Direkt zum Inhalt

Beamter

Definition

im beamtenrechtlichen Sinn Bediensteter, der zum Staat oder einer anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaft mit Dienstherrnfähigkeit in einem bes. gesetzlich geregelten öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis steht. Das Beamtenverhältnis wird begründet durch den hoheitlichen Formalakt der Ernennung, die durch Aushändigen einer Ernennungsurkunde erfolgt.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Im beamtenrechtlichen Sinn Bediensteter, der zum Staat oder einer anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaft mit Dienstherrnfähigkeit in einem bes. gesetzlich geregelten öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis steht. Das Beamtenverhältnis wird begründet durch den hoheitlichen Formalakt der Ernennung, die durch Aushändigen einer Ernennungsurkunde erfolgt. Die Berufung in das Beamtenverhältnis ist nur zulässig zur Wahrnehmung hoheitsrechtlicher Aufgaben oder solcher Aufgaben, die aus Gründen der Sicherung des Staates oder des öffentlichen Lebens nicht ausschließlich Personen übertragen werden dürfen, die in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis stehen. Als Statusformen des Beamtenverhältnisses kommen in Betracht: Beamter auf Widerruf, auf Probe, auf Zeit, auf Lebenszeit und als Ehrenbeamter. Das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit bildet die Regel. Die sog. Wahlbeamten (z.B. hauptamtliche Bürgermeister) sind Beamten auf Zeit. Je nach Vorbildung oder Funktion werden die Beamten in der Regel nach Laufbahngruppen eingestuft: Beamten des einfachen, des mittleren, des gehobenen und des höheren Dienstes. Anders als das privatrechtliche Vertragsverhältnis, das mit den öffentlichen Angestellten und Arbeitern besteht, ist das Beamtenverhältnis durch Rechtsvorschriften geregelt.

    2. Rechtsgrundlagen: Aufgrund der im Rahmen der Föderalismusreform I vorgenommenen Änderungen des Grundgesetzes (Gesetz vom 28.8.2006 [BGBl. I 2034]) ist die Rahmenkompetenz des Bundes entfallen. Nach Art. 74 I Nr. 27 GG hat der Bund nunmehr die Kompetenz zur Regelung der Statusrechte und Pflichten der Angehörigen des öffentlichen Dienstes der Länder, Gemeinden und anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Ausnahme der Laufbahnen, Besoldung und Versorgung. Von dieser Kompetenz hat er mit der Verabschiedung des Beamtenstatusgesetzes vom 17.6.2008 (BGBl. I 1010) m.spät.Änd. Gebrauch gemacht. Das Beamtenstatusgesetz ist vollständig am 1.4.2009 in  Kraft getreten. Gleichzeitig trat das Beamtenrechtsrahmengesetz weitgehend außer Kraft. Die  Länder mussten kurzfristig bis zum 1.4.2009 ihre Landesbeamtengesetze anpassen; ferner ist mittelfristig mit grundlegenden Reformen auf Länderebene zu rechnen (Bayern hat z.B. das Laufbahnrecht radikal vereinfacht und statt der vier Laufbahngruppen eine einzige Leistungslaufbahn eingeführt). Die Rechtsverhältnisse der Bundesbeamten wurden durch das Dienstrechtsneuordnungsgesetz vom 5.2.2009 (BGBl. I S. 160) neu geregelt, dessen Art. 1 eine Neufassung des Bundesbeamtengesetzes enthielt; Art. 2 enthielt nur für die Bundesbeamten eine Novellierung des Bundesbesoldungsgesetzes und Art. 3 - ebenfalls nur für die Bundesbeamten - eine Novellierung des Beamtenversorgungsgesetzes.

    3. Die Besoldung in den Ländern wurde übergangsweise noch durch das Bundesbesoldungsgesetz in der Fassung vor Inkrafttreten der Föderalismusreform I geregelt. Die Föderalismusreform I bewirkt mittelfristig ein Auseinanderdriften der Bezüge, da Bund und Länder jeweils eigenständige Regelungen erlassen dürfen und mittlerweile erlassen haben.

