Direkt zum Inhalt

Kreditgenossenschaft

Definition

Kreditgenossenschaften sind neben Privatbanken und Sparkassen eine wichtige Bankengruppe in Deutschland. Als Selbsthilfeorganisationen des gewerblichen und landwirtschaftlichen Mittelstandes stand ursprünglich die Kreditvergabe für die Mitglieder als Förderungsleistung im Vordergrund. Heute sind die Kreditgenossenschaften als Universalbanken tätig, bei denen das Nichtmitgliedergeschäft eine große Rolle spielt. Als genossenschaftliche FinanzGruppe bilden sie zusammen mit zwei Zentralbanken, zahlreichen Verbundunternehmen und Sonderinstituten einen Allfinanzverbund.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Genossenschaftsbank. 1. Begriff: Kreditinstitute, die als Grundzweck die wirtschaftliche Förderung ihrer Mitglieder durch bankübliche Geschäfte anstreben. Sie sind Kreditinstitute im Sinne von § 1 I KWG, da sie viele der dort aufgeführten klassischen Bankgeschäfte betreiben. Sie bilden neben den privaten Banken (Kreditbanken) und den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten (Sparkassen und Landesbanken) eine der drei Universalbankengruppen im dt. Bankensystem. Historisch gehen sie zurück auf die (ländlichen) Raiffeisenbanken und (städtischen) Volksbanken, die ab Mitte des 19. Jh. in Deutschland aber auch bald in anderen Ländern Europas und weltweit entstanden sind. Zu den Kreditgenossenschaften gehören außerdem die Institute bzw. Institutsgruppen, die als Selbsthilfeeinrichtungen einzelner Berufsgruppen entstanden sind, wie z.B. die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, die BBBank eG (Beamte), kirchliche Kreditgenossenschaften, die PSD Banken (Postbeschäftigte) und Sparda-Banken (Eisenbahnbeschäftigte). Seit 1974 ist einer Kreditgenossenschaft das Nichtmitgliedergeschäft erlaubt.

    2. Aufgaben: Geschäftspolitisch geht bei der Kreditgenossenschaft grundsätzlich die Förderung ihrer Mitglieder einer maximalen Gewinnerzielung vor. Allerdings macht inzwischen das Nichtmitgliedergeschäft einen nicht unwesentlichen Anteil am Gesamtgeschäft aus. Kreditgenossenschaften arbeiten i.d.R. als Universalbanken und werden durch einen genossenschaftlichen Finanzverbund ("FinanzGruppe") unterstützt. Ein Teil der Kreditgenossenschaften betreibt nebenher das ländliche Warengeschäft.

    3. Rechtliche Besonderheiten: Rechtsform der Kreditgenossenschaft ist bis auf wenige Ausnahmen die eingetragene Genossenschaft (eG). Es besteht eine Sondervorschrift für die Berechnung des bankaufsichtlichen Eigenkapitals (Haftsummenzuschlag).

    4. Steuerliche Bedeutung: Genossenschaft.

    5. Bedeutung: Die 1.139 deutschen Kreditgenossenschaften hatten 2011 über 17 Mio. Mitglieder, unterhielten 13.075 Bankstellen und beschäftigten über 188.037 Mitarbeiter (Stand Ende 2012). Die Zahl der dt. Kreditgenossenschaften nahm in den letzten Jahren weiter fusionsbedingt leicht ab. Unter den Universalbankengruppen erreichten die Kreditgenossenschaften mit einer Bilanzsumme von 736,8 Mrd. Euro (einschließlich der beiden genossenschaftlichen Zentralbanken [DZ Bank und WGZ Bank]) einen Marktanteil von rd. 17,1 Prozent (30.06.2012). Auch in anderen europäischen Ländern, z.T. mit mehreren eigenständigen Gruppen, haben Kreditgenossenschaften eine große (kredit-)wirtschaftliche Bedeutung v.a. für den Mittelstand und Privatkunden.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Kreditgenossenschaft Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kreditgenossenschaft-40163 node40163 Kreditgenossenschaft node45093 Sparkassen node40163->node45093 node27855 Bank node40163->node27855 node39509 Mitgliedschaft in der ... node36918 landwirtschaftliche Genossenschaften node30107 Bezugs- und Absatzgenossenschaft node34237 Hauptgenossenschaft node44845 Raiffeisengenossenschaften node44845->node40163 node44845->node36918 node44845->node30107 node44845->node34237 node45142 Spar- und Darlehenskasse node45142->node40163 node42522 Prüfungsverband node28223 Bausparkassen node45093->node28223 node30731 Deutscher Sparkassen- und ... node45093->node30731 node28544 Bankgeschäfte node45093->node28544 node36584 Gewerbebetrieb node34499 Genossenschaftslehre node33274 Genossenschaftswesen node33274->node40163 node33274->node39509 node33274->node42522 node33274->node36584 node33274->node34499 node27855->node45093 node44820 Spardabanken node44820->node40163
      Mindmap Kreditgenossenschaft Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kreditgenossenschaft-40163 node40163 Kreditgenossenschaft node45093 Sparkassen node40163->node45093 node33274 Genossenschaftswesen node33274->node40163 node45142 Spar- und Darlehenskasse node45142->node40163 node44845 Raiffeisengenossenschaften node44845->node40163 node44820 Spardabanken node44820->node40163

