Direkt zum Inhalt

Mindestbuchführung

Definition

Die Buchführung eines Buchführungspflichtigen muss gewisse Mindestanforderungen erfüllen.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Handels- und Steuerrecht: Bei Buchführungspflicht muss die Buchführung „so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen” (gleich lautend § 238 I HGB, § 145 I AO). Ein bestimmtes Buchführungssystem ist nicht vorgeschrieben, einfache Buchführung genügt theoretisch; aus der Verpflichtung zur Aufstellung einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung (§ 242 HGB) ist faktisch jedoch die Pflicht zur Führung von Bestands- und Erfolgskonten und damit zur „doppelten Buchführung” in diesem weiten Sinn abzuleiten. Gebundene Bücher sind nicht erforderlich. LoseblattbuchführungOffene-Posten-Buchführung und Buchführung mithilfe der EDV sind zulässig. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) sind dabei zu beachten.

    2. Die Buchführung eines Kaufmanns muss folgenden Mindestanforderungen genügen:
    a) Es müssen alle Geschäftsvorfälle sachlich richtig und zeitgerecht gebucht werden. Dabei braucht ein Kontokorrentbuch nicht geführt zu werden (Offene-Posten-Buchführung). Auch eine chronologische Buchung ist nicht erforderlich, wenn gleichwertige Ordnungskriterien zur Anwendung kommen.
    b) Kasseneinnahmen und -ausgaben sollen im Regelfall täglich festgehalten werden; eine bestimmte Form der Kassenberichte ist nicht erforderlich.
    c) In einem Wareneingangsbuch (einem Wareneingangskonto oder einer geordneten Ablage von Belegen oder Datenträgern) sind alle Wareneingänge mit Angabe des Tages, des Rechnungsdatums, von Namen und Adressen der Lieferanten, der handelsüblichen Bezeichnung und des Preises unter Hinweis auf den Beleg nachzuweisen.
    d) Sofern Arbeitnehmer beschäftigt werden, ist ein Lohnkonto zu führen.
    e) Zum Schluss des Geschäftsjahres sind ein Inventar und ein Jahresabschluss aufzustellen und das Ergebnis zu ermitteln.
    f) Die Aufbewahrungspflichten sind zu erfüllen.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Mindestbuchführung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/mindestbuchfuehrung-38167 node38167 Mindestbuchführung node32782 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ... node38167->node32782 node29820 Buchführungspflicht node38167->node29820 node44102 Offene-Posten-Buchführung node38167->node44102 node38824 Loseblattbuchführung node38167->node38824 node41756 Kassenbericht node38167->node41756 node30817 Belegbuchhaltung node35474 Fremdwährungsforderungen node35474->node32782 node35239 Grundsätze ordnungsmäßiger Konzernrechnungslegung ... node35239->node32782 node41155 Maßgeblichkeitsprinzip node41155->node32782 node29937 Deutscher Rechnungslegungs Standard ... node32782->node29937 node27020 Debitoren node27020->node44102 node28581 Datenverarbeitung node36157 Durchschreibebuchführung node35319 Geschäftsvorfälle node29820->node35319 node47771 Übertragungsbuchführung node44102->node30817 node44102->node28581 node31419 Bücher node38824->node36157 node38824->node47771 node38824->node44102 node38824->node31419 node36740 Geschäftsbücher node36740->node29820 node31266 Buchführung node31266->node29820 node31266->node44102
      Mindmap Mindestbuchführung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/mindestbuchfuehrung-38167 node38167 Mindestbuchführung node29820 Buchführungspflicht node38167->node29820 node38824 Loseblattbuchführung node38167->node38824 node44102 Offene-Posten-Buchführung node38167->node44102 node32782 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ... node38167->node32782 node41756 Kassenbericht node38167->node41756

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Barbara Wischermann
      Universität Bochum,
      FB Wirtschaftswissenschaft
      OStR.i.H.

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Mit der zahlungsorientierten und der jahresabschlussorientierten Sichtweise werden zunächst zwei völlig unterschiedliche Ansatzpunkte zur Betrachtung der Innenfinanzierung dargestellt und deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgezeigt.

      Sachgebiete