Direkt zum Inhalt

Mutterschaftsgeld

Definition

Geldleistung an Frauen während der Mutterschutzfristen durch die Krankenkasse oder den Bund.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Geldleistung an Frauen während der Mutterschutzfristen durch die Krankenkasse oder den Bund (§ 13 des Mutterschutzgesetzes [MuSchG] i.d.F. vom 20.6.2002 [BGBl. I 2318] m.spät.Änd.).

    2. Mutterschutzgeld in Höhe des Netto-Arbeitsentgelts: a) Voraussetzung: Laufendes Mutterschutzgeld erhalten Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse, die bei Beginn der Schutzfrist nach § 3 II MuSchG (sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Tag der Entbindung) in einem Arbeitsverhältnis stehen oder in Heimarbeit beschäftigt sind oder deren Arbeitsverhältnis während ihrer Schwangerschaft vom Arbeitgeber zulässig aufgelöst worden ist, sofern sie in der Zeit vom Beginn des zehnten bis zum Ende des vierten Monats vor der Entbindung mind. zwölf Wochen pflichtversichert waren und in einem Arbeitsverhältnis gestanden haben von der gesetzlichen Krankenkasse. Ist zu Beginn der Schutzfrist nach § 3 II MuSchG kein Versicherungsverhältnis gegeben, so richtet sich der Anspruch auf Mutterschutzgeld nach § 13 II MuSchG und die Leistung geht in voller Höhe zulasten des Bundes.

    b) Dauer: Mutterschutzgeld wird für sechs Wochen vor der Entbindung und für acht Wochen, bei Früh- und Mehrlingsgeburten für zwölf Wochen nach der Entbindung gezahlt; anschließend Elternzeit mit Elterngeld (vgl. Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz [BEEG] vom 2.12.2006 [BGBl. I, 2748] m.spät.Änd.). Der Anspruch auf Mutterschutzgeld endet mit dem Tod der Versicherten.

    c) Höhe: Als Mutterschutzgeld wird das um die gesetzlichen Abzüge verminderte durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist gewährt. Es beträgt höchstens 13 Euro für den Kalendertag. Einmalige Zuwendungen sowie Tage, an denen infolge Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis kein oder ein vermindertes Arbeitsentgelt erzielt wurde, bleiben außer Betracht.

    Ist danach eine Berechnung nicht möglich, so ist das durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt einer gleichartig Beschäftigten zugrunde zu legen.

    d) Zuschuss zum Mutterschaftgeld (§ 14 MuSchG): Das Mutterschutzgeld für versicherte Arbeitnehmerinnen und nichtversicherte Arbeitnehmerinnen ist auf höchstens 13 Euro für den Kalendertag begrenzt. Sofern das durchschnittliche kalendertägliche Netto-Arbeitsentgelt den Betrag von 13 Euro übersteigt, erhalten diese Frauen den übersteigenden Betrag als Zuschuss von ihrem Arbeitgeber. Diese Regelung verstieß wie das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 18.11.2003 festgestellt hat gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter (Art. 3 II GG). Der Gesetzgeber hatte bis zum Ende des Jahres 2005 eine grundgesetzkonforme Regelung zu treffen. Bis dahin blieb § 14 I MuSchG weiterhin anwendbar. Der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts hat der Gesetzgeber ab 1.1.2006 dadurch Rechnung getragen, dass er das Umlageverfahren für die Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft auf alle Arbeitgeber (ausgenommen landwirtschaftliche Unternehmungen mit ausschließlich mitarbeitenden Familienangehörigen und Dienststellen sowie diesen gleichgestellte militärische Einrichtungen nach genauerer Bestimmung nach § 11 II des Aufwendungsausgleichsgesetzes vom 22.12.2005 [BGBl. I 3686] m.spät.Änd.) ausgedehnt hat. Frauen, deren Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft vom Arbeitgeber zulässig aufgelöst wurde, erhalten den Zuschuss zulasten des Bundes von der für die Zahlung des Mutterschaftsgeld zuständigen Krankenkasse.

