Direkt zum Inhalt

Vorzugsaktie

Definition

Aktien, die aufgrund der Satzung gegenüber den Stammaktien mit bes. Vorrechten ausgestattet sind. Die Vorrechte können sich erstrecken auf Gewinnbeteiligung (Dividendenvorrecht), Beteiligung am Liquidationserlös der Gesellschaft und Stimmrecht.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Begriff
    2. Arten der Bevorrechtigung
    3. Bedeutung

    Vorrechtsaktie, Prioritätsaktie, Stammpriorität, Preference Share, Preferred Stock.

    Begriff

    Aktien, die aufgrund der Satzung gegenüber den Stammaktien mit bes. Vorrechten ausgestattet sind (§ 11 AktG). Die Vorrechte können sich erstrecken auf Gewinnbeteiligung (Dividendenvorrecht), Beteiligung am Liquidationserlös der Gesellschaft und Stimmrecht.

    Arten der Bevorrechtigung

    1. Vorrechte bez. Gewinnbeteiligung: a) Die Vorzugsaktien erhalten vorweg eine nach oben begrenzte Ausschüttung; der Rest wird auf die Stammaktien verteilt (limitierte Vorzugsdividende).

    Um die Inhaber von Vorzugsaktien zu schützen, ist es möglich, die Vorzugsaktien mit einem Nachbezugsrecht auszustatten: Ausfallende Dividenden aufgrund zu geringen Bilanzgewinns sind in den folgenden Jahren, in denen der Bilanzgewinn dies zulässt, nachzuholen (kumulative Vorzugsdividende).

    b) Vorzugsaktien können auch mit einem prioritätischen Dividendenanspruch ausgestattet sein. Ist dieser verbunden mit einer Gleichverteilungsregel, so werden die Gewinne bis zu einem bestimmten Betrag nur an Vorzugsaktionäre ausgeschüttet. Ist dieser Betrag erreicht, so werden darüber hinaus Gewinne nur den Stammaktionären zugewiesen, bis diese die gleiche Dividende erhalten wie die Vorzugsaktionäre. Noch verbleibende Beträge des Bilanzgewinns werden auf alle Aktien verteilt.

    c) Auch eine Verbindung des prioritätischen Dividendenanspruchs mit genereller Überdividende ist möglich. Hier wird, nachdem ein bestimmter Betrag nur an die Vorzugsaktionäre ausgeschüttet wurde, der darüber hinausgehende Bilanzgewinn sofort auf alle Aktien verteilt.

    2. Vorrechte bez. Stimmrecht (Mehrstimmrechtsaktien) sind durch § 12 AktG allg. verboten.

    3. Sonderform der Vorzugsaktie ist die immer mehr an Bedeutung gewinnende stimmrechtslose Vorzugsaktie. Als Ausgleich für den Stimmrechtsverlust erhält der Aktionär i.d.R. eine höhere Dividende oder ein Nachbezugsrecht. Stimmrechtslose Vorzugsaktien dürfen maximal bis zur Hälfte des Grundkapitals ausgegeben werden (§§ 139–141 AktG). Bei Nichtzahlung lebt unter bestimmten Umständen das Stimmrecht wieder auf, vgl. § 140 II AktG.

    Bedeutung

    1. Vorzugsaktien werden als Mittel der Eigenfinanzierung angewendet, wenn aufgrund des zu geringen Kurses der Aktie (kleiner als der Nennwert) eine Kapitalerhöhung nicht möglich ist (Verbot der Unter-Pari-Emission). Um dennoch an das benötigte Eigenkapital zu gelangen, werden die Vorzugsaktien mit den oben genannten Vorrechten als zusätzlichen Kaufanreiz ausgestattet.

    2. Auch für AG, deren Kapital sich in den Händen einer Familie befindet (Familienaktiengesellschaften), ist die Ausgabe von Vorzugsaktien ein bevorzugtes Mittel der Eigenfinanzierung: Durch die Ausgabe stimmrechtsloser Vorzugsaktien kann der Kapitalbedarf gedeckt und die Mitsprache der neuen Kapitalgeber ausgeschlossen werden. Die Geschäftsführung bleibt so unter dem ausschließlichen Einfluss der Familienaktionäre. Wird das Stimmrecht der Vorzugsaktien ausgeschlossen, so ist diese mit einem nachzuzahlenden Vorzug auszustatten.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Vorzugsaktie Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/vorzugsaktie-50314 node50314 Vorzugsaktie node31763 Aktie node50314->node31763 node27889 Aktiengesellschaft (AG) node31763->node27889 node35120 Hebelzertifikat node35120->node31763 node36982 Mantel node36982->node31763 node36676 Emissionskredit node36676->node31763 node37358 kumulative Dividende node37358->node50314 node49410 Vorrechtsaktie node49410->node50314 node47940 Vorzugsdividende node47940->node50314 node33380 Dividende node47940->node33380 node33380->node50314 node35076 Dividendenreserven node35076->node47940 node47274 Superdividende node47274->node50314 node47274->node33380 node49109 Überdividende node49109->node47274
      Mindmap Vorzugsaktie Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/vorzugsaktie-50314 node50314 Vorzugsaktie node31763 Aktie node50314->node31763 node37358 kumulative Dividende node37358->node50314 node49410 Vorrechtsaktie node49410->node50314 node47940 Vorzugsdividende node47940->node50314 node47274 Superdividende node47274->node50314

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Cordula Heldt
      Deutsches Aktieninstitut e.V.
      Referentin und Rechtsanwältin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Ordnen Sie folgende Aussagen den genannten Wertpapierarten zu!Wertpapiere1 Bundesanleihen2 öffentliche Pfandbriefe3 Wandelanleihen4 OptionsanleihenA Die Wertpapiere werden an der Börse als „volle“ und als „leere“ Stücke gehandelt.B Das …
      Die 47-jährige Privatkundin der Isarbank AG Birgit Knop (ledig) hatte im Jahr 2018 vom Nachlassgericht in München die nachstehenden Vermögenswerte zugesprochen bekommen.

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete