Direkt zum Inhalt

Großhandelskontenrahmen

Definition

Der Kontenrahmen für den Groß- und Außenhandel ist ein für diesen Wirtschaftszweig spezialisierter Kontenrahmen.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    ein für die Zwecke des Groß- und Außenhandels spezialisierter Kontenrahmen (vgl. Abbildung „Kontenrahmen für den Groß- und Außenhandel”).

     

    Der nach Änderung des HGB neu geordnete Kontenrahmen ist im Gegensatz zu anderen (vgl. z.B. Industrie-Kontenrahmen (IKR), Einzelhandelskontenrahmen (EKR)) nur teilweise nach dem Abschlussgliederungsprinzip aufgebaut. Mit den Klassen 3 (Wareneinkauf) und 8 (Warenverkauf) wurde das Prozessgliederungsprinzip beibehalten, die Kontenklassen 5 und 6 ermöglichen eine integrierte Kostenrechnung (Einsystem), die in der Praxis aber kaum buchungstechnisch durchgeführt wird. Bei den Warenkonten wird zwischen Wareneinkaufskonten (Gruppe 30–38) und Warenbestandskonten (Gruppe 39) unterschieden. Die Wareneinkaufskonten werden als Aufwandskonten geführt. Diese Trennung in ein Warenbestandskonto und ein Warenaufwandskonto stellt nur scheinbar eine Trennung gemischter Konten dar. Das so geführte Warenbestandskonto ist nur ein Wareninventurbestandskonto. In Wirklichkeit erhöht jeder Einkauf zunächst den Warenbestand und dürfte nicht immer sofort als Warenverbrauch gebucht werden. Der Grund für die Gleichsetzung Wareneinkauf = Warenverbrauch liegt darin, dass man früher nicht in der Lage oder aus Kostengründen nicht gewillt war, den Warenverbrauch laufend zu erfassen. Man nimmt bei dieser Vorgehensweise jedoch in Kauf, dass bei der kurzfristigen Ergebnisrechnung, die ohne Inventur bei Einsatz der EDV monatlich durchgeführt wird, evtl. Bestandsdifferenzen in erheblichem Umfang das Ergebnis verfälschen. Durch die Einführung moderner Warenwirtschaftssysteme ist eine laufende Erfassung des Warenverbrauchs jedoch kein Problem mehr.

    Um das Warenrohergebnis der verschiedenen Warengruppen darstellen zu können, ist in der Klasse 9 ein Warenabschlusskonto vorgesehen, das auf der Sollseite den Wareneinsatz und auf der Habenseite die Umsatzerlöse aufnimmt (vgl. Abbildung „Großhandelskontenrahmen - Buchungsskizze (1)”).

    In der Kontenklasse 2 (Abgrenzungskonten) werden in erster Linie diejenigen Aufwendungen und Erträge geführt, bei denen es sich um betriebsfremde, periodenfremde oder außergewöhnliche handelt. Es soll dadurch der Versuch gemacht werden, ein betriebliches, ordentliches und periodeneigenes Ergebnis (Betriebsergebnis) oder ein neutrales Ergebnis zu unterscheiden.

    Der Kontenrahmen sieht die Abschlusskonten Betriebsergebnis und neutrales Ergebnis zwar nicht ausdrücklich vor, ließe sich aber entsprechend ergänzen. Die Abbildung „Großhandelskontenrahmen

    Buchungsskizze (2)” verdeutlicht die Zusammenhänge.

    Die Abgrenzung ist aber nicht sauber, weil die Klasse 2 auch betriebliche Erträge und Aufwandsarten (z.B. Abschreibungen auf Forderungen) und die Steuerpositionen gesamtergebnisabhängige Posten enthalten.

    Eine konsequente Abgrenzung des Betriebsergebnisses wird i.d.R. in der Kosten- und Leistungsrechnung vorgenommen, die jedoch meistens statistisch und nicht buchungstechnisch durchgeführt wird.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Großhandelskontenrahmen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grosshandelskontenrahmen-35249 node35249 Großhandelskontenrahmen node43853 Prozessgliederungsprinzip node35249->node43853 node33742 Einsystem node35249->node33742 node37273 Kontenklassen node35249->node37273 node38407 Industrie-Kontenrahmen (IKR) node35249->node38407 node38698 Inventur node35249->node38698 node28081 Abschlussgliederungsprinzip node35249->node28081 node32546 Einzelhandelskontenrahmen (EKR) node35249->node32546 node41054 Konten node35249->node41054 node49893 Warenbestandskonto node35249->node49893 node37045 Kontenrahmen node35249->node37045 node43853->node37273 node47343 Verrichtungsprinzip node43853->node47343 node29068 Betriebsbuchhaltung node35714 Finanzbuchhaltung node33742->node29068 node33742->node35714 node33072 Gemeinschafts-Kontenrahmen industrieller Verbände ... node33072->node43853 node33072->node33742 node31850 Baukontenrahmen node31850->node28081 node38407->node37045 node28081->node43853 node28081->node38407 node28081->node37045 node50508 Zweisystem node32546->node38698 node32546->node28081 node32546->node50508 node41054->node38407 node49893->node38407 node32369 IKR node32369->node38407 node32586 Einkreissystem node32586->node33742
      Mindmap Großhandelskontenrahmen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grosshandelskontenrahmen-35249 node35249 Großhandelskontenrahmen node38407 Industrie-Kontenrahmen (IKR) node35249->node38407 node32546 Einzelhandelskontenrahmen (EKR) node35249->node32546 node28081 Abschlussgliederungsprinzip node35249->node28081 node43853 Prozessgliederungsprinzip node35249->node43853 node33742 Einsystem node35249->node33742

      News SpringerProfessional.de

      • Was Bewerber garantiert abschreckt

        Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep ist simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

      • Big Brother im Büro

        Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch.

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      • Digitalisierung in betrieblicher Altersvorsorge angekommen

        Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der betrieblichen Altersvorsorge angekommen. Die aktuelle Mercer-Studie deckt Details auf und erklärt, wieso sich zwei Drittel der befragten Unternehmen eine digitale Informationsplattform wünschen.

      • Industrie 4.0 – und Schicht im Schacht?

        Je nach Standpunkt und Blickwinkel scheint der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung der Industrie zur Industrie 4.0 positive oder negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzentwicklung zu versprechen. Wirtschaftsforscher haben jetzt eine Gesamtschau versucht.

      • Agile Führung zur Stärkung der Veränderungsintelligenz

        Braucht Agilität überhaupt noch Führung? Oder sind Führung und Agilität nicht ein Widerspruch in sich? Wie das Konzept der Veränderungsintelligenz zeigt, hängt die Antwort vom jeweiligen Agilitätskontext ab, so Gastautorin Antje Freyth.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Barbara Wischermann
      Universität Bochum,
      FB Wirtschaftswissenschaft
      OStR.i.H.

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Grundsätzlich ist zu sagen, daß Finanzierung das Beschaffen von Geldmitteln (Passivseite der Bilanz) und Investition das Umwandeln dieser Geldmittel in Vermögenswerte bedeutet (Aktivseite der Bilanz). Man spricht auch von Mittelherkunft und …

      Sachgebiete