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Gutenberg-Produktionsfunktion

Definition

Abbildung des Zusammenhangs zwischen der Fahrweise der Betriebsmittel und der Produktionsmenge.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Theorie der Anpassungsformen; Erich Gutenberg (1897-1984) stellte in den 1950er Jahren der substitutionalen Produktionsfunktion (Ertragsgesetz, Produktionsfunktion vom Typ A) mit der Theorie der Anpassungsformen eine auf mikroökonomischen Betrachtungen basierende Produktionsfunktion als Produktionsfunktion vom Typ B gegenüber. Im Mittelpunkt seiner Analyse stehen die Anlagen. Dabei wird die als Z-Situation bezeichnete technische Ausstattung einer Anlage als kurzfristig konstant betrachtet, variabel ist hingegen die Nutzung der zeitlichen, quantitativen und intensitätsmäßigen Anpassung als Reaktion auf schwankende Nachfrage. Mithilfe von Verbrauchsfunktionen bzw. Faktoreinsatzfunktionen wird abgebildet, wie der Faktorverbrauch pro Produkteinheit und damit auch die Kosten der Produktion von der Leistungsabgabe der Anlagen abhängen. Die Einführung der Verbrauchsfunktion führt zur Unterscheidung von Verbrauchsfaktoren (Repetierfaktoren), die im einmaligen Vollzug des Produktionsprozesses aufgezehrt werden (Werkstoffe, Betriebsstoffe), und von Gebrauchsfaktoren (Potenzialfaktoren), die über einen längeren Zeitraum in ihrem Bestand erhalten bleiben und Leistungen abgeben (Betriebsmittel), letztere unterliegen dem Verschleiß. Die Anlagen, d.h. die Potenzialfaktoren, besitzen i.d.R. einen gewissen Spielraum der Leistungsabgabe, innerhalb dessen für jeden Einsatzfaktor die verbrauchsminimale Intensität sowie bei Kenntnis der Faktorpreise die kostenminimale Intensität bestimmt werden kann.

    Eigenschaften: a) Das Verhältnis der Einsatzmengen der Faktoren wird von der Intensität dj (Leistung) des Aggregats j bestimmt.

    b) Die Produktionskoeffizienten aij werden durch die Verbrauchsfunktion fij (dj) bestimmt: aij = fij (dj) (i = 1, ..., n, j = 1, ..., m); die Produktionskoeffizienten aij sind bei unterschiedlichen Produktionsmengen konstant, wenn die Mengenvariationen durch zeitliche Anpassung erreicht werden, aber variabel, wenn sie durch intensitätsmäßige Anpassung erreicht werden.

    c) Die Leistungsabgabe ist innerhalb bestimmter Grenzen stetig oder sprunghaft variierbar.

    d) Die Qualität der Produktionsfaktoren und der Produkte ist bei jeder Leistung gleich.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Marion Steven
      Ruhr-Universität Bochum,
      Lehrstuhl für Produktionswirtschaft,
      Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
      Lehrstuhlinhaberin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Im folgenden wird zunächst der aktuelle Stand der Diskussion zur Substitutionalität oder Limitationalität der Theorie der Anpassungsformen aufgezeigt; im Anschluss wird, dem Vorgehen der traditionellen produktionstheoretischen Modelle folgend …

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