Direkt zum Inhalt

Selbstverwaltung

Definition

Verwaltung der eigenen Angelegenheiten gewisser Körperschaften des öffentlichen Rechts durch selbstständige und selbstverantwortliche eigene Organe und unabhängig von Weisungen übergeordneter staatlicher Behörden, aber unter Staatsaufsicht hinsichtlich Rechtmäßigkeit (nicht Zweckmäßigkeit) der verwaltenden Maßnahmen.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Allgemein
    2. Health Care Management

    Allgemein

    1. Verwaltung der eigenen Angelegenheiten gewisser Körperschaften des öffentlichen Rechts durch selbstständige und selbstverantwortliche eigene Organe und unabhängig von Weisungen übergeordneter staatlicher Behörden, aber unter Staatsaufsicht hinsichtlich Rechtmäßigkeit (nicht Zweckmäßigkeit) der verwaltenden Maßnahmen.

    Anders: Auftragsverwaltung. Das Recht zur Selbstverwaltung ist grundlegend für die Gemeindeverfassung und in der Bundesrepublik Deutschland den Gemeinden und Gemeindeverbänden durch Art. 28 GG gewährleistet. Bei Verletzung des Rechts zur Selbstverwaltung ist eine Kommunal-Verfassungsbeschwerde möglich (Art. 93 I Nr. 4b GG).

    2. Selbstverwaltung der Wirtschaft: Verbände.

    3. Selbstverwaltung (niedergelassener) Ärzte und Zahnärzte: Die beiden zentralen Organisationen zur Wahrnehmung der Selbstverwaltungsaufgabe der niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte sind die Ärztekammern und die Kassenärztliche Vereinigung (KV); sie sind auch wesentliche Bestandteile der sozialen Sicherung in Deutschland. Es entspricht dem föderativen Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland, dass es gesondert in jedem Bundesland eigenständige Landesärztekammern und  - in ähnlicher Weise strukturiert   - kassenärztliche Vereinigungen gibt.

    Health Care Management

    1. Begriff: ist ein Grundprinzip der dt. Sozialversicherung. Die Selbstverwaltung nimmt Aufgaben des öffentlichen Interesses wahr, die andernfalls durch den Staat direkt erfüllt werden müssten. Die Organe der Selbstverwaltung sind durch den Gesetzgeber mit der Sicherung der Versorgung im Bedarfsfall beauftragt. Grundzüge der Selbstverwaltung sind die Pflichtmitgliedschaft und die Aufsicht durch den Staat. Einrichtungen der Selbstverwaltung sind Körperschaften öffentlichen Rechts.

    2. Umsetzung im dt. Gesundheitswesen: Die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens  teilt sich in mehrere Teilbereiche auf. Die ärztliche und zahnärztliche Selbstverwaltung werden durch die zuständigen Kammern realisiert. Die Vertrags(zahn-)ärzte werden durch die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen und Bundesvereinigungen vertreten. Bis 2008 wurden die Krankenkassen durch sieben Spitzenverbände verwaltet. Um ein wesentliches Ziel des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (GKV-WSG), den Abbau der Bürokratie im Gesundheitswesen, zu realisieren, wurden die sieben Spitzenverbände der Krankenkassen zum 1.7.2008 zum Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) zusammengefasst. Dieser vertritt die GKV auf der Bundesebene und seine Entscheidungen gelten für alle Landesverbände und alle Versicherten. Die Mitglieder der Selbstverwaltungsstruktur der einzelnen Krankenkassen werden durch Sozialwahlen ermittelt. Dazu zählen Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber (Ausnahme: Ersatzkassen - ohne Arbeitgeber). Diese Vertreter bilden gemeinsam den Verwaltungsrat, der den Vorstand kontrolliert und grundsätzliche Entscheidungen (z.B. Erhebung eines Zusatzbeitrags) fällt. Ab dem 1.1.2011 wird der GKV-Spitzenverband an der Umsetzung einer bundeseinheitlichen Beitragseinzugspraxis aller Sozialversicherungsbeiträge, durch die Empfehlung der Weiterleitungsstellen, maßgeblich beteiligt sein. Die gemeinsame Selbstverwaltung der GKV wird führend durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) umgesetzt. Neben dem G-BA agieren Bewertungsausschüsse, Zulassungsausschüsse, Prüfungsausschüsse und Schiedsämter in der  gemeinsamen Selbstverwaltung der GKV.

