Direkt zum Inhalt

Betreuungsgeld

Definition

Sozialleistung für Eltern von Kindern im Alter von 1 bis unter 3 Jahren, die ab August 2013 gewährt wird, falls für das Kind keine öffentlich geförderte Tagesbetreuung in Anspruch genommen wird (Sicherung der Familie und von Kindern).

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Sozialleistung nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) i.d.F. vom 15.2.2013 (BGBl. I 254) m.spät.Änd. für Eltern von Kindern im Alter von 1 bis unter 3 Jahren. Die Einführung dieses Instruments der Familienpolitik (Sicherung der Familie und von Kindern) war in Politik und Öffentlichkeit lange Zeit umstritten. Nach Verabschiedung der erforderlichen Gesetzesänderung durch den Bundestag im November 2012 wurde das Betreuungsgeld seit August 2013 für ab dem 1.8.2012 geborene Kinder gewährt. Durch Urteil vom 21. Juli 2015 hat das Bundesverfassungsgericht die Nichtigkeit der Regelungen über das Betreuungsgeld wegen fehlender Gesetzgebungskompetenz des Bundes festgestellt (1 BvF 2/13). Diskutiert wurde, ob die Länder ein Betreuungsgeld einführen und ob den Ländern vom Bund dafür die Kosten erstattet werden können und sollen. Lediglich Bayern hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht (Bayerisches Betreuungsgeldgesetz (BayBtGG) vom 14. Juni 2016, Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt 2016, S. 94). 2. Voraussetzungen: Anspruchsberechtigte mussten in der Bundesrepublik Deutschland wohnen, mit dem Kind in einem Haushalt leben und das Kind selbst betreuen oder erziehen. Entscheidend war darüber hinaus, dass für das Kind keine öffentlich geförderte Kinderbetreuung, insbes. keine Betreuung in Tageseinrichtungen oder in Kindertagespflege nach § 24 SGB VIII in Anspruch genommen wurde. Ausnahmen bestanden, sofern die Eltern krank, behindert oder verstorben sind.

    Der Anspruch bestand vom ersten Tag des 15. Lebensmonats (bzw. im Anschluss an die Gewährung von Elterngeld) für maximal 22 Monate bis längstens zur Vollendung des 36. Lebensmonats des Kindes.

    3. Höhe: Die Höhe des Betreuungsgeldes betrugt 150 Euro je Kind im Monat. Bei Einführung der Leistung wurden bis einschließlich Juli 2014 zunächst nur 100 Euro je Kind im Monat gewährt. Alternativ zur Inanspruchnahme als Geldleistung könnten die Eltern auch eine Leistung zur ergänzenden, privaten Altersvorsorge oder zur Ersparnis für die Ausbildung des Kindes wählen. In diesen Fällen erhöhte sich die Leistung um 15 Euro je Kind im Monat.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Betreuungsgeld Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/betreuungsgeld-53858 node53858 Betreuungsgeld node43222 Sicherung der Familie ... node53858->node43222 node51234 Elterngeld node53858->node51234 node46058 soziale Sicherung node43222->node46058 node36000 Elternzeit node43222->node36000 node40897 Kinderbetreuung node40897->node43222 node39902 Kindergartenplatzgarantie node39902->node43222 node51234->node43222 node29581 Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) node51234->node29581 node41685 Kindererziehungszeit node51234->node41685 node42182 Sozialgerichtsbarkeit node51234->node42182 node34743 Familienleistungsausgleich node34743->node53858 node34743->node43222 node34142 Familienlastenausgleich node34743->node34142 node41706 Kinderfreibetrag node34743->node41706 node38867 Kindergeld node34743->node38867
      Mindmap Betreuungsgeld Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/betreuungsgeld-53858 node53858 Betreuungsgeld node43222 Sicherung der Familie ... node53858->node43222 node51234 Elterngeld node53858->node51234 node34743 Familienleistungsausgleich node34743->node53858

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Martin Werding
      Ruhr-Universität Bochum,Lehrstuhl für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen, Fakultät für Sozialwissenschaft
      Prof. Dr. Joachim Becker
      Humboldt-Universität zu Berlin
      Richter am Sozialgericht, Wiesbaden

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Für die Einführung des Betreuungsgeldes sprechen aus Sicht der Befürworter viele Argumente: mehr Wahlfreiheit, Anerkennung der Betreuungsleistung von Eltern, Ausgleich für die Nichtinanspruchnahme von Leistungen und eine Verbesserung des Kindeswohls.
      Zum 1.1.2007 wurde das Elterngeld eingeführt. Ziel war es, gerade berufstätigen Eltern den Schritt zur Familiengründung finanziell zu erleichtern.Was vielen nicht bewusst ist: Die Zahlung des Elterngeldes kann auch steuerliche Folgen haben.Umgekehrt
      Kinder sind in Deutschland überproportional von Armut bedroht und Familien sind trotz der guten wirtschaftlichen Lage zunehmend auf Leistungen des SGB II angewiesen. Die Bundesregierung möchte den Kinderzuschlag zu einer Grundsicherung ausbauen …

      Sachgebiete