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Stille Reserve

Definition

Teil des Erwerbspersonenpotenzials, der nicht als arbeitslos erfasst bzw. ausgewiesen wird.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Rechnungswesen: stille Rücklagen.

    2. Beschäftigungs-/Konjunktur-/Arbeitsmarktpolitik: Teil des Erwerbspersonenpotenzials; zur Stillen Reserve gehören v.a.:

    (1) Personen, die beschäftigungslos sowie verfügbar sind und Arbeit suchen, ohne bei den Agenturen für Arbeit (Agentur für Arbeit) oder einem kommunalen Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach SGB II (Jobcenter) als Arbeitslose registriert zu sein,

    (2) Personen, die wegen ungünstiger Arbeitsmarktlage die Arbeitsuche entmutigt aufgegeben haben, bei günstiger Arbeitsmarktlage aber Arbeitsplätze nachfragen würden,

    (3) Personen in Warteschleifen des Bildungs- und Ausbildungssystems oder in arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Maßnahmen, zu denen auch Flüchtlinge gehören, die Sprach-und Integrationskurse absolvieren (vgl. auch Arbeitsmarktpolitik), und

    (4) Personen, die aus Arbeitsmarktgründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind (Frühverrentung).

    (1) und (2) stellen die Stille Reserve im engeren Sinne dar, (3) und (4) bilden die Stille Reserve in arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Maßnahmen.

    Die gesamte Stille Reserve wird  auf deutlich über eine Mio. Personen geschätzt, wobei zu beachten ist, dass aufgrund unterschiedlicher Messverfahren und der Abhängigkeit vom Konjunkturverlauf die Angabe valider Daten schwierig ist. Insbes. nach der Wiedervereinigung lag der Umfang aufgrund der spezifischen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den neuen Bundesländern z.T. deutlich höher (vgl. auch Arbeitslosigkeit, Arbeitslosenquote).

    In den vergangenen Jahren ist die Zahl an Personen in der Stillen Reserve wegen der günstigen Beschäftigungsentwicklung auf rund eine Mio. gesunken. – Die offizielle Arbeitsmarktstatistik unterschätzt systematisch den Gesamtumfang der Unterbeschäftigung. Auch unter fiskalpolitischen Gesichtspunkten ist zu beachten, dass mögliche Beiträge zur Produktion nicht geleistet und Arbeitseinkommen nicht erzielt werden.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Privatdozent Dr. rer. soc. Fred Henneberger
      Universität St. Gallen (HSG)
      Dozent für Volkswirtschaftslehre
      Prof. Dr. Berndt Keller
      Universität Konstanz,
      FB Politik-/Verwaltungswissenschaft
      - Arbeits- und Sozialpolitik -
      Professor
      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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