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Einkommensteuertarif

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Die tarifliche Einkommensteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen (§ 32a EStG). Sie ermittelt sich ohne Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts, der außerordentlichen Einkünfte und der ausländischen Einkünfte gemäß der Steuerberechnungsformel.

    Vgl. Abbildungen „Einkommensteuertarif

    Steuerberechnungsformel: Als zu versteuerndes Einkommen gilt das Einkommen nach Abzug des Kinderfreibetrags, des Haushaltsfreibetrags und der sonstigen vom Einkommen abzuziehenden Beträge (Einkommensermittlung).

    2. Für zusammen zu veranlagende Ehegatten sowie für die ihnen nach § 32a VI EStG gleichgestellten Personen beträgt die tarifliche Einkommensteuer das Zweifache des Steuerbetrags, der sich für die Hälfte des zu versteuernden Einkommens ergibt (Splitting-Verfahren).

    3. Aufbau:
    (1) steuerfreier Grundfreibetrag bis zum zu versteuernden Einkommen in 2016 von 8.652/ 17.304 Euro (bei Anwendung des Splitting-Verfahrens);
    (2) erste Progressionszone bis 13.669/ 27.338 Euro mit einem linearen Anstieg des Grenzsteuersatzes;
    (3) zweite Progressionsstufe bis 53.666/ 107.332 Euro mit kontinuierlich ansteigendem Grenzsteuersatz bis 42 Prozent, wobei der Verlauf der Anstiegskurve steiler als in der ersten Progressionszone ist;
    (4) obere Proportionalzone (ab 53.666/ 107.332 Euro) mit gleichbleibendem Steuersatz von 42 Prozent (Spitzensteuersatz).

    4. Seit dem Veranlagungszeitraum (VZ) 2007 gibt es die sog. Reichensteuer für Überschusseinkünfte (ab 2008 gilt diese für alle Einkunftsarten) zur Anwendung: Ab einem zu versteuernden Einkommen von 254.447 Euro (Ledige) bzw. von 508.894 Euro (Verheiratete) beträgt der Spitzensteuersatz 45 Prozent, d.h. von jedem Euro, um den sich das zu versteuernde Einkommen in dieser Zone erhöht, wird - ohne Berücksichtigung der Rundungsregelung - eine Steuer von 0,45 Euro fällig. Letztmals anzuwenden im VZ 2007 war die Regelung, dass sich für Gewinneinkünfte der Spitzensteuersatz um 3 Prozent auf 42 Prozent mindert (Entlastungsbetrag nach § 32c EStG).

    5. Die dem Einkommensteuergesetz beigefügten Tabellen geben die tarifliche Einkommensteuer nach den Errechnungsmethoden an.

    6. Einstiegssteuersatz/ Spitzensteuersatz/ Höchstsatz: Der Einstiegssteuersatz beträgt zz. 14 Prozent (seit 2009; in 2008 lag er bei 15 Prozent); der Spitzensteuersatz 42 Prozent (seit 2005; in 2004 lag er bei 45 Prozent) und der Höchstsatz (Reichensteuer) 45 Prozent (seit 2007).

    Vgl. auch Einkommensteuer-Grundtabelle, Einkommensteuer-Splittingtabelle.

    Einkommensteuer - Steuerberechnungsformel (2010)

    Einkommensteuertarif

    Anzuwendende Formel

     

    0-8.652

    8.653-13.669

    13.670-53.665

    53.666-254.446

    ab 254.447

     

     

    0

    (993,62 y + 1.400) y

    (225,40 z + 2.397) z + 952,48

    0,42 x – 8.394,14

    0,45 x – 16.027,52

     

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin
      Prof. Dr. Wolfgang Eggert
      Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
      Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaft
      Steffen Minter
      Institut für Wirtschaftstheorie und
      Finanzwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Im Rahmen der Bund-Länder-Gespräche zur Neufassung des Finanzausgleichs im September 2014 wurde unter anderem vorgeschlagen, den Solidaritätszuschlag mit dem Auslaufen des Solidarpakts im Jahr 2019 formell in den Einkommensteuertarif zu integrieren. …
      Der steuerliche Grundfreibetrag soll dafür sorgen, dass das Existenzminimum von der Besteuerung freigestellt wird. Allerdings wird er nicht wie andere Freibeträge einfach von den Einkünften abgezogen, sondern mit Hilfe der Tarifformel vom zu versteue…
      Alle Menschen, die in Deutschland Geld verdienen, müssen grundsätzlich Einkommensteuer bezahlen. Sie wird nach dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Leistungsfähigkeit erhoben. Das bedeutet, wer mehr verdient, muss auch einen größeren

      Sachgebiete