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reale Außenwirtschaftstheorie

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    reine Außenwirtschaftstheorie, güterwirtschaftliche Außenwirtschaftstheorie; 1. Begriff: Teilbereich der Außenwirtschaftstheorie, in dem von der Existenz des Geldes abstrahiert wird.

    Gegensatz: monetäre Außenwirtschaftstheorie.

    Die reale Außenwirtschaftstheorie behandelt folgende Problembereiche:
    (1) Erklärung der Handelsstruktur.
    (2) Untersuchung der Wohlfahrtswirkungen des internationalen Handels (Gains-from-Trade-Theorem), wie auch der internationalen Faktorbewegungen.
    (3) Erklärung der internationalen Tauschverhältnisse (Terms of Trade) und deren Bedeutung für die Wohlfahrtswirkungen des internationalen Handels.
    (4) Klärung der Frage, ob und unter welchen Bedingungen der internationale Güterhandel zu internationalem Faktorpreisausgleich führt.
    (5) Analyse der Wirkung von wirtschaftspolitisch motivierten Beeinflussungen des internationalen Handels durch künstliche - tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse - (Handelspolitik).
    (6) Untersuchung der Konsequenzen des internationalen Güterhandels bzw. internationalen Faktorwanderungen, sowie deren wirtschaftspolitischen Beeinflussung, für die Einkommensverteilung innerhalb eines Landes.
    (7) Erklärung der empirisch beobachtbaren Formen der Protektion durch eine ökonomische Analyse des politischen Prozesses.

    Methoden: Bei der Beschäftigung mit diesen Problemen setzt die reale Außenwirtschaftstheorie mikroökonomische Methoden ein, und dabei wiederum vorwiegend die Theorie des allgemeinen Gleichgewichts (auch Totalanalyse). Diese unterscheidet sich von der Partialanalyse durch die Berücksichtigung der für die gesamte Volkswirtschaft gegebenen Knappheit der Produktionsfaktoren. Dadurch entsteht typischerweise ein komplexes System der Interdependenz aller Güter- und Faktormärkte, die in der Partialanalyse jeweils isoliert betrachtet werden. Nachdem die reale Außenwirtschaftstheorie sich vorwiegend den Fragen der effizienten Allokation von knappen Faktoren widmet, abstrahiert sie ferner weitgehend von Problemen der Preisstarrheit, die ihrerseits oft Ursache von Unterbeschäftigung sind. Aus der Abstraktion von der Existenz des Geldes ergibt sich zwangsläufig, dass die reale Außenwirtschaftstheorie den internationalen Tausch von Finanzaktiva (internationaler Kapitalverkehr) nicht betrachtet.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Carsten Weerth
      Hauptzollamt Bremen
      Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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