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einkommenspolitische Empfehlungen

Definition

Wirtschaftspolitische Konzepte zur Lohn- und Einkommenspolitik, die je nach Ziel und dem zugrunde liegenden wirtschaftspolitischen Paradigma unterschiedlich ausfallen.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Lohnleitlinien. 1. Begriff: Mithilfe von einkommenspolitischen Empfehlungen soll versucht werden, Verteilungskonflikte als potenzielle Ursache gesamtwirtschaftlicher Instabilität zu entschärfen. Die Palette dieser Art von einkommenspolitischer Absicherung der Konjunkturpolitik ist vielfältig und umfasst Forderungen nach Lohnkontrollen und Lohnstopps, Indexierungsvorschläge, Lohnleitlinien in verschiedenen Varianten, Verstetigungskonzepte und Ad-hoc-Empfehlungen.

    2. Probleme: Die Reproduktion der Lohn- und Preismechanismen eines marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaftssystems zur Festlegung des „richtigen” Lohnniveaus und der „richtigen” Lohnrelationen bei Gleichgewicht auf allen Märkten ist nicht möglich. Ihr steht die Kenntnis der zahlreichen lohnbestimmenden Faktoren (um nur einige zu nennen: die Produktionsbedingungen, die Präferenzordnungen der Haushalte, die Marktbedingungen, die Verteilung der Faktoren) nicht zur Verfügung, die der generelle Preismechanismus einer Marktwirtschaft berücksichtigt. Wenn trotzdem der Versuch gemacht wird, lohnpolitische Empfehlungen bzw. Leitlinien zu entwickeln, kann das nur auf vereinfachte makroökonomische Weise geschehen.

    3. Formen: Zu nennen sind produktivitätsorientierte, kostenniveauneutrale und vollbeschäftigungskonforme Lohnpolitik (produktivitätsorientierte Lohnpolitik, kostenniveauneutrale Lohnpolitik, vollbeschäftigungskonforme Lohnpolitik).

    4. Empfehlungen zur Einkommenspolitik: Aufgrund der in den letzten Jahrzehnten zunehmenden Ungleichheit in der Einkommens- und Vermögensverteilung wird vermehrt über neue und sehr unterschiedliche Maßnahmen zur Einkommenspolitik diskutiert, um sowohl die Primär- als auch die Sekundäreinkommen sowie die Vermögen wieder gleichmäßiger zu verteilen. Für Großbritannien wurden von dem international bedeutenden Ungleichheitsforscher Atkinson (1944-2017) zwanzig einkommenspolitische Empfehlungen entwickelt. Einige davon sind auf die spezifischen institutionellen Bedingungen in Großbritannien abgestellt und lassen sich nicht unmittelbar auf andere Länder übertragen (z.B. Reform der Britischen council tax). Andere seiner Vorschläge können prinzipiell auch auf Deutschland und andere entwickelte Ländern angewandt werden.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hagen Krämer
      Hochschule Karlsruhe, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
      Professor für Economics (Volkswirtschaftslehre)

      Bücher

      Atkinson, Anthony B.: Inequality: What Can Be Done?
      Cambridge, MA; London, 2015
      Atkinson, Anthony B.: Ungleichheit: Was wir dagegen tun können.
      Stuttgart, 2016

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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