 Kollaborationsroboter node48644 Wirtschaftsethik node54315->node48644 node42040 Produktion node54315->node42040 node45614 Prozess node54315->node45614 node37167 Kommunikation node54315->node37167 node48087 Unternehmen node54315->node48087 node44840 Personalabteilung node44840->node45614 node34332 Ethik node48644->node34332 node51589 Corporate Social Responsibility node48644->node51589 node54032 Industrie 4.0 node54032->node42040 node28662 Dienstleistungen node42040->node28662 node45598 Produktionsfaktoren node42040->node45598 node45377 Produktionsprozess node49466 Währungsrisiko node54371 Digitaler Zwilling node54371->node45614 node45614->node45377 node45614->node49466 node39592 Kommunikationspolitik node37167->node39592 node54080 Wirtschaft node54080->node48644 node54080->node42040 node54080->node48087 node52604 Personalentwicklung node52604->node48087 node48087->node45598 node35481 Führungsgrundsätze node35481->node37167 node52673 Soziale Medien node52673->node37167 node54195 Digitalisierung node54195->node48644 node54195->node37167 node54195->node48087
      Mindmap Kollaborationsroboter Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kollaborationsroboter-54315 node54315 Kollaborationsroboter node37167 Kommunikation node54315->node37167 node48087 Unternehmen node54315->node48087 node45614 Prozess node54315->node45614 node42040 Produktion node54315->node42040 node48644 Wirtschaftsethik node54315->node48644

      News SpringerProfessional.de

      Zeitschriften

      Bendel, O.: Co-Robots und Co. – Entwicklungen und Trends bei Industrierobotern
      25. Jg., Nr. 9, 2017, S. in: Netzwoche, S. 4-5.

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Bücher auf springer.com

      Sachgebiete