    3. Mutterschaftgeld in Höhe des Krankengeldes: a) Voraussetzung: Nach § 200 II Satz 6 RVO erhalten andere Versicherte Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes. Hierzu gehören z.B. versicherungspflichtige Selbstständige, freiwillig versicherte Frauen mit Anspruch auf Krankengeld, die in keinem Arbeitsverhältnis stehen, sowie arbeitslose Frauen.

    b) Dauer: analog zu 1 a).

    c) Höhe: Mutterschaftsgeld nach § 200 II Satz 6 RVO wird in Höhe des Krankengeldes gewährt.

    4. Sonstiges: a) Anspruch auf laufendes Mutterschaftsgeld entsteht mit jedem Tag, an dem die Voraussetzungen erfüllt sind, frühestens mit Beginn der Schutzfrist nach § 3 II MuSchG. Für die Dauer des Anspruchs auf laufendes Mutterschaftsgeld wird Krankengeld nicht gewährt; das als einmalige Leistung zu gewährende Mutterschaftsgeld hat diese Wirkung nicht. Der Anspruch auf laufendes Mutterschutzgeld ruht, wenn und soweit Arbeitsentgelt gezahlt wird.

    b) Mutterschaftsgeld nach dem Mutterschutzgesetz ist steuerfrei (§ 3 Nr. 1d EStG), unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt (§ 32b I c EStG).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Mutterschaftsgeld Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/mutterschaftsgeld-37018 node37018 Mutterschaftsgeld node36000 Elternzeit node37018->node36000 node43107 Progressionsvorbehalt node37018->node43107 node38386 Mutterschutz node37018->node38386 node51234 Elterngeld node37018->node51234 node32017 Doppelbesteuerung node32017->node43107 node27070 BVA node27299 Bundesversicherungsamt (BVA) node27070->node27299 node30677 Bundesoberbehörde node27299->node37018 node27299->node30677 node39909 Krankengeld node27044 Barleistungen node27044->node37018 node27044->node39909 node47976 unselbstständige Arbeit node47976->node43107 node50637 Welteinkommensprinzip node50637->node43107 node53086 Lohnersatzleistungen node36000->node38386 node36000->node51234 node29059 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) node36000->node29059 node43222 Sicherung der Familie ... node36000->node43222 node43107->node53086 node42182 Sozialgerichtsbarkeit node41685 Kindererziehungszeit node29581 Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) node51234->node42182 node51234->node41685 node51234->node29581 node51234->node43222 node27712 Bundesversicherungsanstalt für Angestellte ... node27712->node27299
      Mindmap Mutterschaftsgeld Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/mutterschaftsgeld-37018 node37018 Mutterschaftsgeld node36000 Elternzeit node37018->node36000 node51234 Elterngeld node37018->node51234 node43107 Progressionsvorbehalt node37018->node43107 node27044 Barleistungen node27044->node37018 node27299 Bundesversicherungsamt (BVA) node27299->node37018

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Joachim Becker
      Humboldt-Universität zu Berlin
      Richter am Landessozialgericht, Darmstadt
      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
      RA Dr. Joachim Wichert
      aclanz – Partnerschaft von Rechtsanwälten
      Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Mieter, der auf die Kunden eine überdurchschnittliche Anziehungskraft ausübt und bei einer dauerhaften Marktpositionierung der Immobilie eine große Rolle spielt. Dies kann bei Büroimmobilien auch ein Kreditinstitut oder eine Versicherung sein. Aufgab
      Der nationale, gesetzliche Mindesturlaub für Arbeitnehmer bestimmt sich nach dem BUrlG. Dieses gibt mit seinem in § 1 BUrlG verankerten Anspruch eines jeden Arbeitnehmers auf bezahlten Jahresurlaub einen Mindeststandard vor, welcher häufig durch …

      Sachgebiete