Direkt zum Inhalt

Experiment

Definition

Versuchsanordnung in der Psychologie und Marktforschung. Planmäßige Erhebung empirischer Sachverhalte zur Prüfung von Hypothesen. Dabei müssen mehrere Arten von Variablen unterschieden werden.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Versuchsanordnung in der Psychologie und Marktforschung.

    1. Begriff: Planmäßige Erhebung empirischer Sachverhalte zur Prüfung von Hypothesen. Dabei müssen mehrere Arten von Variablen unterschieden werden. Die Testvariable oder unabbhängige Variable ist die Variable, deren Einfluss von Interesse ist. Im Beispiel eines neuen Getränks, für das überprüft werden soll, ob eine Einführung lohnend ist, ist das die Variable "Einführung" vs. "Nichteinführung". Die Zielvariable oder abhängige Variable ist die Variable, für die untersucht werden soll, wie sie sich verändert, wenn die Testvariable verändert wird. Im Beispiel kann dies der Marktanteil des neuen Getränks sein. Darüber hinaus gibt es häufig noch intervenierende Variable oder Störvariable, die auch die Zielvariable beeinflussen, deren Einfluss aber nicht interessiert. Das Testdesign legt fest, wie welche Daten erhoben werden. Aufgabe des Testdesigns ist es, den Test so zu gestalten, dass der Einfluss der intervenierenden Variablen entweder zu eliminiert wird oder aber herausgerechnet werden kann.  – 2. Arten: a) Laboratoriums-Experiment: Experiment unter künstlich geschaffenen Bedingungen; Ziel ist es, die intervenierenden Variablen möglichst konstant zu halten Feld-Experiment: Experiment unter normalen sozialen Umweltbedingungen.

    b) Projektive Experiment: Der Forscher schafft von sich aus die Bedingungen, die das zu untersuchende Geschehen beeinflussen; Ex-Post-Facto-Experiment: Im normalen Ablauf der Ereignisse werden nachträglich bereits abgeschlossene Wirkungszusammenhänge rekonstruiert.

    c) Eine weitere Differenzierung der Experimente ergibt sich aus der Kombination der Zahl verwendeter Untersuchungsgruppen (Experimental Group = E, Control Group = C) sowie der Zeitpunkte der Messung (vor Eintritt des Wirkungsfaktors = B, nach Eintritt des Wirkungsfaktors = A):
    (1) EBA-Typ: Die Vorher- und Nachhermessungen werden ausschließlich bei der Experimental Group durchgeführt. Nachteilig ist hier, dass zeitabhängige intervenierende Variable wie z.B. das Wetter nicht herausgerechnet werden können
    (2) CB-EA-Typ: Die Messung vor Eintritt des Wirkungsfaktors wird bei der Kontrollgruppe, die Messung nach Eintritt des Wirkungsfaktors bei der Versuchsgruppe durchgeführt. Nachteilig ist, dass gruppenabhängige Störgrößen wie z.B. andere Soziodemografie der Mitglieder der Experimentalgruppe und der Kontrollgruppe nicht herausgerechnet werden kann
    (3) EBA-CBA-Typ: Dieser Typ entspricht den klassischen Grundsätzen des Experiments. Es erfolgt eine Trennung in Personen, die dem Wirkungsfaktor ausgesetzt waren (Versuchsgruppe), und in solche, die von ihm nicht erreicht wurden (Kontrollgruppe). Für beide Gruppen wird das Untersuchungsmerkmal vor (Vorperiode) und nach (Testperiode) Eintritt des Wirkungsfaktors gemessen. Der Testeffekt ergibt sich dann aus (B/A)/(D/C), wobei A: Zielvariabe Experimentalgruppe Vorperiode, B: Zielvariable Experimentalgruppe Testperiode, C: Zielvariable Kontrollgruppe Vorperiode, D: Zielvariable Kontrollgruppe Testperiode. Ergibt sich hier ein Wert von z.B. 1,24, so besagt dies, dass die Testvariable einen Einfluss von 24 Prozent hat.
    (4) EA-CA-Typ: Hier wird zwar zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe unterschieden, man beschränkt sich aber auf eine Messung des Untersuchungsmerkmals, die zeitlich nach der Auswirkung des Faktors liegt. Nachteilig ist auch hier, dass a priori bestehende Unterschiede zwischen den Gruppen nicht herausgerechnet werden können.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Experiment Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/experiment-33687 node33687 Experiment node44295 Psychologie node33687->node44295 node31947 Erhebung node33687->node31947 node39843 Marktforschung node33687->node39843 node30064 Aufbereitung node30064->node31947 node46094 Posted-Offer-Markt node36287 doppelte Auktion node32239 Experimentelle Wirtschaftsforschung node32239->node33687 node32239->node46094 node32239->node36287 node32315 Entscheidungstheorie node32239->node32315 node47526 Testmarkt node35411 Haushaltspanel node33260 Handelspanel node27180 Behavior Scan node27180->node33687 node27180->node47526 node27180->node35411 node27180->node33260 node48384 Untererfassung node48384->node31947 node50077 Volkszählung node50077->node31947 node31215 Ausprägung node31947->node31215 node39003 Marktberichte node39003->node39843 node39100 Kundenstrukturanalyse node39100->node39843 node37033 Marktuntersuchung node37033->node39843 node38638 Marketingforschung node39843->node38638 node28836 Berufspsychologie node28836->node44295 node28029 Assoziationsforschung node28029->node44295 node27279 Computer Supported Cooperative ... node27279->node44295 node54198 Robotik node54198->node44295
      Mindmap Experiment Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/experiment-33687 node33687 Experiment node44295 Psychologie node33687->node44295 node39843 Marktforschung node33687->node39843 node31947 Erhebung node33687->node31947 node27180 Behavior Scan node27180->node33687 node32239 Experimentelle Wirtschaftsforschung node32239->node33687

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Klaus Wübbenhorst
      GfK SE
      Vorsitzender des Vorstands
      Prof. Dr. Günter W. Maier
      Universität Bielefeld,
      Fakultät für Psychologie, Sportwissenschaften
      Abteilung für Psychologie
      Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie
      Regina Nissen
      IPP-Institut GmbH
      Geschäftsführung

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      In the original publication of the article, the sentence “The ANZCTR is the fifth largest trial registry internationally, with 21,330 registered trials as at January 2018 [5]” in the Introduction section was published incorrectly.
      Patient-reported outcomes (PROs) are direct reports from patients about any aspect of their health, including disease symptoms, treatment side effects (e.g. fatigue, pain), psychosocial issues (e.g. anxiety, depression, fear), functioning (e.g.
      This paper considers the usability of stereoscopic 3D touch displays. For this purpose extensive subjective experiments were carried out and the hand movements of test subjects were recorded using a two-camera setup consisting of a high-speed …

      Sachgebiete