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Experiment

Definition

Versuchsanordnung in der Psychologie und Marktforschung. Planmäßige Erhebung empirischer Sachverhalte zur Prüfung von Hypothesen. Dabei müssen mehrere Arten von Variablen unterschieden werden.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Versuchsanordnung in der Psychologie und Marktforschung.

    1. Begriff: Planmäßige Erhebung empirischer Sachverhalte zur Prüfung von Hypothesen. Dabei müssen mehrere Arten von Variablen unterschieden werden. Die Testvariable oder unabbhängige Variable ist die Variable, deren Einfluss von Interesse ist. Im Beispiel eines neuen Getränks, für das überprüft werden soll, ob eine Einführung lohnend ist, ist das die Variable "Einführung" vs. "Nichteinführung". Die Zielvariable oder abhängige Variable ist die Variable, für die untersucht werden soll, wie sie sich verändert, wenn die Testvariable verändert wird. Im Beispiel kann dies der Marktanteil des neuen Getränks sein. Darüber hinaus gibt es häufig noch intervenierende Variable oder Störvariable, die auch die Zielvariable beeinflussen, deren Einfluss aber nicht interessiert. Das Testdesign legt fest, wie welche Daten erhoben werden. Aufgabe des Testdesigns ist es, den Test so zu gestalten, dass der Einfluss der intervenierenden Variablen entweder zu eliminiert wird oder aber herausgerechnet werden kann.  – 2. Arten: a) Laboratoriums-Experiment: Experiment unter künstlich geschaffenen Bedingungen; Ziel ist es, die intervenierenden Variablen möglichst konstant zu halten Feld-Experiment: Experiment unter normalen sozialen Umweltbedingungen.

    b) Projektive Experiment: Der Forscher schafft von sich aus die Bedingungen, die das zu untersuchende Geschehen beeinflussen; Ex-Post-Facto-Experiment: Im normalen Ablauf der Ereignisse werden nachträglich bereits abgeschlossene Wirkungszusammenhänge rekonstruiert.

    c) Eine weitere Differenzierung der Experimente ergibt sich aus der Kombination der Zahl verwendeter Untersuchungsgruppen (Experimental Group = E, Control Group = C) sowie der Zeitpunkte der Messung (vor Eintritt des Wirkungsfaktors = B, nach Eintritt des Wirkungsfaktors = A):
    (1) EBA-Typ: Die Vorher- und Nachhermessungen werden ausschließlich bei der Experimental Group durchgeführt. Nachteilig ist hier, dass zeitabhängige intervenierende Variable wie z.B. das Wetter nicht herausgerechnet werden können
    (2) CB-EA-Typ: Die Messung vor Eintritt des Wirkungsfaktors wird bei der Kontrollgruppe, die Messung nach Eintritt des Wirkungsfaktors bei der Versuchsgruppe durchgeführt. Nachteilig ist, dass gruppenabhängige Störgrößen wie z.B. andere Soziodemografie der Mitglieder der Experimentalgruppe und der Kontrollgruppe nicht herausgerechnet werden kann
    (3) EBA-CBA-Typ: Dieser Typ entspricht den klassischen Grundsätzen des Experiments. Es erfolgt eine Trennung in Personen, die dem Wirkungsfaktor ausgesetzt waren (Versuchsgruppe), und in solche, die von ihm nicht erreicht wurden (Kontrollgruppe). Für beide Gruppen wird das Untersuchungsmerkmal vor (Vorperiode) und nach (Testperiode) Eintritt des Wirkungsfaktors gemessen. Der Testeffekt ergibt sich dann aus (B/A)/(D/C), wobei A: Zielvariabe Experimentalgruppe Vorperiode, B: Zielvariable Experimentalgruppe Testperiode, C: Zielvariable Kontrollgruppe Vorperiode, D: Zielvariable Kontrollgruppe Testperiode. Ergibt sich hier ein Wert von z.B. 1,24, so besagt dies, dass die Testvariable einen Einfluss von 24 Prozent hat.
    (4) EA-CA-Typ: Hier wird zwar zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe unterschieden, man beschränkt sich aber auf eine Messung des Untersuchungsmerkmals, die zeitlich nach der Auswirkung des Faktors liegt. Nachteilig ist auch hier, dass a priori bestehende Unterschiede zwischen den Gruppen nicht herausgerechnet werden können.

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