    Abb. 1:

     

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Selbstverwaltung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/selbstverwaltung-43493 node43493 Selbstverwaltung node43428 Selbstverwaltungsangelegenheiten node43493->node43428 node32759 Gemeindeverband node43493->node32759 node34664 Gemeinde node43493->node34664 node29566 Auftragsverwaltung node43493->node29566 node39864 Körperschaft des öffentlichen ... node43493->node39864 node34279 Gebietskörperschaft node32759->node34279 node32759->node34664 node41009 Landkreis node32759->node41009 node28163 Bagatellsteuern node28163->node34664 node39729 Kommunalkredit node37042 Kommunalbetrieb node41406 Kommunalaufsicht node34664->node39729 node34664->node37042 node34664->node41406 node29953 Ausgabenlast node29953->node29566 node29521 Bundesaufsicht node29521->node29566 node42035 oberste Bundesbehörden node45422 Rechtsaufsicht node45422->node43493 node30111 Dienstaufsicht node45422->node30111 node34607 Fachaufsicht node45422->node34607 node47011 Verwaltung node45422->node47011 node29566->node43428 node29566->node42035 node50847 Versicherungsträger node50847->node39864 node52839 Baulast node52839->node39864 node43909 Staatsaufsicht node43909->node39864 node27274 Anstalt node39864->node27274
      Mindmap Selbstverwaltung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/selbstverwaltung-43493 node43493 Selbstverwaltung node39864 Körperschaft des öffentlichen ... node43493->node39864 node29566 Auftragsverwaltung node43493->node29566 node34664 Gemeinde node43493->node34664 node32759 Gemeindeverband node43493->node32759 node45422 Rechtsaufsicht node45422->node43493

      News SpringerProfessional.de

      • Was Arbeit in Europa kostet

        Für eine Arbeitsstunde zahlt die deutsche Wirtschaft durchschnittlich 34,1 Euro. Doch bei den Arbeitskosten gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede: Es geht noch teurer – aber auch viel billiger.

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Volker Eric Amelung
      Medizinische Hochschule Hannover,
      Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
      Professor
      Prof. Dr. Axel Mühlbacher
      Hochschule Neubrandenburg,
      IGM Institut Gesundheitsökonomie und Medizinmanagement,
      Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management
      PD Dr. Christian Krauth
      Medizinische Hochschule Hannover,
      Abt. Epidemiologie, Sozialmedizin und
      Gesundheitssytemforschung
      Leiter des Arbeitsbereichs Gesundheitsökonomie
      Prof. Dr. Martin Werding
      Ruhr-Universität Bochum,
      Lehrstuhl für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen, Fakultät für Sozialwissenschaft
      Jan-Hendrik Krumme
      Sekretariat der Kultusministerkonferenz
      Referatsleiter Personalwesen, Organisation, Rechts- und Grundsatzangelegenheiten

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Katharina van Elten untersucht in ihrer vergleichenden Analyse, wie Professionsidentitäten die Unterstützung der in die Kritik geratenen Kammern beeinflussen. Die Autorin zeigt, warum Professionsvorstellungen und soziale Vergemeinschaftung für die …
      Die vorliegende Studie befasste sich mit einem Vergleich der Sinngebung der berufsständischen und wirtschaftlichen Selbstverwaltung aus Binnenperspektive. Ausgangspunkt war der Befund, dass die funktionale Selbstverwaltung als ‚alte‘ Form der …

      Sachgebiete