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Learning by Doing Economies

Definition

sinkende totale Durchschnittskosten in der Produktion im Zeitablauf durch Lerneffekte und Hebung von Effizienzen.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Lernkurveneffekte; können als dynamisierte Effekte von Economies of Scale interpretiert werden, da die Stückkosten eines Unternehmens nicht nur von der aktuellen Produktionsmenge, sondern auch von der in der Vergangenheit produzierten Menge abhängen. Das Potenzial zur Kostensenkung wird in der Erfahrungskurve dokumentiert, die angibt, um welchen Prozentsatz die Stückkosten bei einer Verdopplung der Produktionsmenge jeweils fallen. Gründe für diese Ersparnis können Lerneffekte sein, aber auch eine effizientere Produktion, wie z.B. eine Reduktion der Ausschussquoten. Die Erfahrungskurve gibt Auskunft über mögliche Wettbewerbsstrategien und ist als Instrument für die strategischen Planungen anzusehen. Dieser als Learning by Doing bezeichnete Prozess kann zu Wettbewerbsvorteilen eines Unternehmens gegenüber Newcomern führen. Das Phänomen ist seit langem in Unternehmen und Haushalten bekannt, wurde aber zuerst beobachtet und als ökonomisches Konzept formuliert bei der Massenproduktion von Flugzeugen während des Zweiten Weltkrieges. Die Abbildung „Learning by Doing Economies“ verdeutlicht alternative Lernkostenkurven (DTK1, DTK2 bzw. DTK3) bei kumuliertem Output im Zeitablauf.

    Wenn Learning by Doing Economies eine große Rolle spielen würde (wie im Fall DTK3), könnte dadurch eine Monopolisierungstendenz ausgelöst werden, die jedoch durch verschiedene Faktoren gemildert wird:
    (1) Das Potenzial für Kostenersparnisse durch Learning by Doing sinkt im Zeitablauf, da die ständige Wiederholung der Produktionsabläufe immer weniger neue Erfahrungen mit sich bringt.
    (2) Im Zeitablauf werden sich die Produktionserfahrungen eines Unternehmens durch den Wechsel von Mitarbeitern, das Auslaufen von Patenten und das Publikwerden von Produktionstechniken nicht geheim halten lassen (Spillover-Effekt), sodass die Kostennachteile der Konkurrenten geringer sein werden als im Fall vollkommen unternehmensspezifischer Lernkurven.
    (3) Im Fall eines raschen technologisch bedingten Wechsels des Produktdesigns gehen die Vorteile der Lernkurve verloren; ein Newcomer kann sehr rasch eine neue überlegene Lernkurve realisieren.

    Lernkosten-Ersparnisse können bei der Produktion von Gütern eine Rolle spielen; falls diese Kostenersparnisse wesentlich sind, wird die Konzentrationstendenz auf den entsprechenden Produktmärkten verstärkt (Unternehmenskonzentration).

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Ingo Mecke
      Bundeskartellamt,
      Federal Cartel Office
      Berichterstatter der 10. Beschlussabteilung

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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