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LM-Kurve

Definition

Die LM-Kurve kennzeichnet in der Makroökonomik die Gleichgewichtskurve des gesamtwirtschaftlichen Geldmarktes. Dabei ist die Geldnachfrage neben dem Zins entweder noch vom Einkommen (traditioneller Keynesianismus) oder vom Konsum (Neukeynesianismus) abhängig.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    LM-Gleichung; 1. Begriff: In der Makroökonomik Bezeichnung für die Gleichgewichtskurve des gesamtwirtschaftlichen Geldmarktes. Dabei wird der Geldmarkt als fiktiver Markt aufgefasst, der sich spiegelbildlich zum gesamtwirtschaftlichen Wertpapiermarkt verhält. – 2. Bedeutung: a) Im traditionellen Keynesianismus ist die LM-Kurve Bestandteil makroökonomischer Totalmodelle, die den monetären Sektor einer Volkswirtschaft beschreibt und zusammen mit der IS-Kurve die Nachfrageseite repräsentiert. Die LM-Kurve ist dadurch charakterisiert, dass dem realen Geldangebot eine gleich große reale Geldnachfrage gegenübersteht, die in positiver Weise vom Realeinkommen und in negativer Weise vom Wertpapierzins abhängig ist. Dabei wird das Geldangebot in traditionellen makroökonomischen Totalmodellen als Steuerungsinstrument der Zentralbank aufgefasst, sodass die Geldmenge eine exogene und der Zins eine endogene Variable der LM-Kurve darstellt.

    Vgl. auch makroökonomische Totalmodelle geschlossener Volkswirtschaften, Nachfrageseite; Totalmodelle offener Volkswirtschaften, Nachfrageseite.

    b) In der Neukeynesianischen Makroökonomik lässt sich eine Geldnachfragefunktion aus einem intertemporalen Nutzenmaximierungsansatz eines repräsentativen Haushalts ableiten, sofern die Realkassenhaltung als nutzenstiftend angesehen wird. Es ergibt sich dann eine einzelwirtschaftliche und gesamtwirtschaftliche Geldnachfragefunktion, die in negativer Weise vom Konsum (und nicht mehr vom Einkommen) abhängig ist. In der resultierenden LM-Kurve wird dann i.d.R. nicht mehr die Geldmenge, sondern der Zins als exogene Variable und damit als relevante Instrumentvariable der Zentralbank aufgefasst. Da der Zins gleichzeitig Bestandteil der neukeynesianischen IS-Gleichung ist, wird in neukeynesianischen Modellen häufig auf die explizite Modellierung einer eigenständigen LM-Kurve verzichtet. Die Neukeynesianische Makroökonomik wird daher auch als Makroökonomik ohne LM-Kurve bezeichnet. 

    Vgl. zugehöriger Schwerpunktbeitrag Makroökonomische Totalmodelle geschlossener Volkswirtschaften.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Werner Wohltmann
      Universität Kiel,
      Institut für Volkswirtschaftslehre
      Lehrstuhlinhaber

      Zeitschriften

      Wohltmann, H.-W./Winkler, R.: Das Grundmodell der neukeynesianischen Makroökonomik
      37, Düsseldorf, 2008, S. in: Das Wirtschaftsstudium, S. 1210-1220

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Sachgebiete