      News SpringerProfessional.de

      • Forschungsagenda 2030 für die produzierende Industrie

        Die strategische Forschungsagenda der Initiative "manufuture-DE" hat aktuelle und zukünftig relevante Forschungsbedarfe deutscher Industrieunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik bis zum Jahr 2030 formuliert und priorisiert.

      • "Unternehmen tragen Verantwortung für Konsumenten"

        Wer in der digitalen Welt nicht untergehen will, muss sich einige Kompetenzen aneigen. Sonst frisst die Digitalisierung ihre User, warnen Anabel Ternès und Hans-Peter Hagemes im Gespräch mit Springer Professional. Insbesondere Unternehmen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein.

      • Digitalisierung schafft Chancen für weibliche Führungskräfte

        Mittlerweile erfüllen zwar die Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt die gesetzliche Frauenquote. Aber gerade in Führungspositionen im operativen Geschäft sind Frauen, auch in der Finanzbranche, immer noch rar gesät. Und das sieht nur in einem Fachbereich besser aus.

      • Verantwortungsvolle Chefs haben mehr Stress

        Ein Chef, der sich seiner Verantwortung im Job bewusst ist, führt ein stressbelastetes Dasein. Zumindest, wenn er sich in einer gehobenen Machtposition befindet. Das haben Wissenschafter herausgefunden.

      • Dax-Vorstände verdienen noch mehr

        Wenn etwas die Gemüter erhitzt, dann sind es immer wieder die exorbitanten Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen. Eine aktuelle Studie gibt der Diskussion neue Nahrung. Demnach bekommen die CEOs von der Post, Heidelberg Cement, Adidas und Daimler unglaubliche Summen. 

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      • Konsequent digital steigert die Profite

        Je intensiver Unternehmen digitalisiert sind, desto höher ist ihr Gewinnwachstum. Allerdings braucht es dazu konsequente Strategien und den Willen zum Wandel auf allen Ebenen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
      Prof. Dr. Eduard Mändle
      HFWU,
      Hochschule für Wirtschaft und Umwelt
      Nürtingen-Geislingen
      Professor
      Prof. Dr. Markus Mändle
      Hochschule für Wirtschaft und Umwelt
      Nürtingen-Geislingen (HfWU)
      Inhaber der Professur für Volkswirtschaftslehre
      Prof. Dr. habil. Stephan Schöning
      SRH Hochschule Heidelberg Campus Calw
      Professur für Allgemeine BWL und Finanzen

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Angesichts des ungebrochenen Trends bei Kreditgenossenschaften, sich auf dem Wege der Fusion an die sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen, soll im folgenden analysiert werden, inwieweit diese aus theoretischer Sicht hierfür geeignet ist.
      Die Evangelische Kreditgenossenschaft eG (EKK) ist eine genossenschaftlich organisierte Kirchenbank. Seit mehr als 40 Jahren nimmt sie ihren Auftrag für Kirche, Diakonie und freie Wohlfahrtspflege wahr. Sie sieht sich daher besonders in Sachen Nachha

      Bücher auf springer.com