Direkt zum Inhalt

Elterngeld

Definition

Sozialleistung nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG)  für alle Mütter oder Väter für die Dauer von bis zu 14 Monaten nach der Geburt des Kindes (Sicherung der Familie und von Kindern).

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Sozialleistung nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) i.d.F. vom 5.12.2006 (BGBl. I 2748) m.spät.Änd. für alle Mütter oder Väter für die Dauer von bis zu 28 Monaten nach der Geburt des Kindes (Sicherung der Familie und von Kindern). Die Regelungen über das Elterngeld, die am 1.1.2007 in Kraft getreten sind, lösen die Regelungen über das Erziehungsgeld (Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) i.d.F. vom 9.2.2004 (BGBl. I 206) m.spät.Änd. ab.

    1. Voraussetzungen für das Elterngeld: a) Anspruchsberechtigte(r) muss in der Bundesrepublik Deutschland wohnen, mit dem Kind in einem Haushalt leben, das Kind selbst betreuen oder erziehen und keine oder keine volle (bis maximal 30 Wochenstunden) Erwerbstätigkeit ausüben. Für bestimmte Personengruppen besteht Anspruch auf Elterngeld auch im Ausland (z.B. bei Entsendung, Abordnung, Versetzung oder Kommandierung; Entwicklungshelfern).

    Für den Anspruch eines Ausländers, der nicht der EU angehört, ist weitere Voraussetzung, dass er im Besitz einer Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis ist. Anspruchsberechtigung nur, solange diese Voraussetzungen auch vorliegen. Anspruch besteht vom Tag der Geburt bis längstens zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes. Die einzelnen Monatsbeträge des Elterngeldes werden nur einem Anspruchsberechtigten gewährt (Ehegatten können bestimmen, wer für welche Monate Elterngeld erhalten soll; Wechsel der Anspruchsberechtigung möglich).

    b) Höhe: Die Höhe des Elterngeldes beträgt zwischen 65 und 67 Prozent des in den letzten zwölf Monaten vor dem Monat der Geburt erzielten durchschnittlichen monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit oder des Differenzbetrages aus dem nach der Geburt durchschnittlich erzielten Einkommens aus Erwerbstätigkeit im Vergleich zu dem vor der Geburt durchschnittlich erzielten Einkommen aus Erwerbstätigkeit, mindestens aber 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Das Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet. Bei mehreren Kindern kann sich das Elterngeld erhöhen.

    2. Sozialversicherung: Vor der Geburt des Kindes in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte bleiben während des Bezuges von Elterngeld beitragsfrei weiterversichert. Die Beitragsfreiheit erstreckt sich jedoch nicht auf weitere Einnahmen, aus denen bereits vor dem Elterngeldbezug Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zu entrichten waren. Sicherung in der Rentenversicherung durch die Kindererziehungszeit.

    3. Elterngeld wird nur auf Antrag gewährt. Die Leistung erfolgt höchstens für drei Monate vor der jeweiligen Antragstellung.

    4. Rechtsweg für Streitigkeiten eröffnet zu den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Elterngeld Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/elterngeld-51234 node51234 Elterngeld node42182 Sozialgerichtsbarkeit node51234->node42182 node43222 Sicherung der Familie ... node51234->node43222 node41685 Kindererziehungszeit node51234->node41685 node33234 Erziehungsgeld node51234->node33234 node29581 Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) node51234->node29581 node27273 Berücksichtigungszeiten node27273->node41685 node42954 Pauschgebühr node27823 Bundessozialgericht (BSG) node39731 Landessozialgericht node43854 Sozialgericht node42182->node42954 node42182->node27823 node42182->node39731 node42182->node43854 node44142 Rentenreform node44142->node41685 node32365 Erziehungszeiten node32365->node41685 node34042 Entgeltpunkte node36000 Elternzeit node43222->node36000 node46058 soziale Sicherung node43222->node46058 node41685->node34042 node33234->node43222 node33234->node29581 node39902 Kindergartenplatzgarantie node39902->node43222 node40897 Kinderbetreuung node40897->node43222 node36000->node51234 node42647 Sozialleistungen node42647->node51234 node42647->node33234
      Mindmap Elterngeld Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/elterngeld-51234 node51234 Elterngeld node43222 Sicherung der Familie ... node51234->node43222 node29581 Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) node51234->node29581 node41685 Kindererziehungszeit node51234->node41685 node42182 Sozialgerichtsbarkeit node51234->node42182 node33234 Erziehungsgeld node33234->node51234

      News SpringerProfessional.de

      • Was Bewerber garantiert abschreckt

        Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep ist simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

      • Big Brother im Büro

        Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch.

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      • Digitalisierung in betrieblicher Altersvorsorge angekommen

        Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der betrieblichen Altersvorsorge angekommen. Die aktuelle Mercer-Studie deckt Details auf und erklärt, wieso sich zwei Drittel der befragten Unternehmen eine digitale Informationsplattform wünschen.

      • Industrie 4.0 – und Schicht im Schacht?

        Je nach Standpunkt und Blickwinkel scheint der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung der Industrie zur Industrie 4.0 positive oder negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzentwicklung zu versprechen. Wirtschaftsforscher haben jetzt eine Gesamtschau versucht.

      • Agile Führung zur Stärkung der Veränderungsintelligenz

        Braucht Agilität überhaupt noch Führung? Oder sind Führung und Agilität nicht ein Widerspruch in sich? Wie das Konzept der Veränderungsintelligenz zeigt, hängt die Antwort vom jeweiligen Agilitätskontext ab, so Gastautorin Antje Freyth.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Joachim Becker
      Humboldt-Universität zu Berlin
      Richter am Sozialgericht, Wiesbaden

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die meisten jungen Väter und Mütter in Deutschland wünschen sich eine gleichberechtigte(re) Teilhabe beider Partner in der Erwerbs- und Familienarbeit. Die gelebte Arbeitsteilung vieler Paare sieht jedoch oft anders aus. Die Bundesregierung reagiert …
      Der Beitrag geht der Frage nach, wie der familienpolitische Paradigmenwechsel der Elterngeldreform möglich war und welche Rolle demografische Ziele gespielt haben. Dazu wird der Reformprozess des 2006 verabschiedeten Bundeselterngeld-und …