    4. Die Versorgung richtete sich in den Ländern z.T. noch nach dem Beamtenversorgungsgesetz des Bundes in der Fassung vor Inkrafttreten der Föderalismusreform bis zum Inkrafttreten eigener Landesgesetze. Zur Disposition steht die Festlegung der gesetzlichen Altersgrenze.

    5. Für den Krankheitsfall gelten die Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder. Arbeitszeitregelungen finden sich in den Arbeitszeitverordnungen des Bundes und der Länder. Teilzeitbeschäftigung und Urlaub ohne Dienstbezüge aus arbeitsmarktpolitischen Gründen, ebenso wie Ermäßigung der Arbeitszeit und Beurlaubung aus familiären Gründen ist für Männer und Frauen möglich.

    6. Das Beamtenverhältnis endet durch Entlassung (z.B. wenn der Beamte die Entlassung verlangt), durch den Verlust der Beamtenrechte (bei rechtskräftiger Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Tat zu Freiheitsstrafe von mind. einem Jahr), bei Entfernung aus dem Dienst nach den Disziplinargesetzen und durch den Eintritt in den Ruhestand. Politische Beamten können in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Politischer Beamter ist, wer ein Amt bekleidet, bei dessen Ausübung er in fortdauernder Übereinstimmung mit den grundsätzlichen politischen Ansichten und Zielen der Regierung stehen muss. Welche Beamten hierzu gehören, ist im Bundesbeamtengesetz und in den Länderbeamtengesetzen bes. geregelt (z.B. Staatssekretäre, Generalbundesanwalt; vgl. § 36 BBG).

    7. Beamter im strafrechtlichen Sinn ist, wer zum Beamten im staatsrechtlichen Sinn ernannt worden ist (§ 11 I 2a StGB).

    8. Beamter im haftungsrechtlichen Sinn ist jedermann, der hoheitlich tätig wird.

    Vgl. auch Amtshaftung.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Beamter Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/beamter-28838 node28838 Beamter node52227 Föderalismusreform I node28838->node52227 node28605 Besoldung node28838->node28605 node39107 Landesversicherungsanstalt (LVA) node40033 Krankenversicherung node39107->node40033 node35179 Erwerbstätige node45681 Personalstandsstatistik node35179->node45681 node31594 Angestellter node45681->node28838 node45681->node31594 node47640 Witwengeld node47640->node28838 node50320 Waisengeld node47640->node50320 node47640->node28605 node42322 Ruhegeld node50320->node28838 node50320->node42322 node50320->node28605 node38356 Krankenversichertenkarte node38356->node40033 node43068 Pflegeversicherung node43068->node40033 node44201 Sozialversicherung node40033->node28838 node40033->node44201 node33145 Gesetzgebungskompetenz node33145->node52227 node32290 Grundgesetz (GG) node32290->node52227 node28605->node52227 node35328 Erwerbstätigkeitsstatistiken node35328->node45681
      Mindmap Beamter Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/beamter-28838 node28838 Beamter node52227 Föderalismusreform I node28838->node52227 node40033 Krankenversicherung node40033->node28838 node50320 Waisengeld node50320->node28838 node47640 Witwengeld node47640->node28838 node45681 Personalstandsstatistik node45681->node28838

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Jan-Hendrik Krumme
      Sekretariat der Kultusministerkonferenz
      Referatsleiter Personalwesen, Organisation, Rechts- und Grundsatzangelegenheiten

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der Selbstbeschreibung nach gelten Praxen der geschlechtsspezifischen Diskriminierung in modernen Gesellschaften, die sich als aufgeklärt und zivilisiert verstehen, als illegitim. Frauen und Männer werden als grundsätzlich Gleiche angesehen, die …

      Sachgebiete