Direkt zum Inhalt

Sozialbilanz

Definition

freiwillige Form einer systematischen und regelmäßigen Berichterstattung, die dazu dient, Informationen über die gesellschaftlich positiven und/oder negativen Auswirkungen von Unternehmensaktivitäten zu veröffentlichen.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: freiwillige Form einer systematischen und regelmäßigen Berichterstattung, die dazu dient, Informationen über die gesellschaftlich positiven und/oder negativen Auswirkungen von Unternehmensaktivitäten zu veröffentlichen.

    2. Charakterisierung: Die verschiedenen Sozialbilanzkonzepte sind Ausdruck des Versuches, den an einzelwirtschaftlichen Zielen ausgerichteten Jahresabschluss durch eine auf gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Ziele bezogene Berichterstattung zu ergänzen. Das klassische Rechnungswesen von Unternehmen wird als instrumentelle Grundlage für unzulänglich gehalten, sowohl für die unternehmensinterne Planung, Realisierung und Kontrolle einer sozialverantwortlichen Unternehmenspolitik als auch für Versuche einer darauf abzielenden externen Steuerung und Kontrolle des Unternehmensgeschehens. Gesucht wurde und wird nach einem brauchbaren Informations-, Planungs- und Rechnungslegungsinstrumentarium für Unternehmen zur Verwirklichung einer sozialverantwortlichen Unternehmenspolitik und - im Zusammenhang damit - nach einer neuen Bestimmung des Unternehmenserfolges.

    3. Die Praxis der Sozialbilanzierung in der Bundesrepublik Deutschland reduziert die gesellschaftsorientierte Unternehmensrechnung zum großen Teil auf die quantitativen Daten des Jahresabschlusses, deren Gruppierung bzw. Strukturierung, ergänzt um die verbale Beschreibung bewirkten sozialen Nutzens analog den Empfehlungen des Arbeitskreises „Sozialbilanz-Praxis“ (Zusammenschluss von Unternehmen) von 1977. Danach Gliederung der Sozialbilanz in:
    (1) Sozialbericht: mit statistischem Material angereicherte verbale Darstellung der Ziele, Maßnahmen, Leistungen und - soweit möglich - der Wirkungen gesellschaftsbezogener Aktivitäten der Unternehmen;
    (2) Wertschöpfungsrechnung: Ausweis des innerhalb einer Periode geschaffenen betrieblichen Wertzuwachses sowie dessen Verteilung (Wertschöpfung);
    (3) Sozialrechnung: Darstellung der vom Unternehmen geleisteten „gesellschaftsbezogenen“ Aufwendungen bzw. der dem Unternehmen zugeflossenen, direkt erfassbaren „gesellschaftsbezogenen“ Erträge durch Umgruppierung der Daten der GuV und deren Verteilung auf Beziehungsfelder wie Unternehmen und Mitarbeiter, Unternehmen und Staat, Unternehmen und Umwelt. Die Ertragsseite bilden Rückflusskategorien von der Gesellschaft zum Unternehmen wie z.B. Subventionen, Sonderabschreibungen, infrastrukturelle Leistungen etc. Gesellschaftsbezogene Aufwendungen sind z.B. Löhne, freiwillige Sozialleistungen, Steuern, Spenden, Ausgaben für Umweltschutz.

    Diesen Empfehlungen des Arbeitskreises hat der Deutsche Gewerkschaftsbund einen Katalog von arbeitsorientierten Indikatoren bzw. Kennzahlen entgegengesetzt, der die gewerkschaftlichen Forderungen zum Inhalt einer gesellschaftsbezogenen Rechnungslegung von dt. Großunternehmen präzisieren soll.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Sozialbilanz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sozialbilanz-44814 node44814 Sozialbilanz node41890 Jahresabschluss node44814->node41890 node50306 Wertschöpfung node44814->node50306 node53995 Wertschätzendes Management node53995->node50306 node35234 gesellschaftsbezogene Rechnungslegung node35234->node44814 node44287 Stückrechnung node32348 Erfolgsrechnung node44287->node32348 node27031 Bilanztheorien node27031->node32348 node33857 Erfolg node32348->node44814 node32348->node33857 node54080 Wirtschaft node54080->node50306 node37708 Jahresbilanz node41890->node37708 node50704 Value Added node50704->node50306 node28910 Bruttowertschöpfung node50306->node32348 node50306->node28910 node35818 Fehlbetrag node35818->node41890 node35319 Geschäftsvorfälle node35319->node41890 node41412 Konzernabschluss node41412->node41890 node42911 sozialverantwortliche Rechnungslegung node42911->node44814
      Mindmap Sozialbilanz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sozialbilanz-44814 node44814 Sozialbilanz node41890 Jahresabschluss node44814->node41890 node50306 Wertschöpfung node44814->node50306 node32348 Erfolgsrechnung node32348->node44814 node35234 gesellschaftsbezogene Rechnungslegung node35234->node44814 node42911 sozialverantwortliche Rechnungslegung node42911->node44814

      News SpringerProfessional.de

      • Was Bewerber garantiert abschreckt

        Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep ist simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

      • Big Brother im Büro

        Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch.

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      • Digitalisierung in betrieblicher Altersvorsorge angekommen

        Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der betrieblichen Altersvorsorge angekommen. Die aktuelle Mercer-Studie deckt Details auf und erklärt, wieso sich zwei Drittel der befragten Unternehmen eine digitale Informationsplattform wünschen.

      • Industrie 4.0 – und Schicht im Schacht?

        Je nach Standpunkt und Blickwinkel scheint der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung der Industrie zur Industrie 4.0 positive oder negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzentwicklung zu versprechen. Wirtschaftsforscher haben jetzt eine Gesamtschau versucht.

      • Agile Führung zur Stärkung der Veränderungsintelligenz

        Braucht Agilität überhaupt noch Führung? Oder sind Führung und Agilität nicht ein Widerspruch in sich? Wie das Konzept der Veränderungsintelligenz zeigt, hängt die Antwort vom jeweiligen Agilitätskontext ab, so Gastautorin Antje Freyth.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      RA Dr. Joachim Wichert
      aclanz – Partnerschaft von Rechtsanwälten
      Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die Diskussion über den Wert und die Darstellungsmöglichkeiten der Leistungen privater Unternehmungen für die Gesellschaft gibt es erst wenige Jahre. Sie ist von den Vereinigten Staaten ausgegangen. In der Bundesrepublik wurde erstmals 1973 ein …
      Die Sparda-Bank München eG richtet seit mehreren Jahren ihr gesamtes wirtschaftliches Tun intensiv nach nachhaltigen Kriterien aus. Eine Bank, die Rechenschaft darüber ablegt, wie ihr wirtschaftliches Handeln auf die Welt wirkt, in der sie …
      Das Marketing ist unbestritten einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Unternehmensberatung. ROLAND BERGER fokussiert diesen Erfolgsfaktor sogar ausschließlich auf das Branding, also auf eine gut eingeführte Marke [vgl. BERGER 2004, S. 10 ff.].

      Sachgebiete