Direkt zum Inhalt

Marktbeherrschung

Definition

Tatbestandsmerkmal der Fusionskontrolle und der Missbrauchsaufsicht. Es wird unterschieden zwischen  individueller Marktbeherrschung, überragender Marktstellung und kollektiver Marktbeherrschung.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Tatbestandsmerkmal der Fusionskontrolle und der Missbrauchsaufsicht (Deutsches Kartellrecht, Europäisches Kartellrecht).

    Individuelle Marktbeherrschung liegt vor, wenn Unternehmen auf dem sachlich und räumlich relevanten Markt ohne Wettbewerber sind, keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt sind oder eine überragende Marktstellung besitzen.

    Überragende Marktstellung ist praktisch wichtiger; sie verlangt eine Strukturbetrachtung, bei der neben dem Marktanteil und den Marktanteilsabständen zu den Wettbewerbern zahlreiche weitere Strukturmerkmale wie die Finanzkraft und Marktzutrittsschranken Dritter zu berücksichtigen und in der Gesamtschau zu beurteilen sind (§ 18 III GWB).

    Kollektive Marktbeherrschung setzt voraus, dass zwischen (wenigen) Unternehmen kein wesentlicher Wettbewerb besteht (§ 18 V GWB).

    Von marktbeherrschenden Unternehmen wird angenommen, dass sie über wettbewerblich nicht hinreichend kontrollierte Verhaltensspielräume verfügen. Zum Schutz der Marktgegenseite (Abnehmer oder Lieferanten des Marktbeherrschers) sowie der Marktnebenseite (Wettbewerber des Marktbeherrschers) werden im Rahmen der kartellrechtlichen Missbrauchsaufsicht bei Marktbeherrschern daher strengere Verhaltensmaßstäbe angelegt als bei anderen Unternehmen (vgl. § 19 GWB, Art. 102 AEUV).

    In der Fusionskontrolle sind Zusammenschlüsse, die zu einer erheblichen Behinderung wirksamen Wettbewerbs führten, insbesondere aufgrund der zu erwartenden Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung, vom Bundeskartellamt zu untersagen (§ 36 I GWB).

    Mindmap Marktbeherrschung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/marktbeherrschung-37554 node37554 Marktbeherrschung node33606 Europäisches Kartellrecht node37554->node33606 node31267 Deutsches Kartellrecht node37554->node31267 node38987 Marktanteil node37554->node38987 node38487 Monopol node36421 Forschung und Entwicklung ... node38236 Moral node34985 Gerechtigkeit node34332 Ethik node40211 Macht node40211->node37554 node40211->node38487 node40211->node38236 node40211->node34985 node40211->node34332 node33606->node36421 node45740 relevanter Markt node33606->node45740 node29345 Allgemeine Wirtschaftspolitik node33606->node29345 node50487 Unternehmenszusammenschluss node40844 Kartell node40844->node33606 node31267->node38487 node31267->node33606 node31267->node50487 node31267->node40844 node48838 Unternehmenskonzentration node48838->node37554 node48838->node45740 node36320 Economies of Scope node48838->node36320 node36167 Economies of Scale node48838->node36167 node40203 Marktstruktur node40203->node38987 node40726 Marktdurchdringungsstrategie node40726->node38987 node41800 Marktvolumen node38987->node41800 node38987->node45740 node38922 Integration node38922->node48838
    Mindmap Marktbeherrschung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/marktbeherrschung-37554 node37554 Marktbeherrschung node38987 Marktanteil node37554->node38987 node31267 Deutsches Kartellrecht node37554->node31267 node33606 Europäisches Kartellrecht node37554->node33606 node48838 Unternehmenskonzentration node48838->node37554 node40211 Macht node40211->node37554

    News SpringerProfessional.de

    Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

    Literaturhinweise SpringerProfessional.de

    Bücher auf springer.com

    Sachgebiete