Direkt zum Inhalt

Insolvenzgläubiger

Definition

Gläubiger, denen z.Z. der Insolvenzeröffnung ein begründeter Vermögensanspruch an den Gemeinschuldner zusteht.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Begriff
    2. Verfahren

    Begriff

    Gläubiger, denen z.Z. der Insolvenzeröffnung ein begründeter Vermögensanspruch an den Gemeinschuldner zusteht (§ 38 InsO).

    1. Keine Insolvenzforderungen sind: Ansprüche rein familienrechtlicher Art auf eine persönliche Leistung, nicht durch Zwangsvollstreckung erzwingbare Ansprüche, Zinsen und Kosten für die Zeit nach Insolvenzeröffnung, Rechte auf Aussonderung oder Absonderung, Masseansprüche.

    2. Behandlung der einzelnen Ansprüche:
    (1) Neben der Kapitalforderung werden mit demselben Rang eingesetzt die vor Insolvenzeröffnung erwachsenen Kosten, Vertragsstrafen und Zinsen (§ 39 III InsO);
    (2) betagte Forderungen gelten als fällig, nicht fällige unverzinsliche werden um Zwischenzinsen gekürzt (§ 41 InsO);
    (3) Forderungen, die nicht auf Geld lauten, deren Geldbetrag unbestimmt oder ungewiss ist, sind mit dem Schätzungswert einzusetzen, wiederkehrende fällige Leistungen werden kapitalisiert (§§ 45, 46 InsO); auflösend bedingte Forderungen werden wie unbedingte behandelt, aufschiebend bedingte berechtigen nur zur Sicherung (§§ 42, 189–191 InsO);
    (4) haften mehrere Gemeinschuldner als Gesamtschuldner, so kann der Gläubiger die Forderung in jedem Verfahren geltend machen (§ 43 InsO).

    Verfahren

    1. Anmeldung: Jeder Insolvenzgläubiger hat das Recht, die Einleitung des Insolvenzverfahrens zu beantragen. Der Insolvenzantrag bedarf eines Rechtschutzbedürfnisses, das bei einer ausstehenden geringfügigen Forderung fehlt. Es besteht keine Pflicht, sich an dem Verfahren zu beteiligen. Wer die Anmeldung beim Insolvenzgericht unterlässt, wird bei den Verteilungen nicht berücksichtigt.

    Kein Insolvenzgläubiger kann Einzelvollstreckungen während des Insolvenzverfahrens in die Masse oder das insolvenzfreie Vermögen des Gemeinschuldners betreiben (§ 89 InsO).

    2. Die Befriedigung der Insolvenzgläubiger erfolgt anteilsmäßig. Es gibt keine bevorrechtigten Gläubiger mehr, wie es noch § 61 KO vorsah. Nachrangig zu befriedigen sind lediglich die Insolvenzgläubiger, die Zinsen seit Insolvenzeröffnung, durch das Insolvenzverfahren entstehende Kosten, Geldstrafen, Geldbußen oder Zwangsgelder, Forderungen auf eine unentgeltliche Leistung des Schuldners oder auf Rückgewähr eines kapitalersetzendes Darlehens geltend machen (§ 39 InsO).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Insolvenzgläubiger Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/insolvenzglaeubiger-40733 node40733 Insolvenzgläubiger node38231 Insolvenzeröffnung node40733->node38231 node41642 Insolvenzbeschlag node40733->node41642 node29639 Absonderung node40733->node29639 node37722 Insolvenzverwalter node40733->node37722 node37164 natürliche Personen node40243 Insolvenzforderung node41959 Prüfungstermin im Insolvenzverfahren node41959->node40733 node41959->node40243 node37367 Insolvenzgericht node41959->node37367 node29054 Anmeldung node41959->node29054 node45737 Rangvermerk node44882 Ordinalskala node40152 Merkmal node31215 Ausprägung node42051 Rang node42051->node40733 node42051->node45737 node42051->node44882 node42051->node40152 node42051->node31215 node41296 Insolvenzordnung (InsO) node44156 Restschuldbefreiung node41296->node44156 node37367->node40733 node44156->node40733 node44156->node37164 node44156->node37367 node38231->node37722 node47035 Synallagma node32058 gegenseitige Verträge node47035->node32058 node50008 Zurückbehaltungsrecht node50008->node32058 node44804 Schutzpflicht node49761 Vertrag node32058->node40733 node32058->node44804 node32058->node49761 node41642->node38231 node29639->node38231
      Mindmap Insolvenzgläubiger Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/insolvenzglaeubiger-40733 node40733 Insolvenzgläubiger node38231 Insolvenzeröffnung node40733->node38231 node32058 gegenseitige Verträge node32058->node40733 node44156 Restschuldbefreiung node44156->node40733 node42051 Rang node42051->node40733 node41959 Prüfungstermin im Insolvenzverfahren node41959->node40733

      News SpringerProfessional.de

      • "Unternehmen tragen Verantwortung für Konsumenten"

        Wer in der digitalen Welt nicht untergehen will, muss sich einige Kompetenzen aneigen. Sonst frisst die Digitalisierung ihre User, warnen Anabel Ternès und Hans-Peter Hagemes im Gespräch mit Springer Professional. Insbesondere Unternehmen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein.

      • Digitalisierung schafft Chancen für weibliche Führungskräfte

        Mittlerweile erfüllen zwar die Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt die gesetzliche Frauenquote. Aber gerade in Führungspositionen im operativen Geschäft sind Frauen, auch in der Finanzbranche, immer noch rar gesät. Und das sieht nur in einem Fachbereich besser aus.

      • Verantwortungsvolle Chefs haben mehr Stress

        Ein Chef, der sich seiner Verantwortung im Job bewusst ist, führt ein stressbelastetes Dasein. Zumindest, wenn er sich in einer gehobenen Machtposition befindet. Das haben Wissenschafter herausgefunden.

      • Dax-Vorstände verdienen noch mehr

        Wenn etwas die Gemüter erhitzt, dann sind es immer wieder die exorbitanten Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen. Eine aktuelle Studie gibt der Diskussion neue Nahrung. Demnach bekommen die CEOs von der Post, Heidelberg Cement, Adidas und Daimler unglaubliche Summen. 

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      • Konsequent digital steigert die Profite

        Je intensiver Unternehmen digitalisiert sind, desto höher ist ihr Gewinnwachstum. Allerdings braucht es dazu konsequente Strategien und den Willen zum Wandel auf allen Ebenen.

      • Warum Manager die Macht der Controller fürchten

        Die Rolle des Controllers verändert sich. Er soll gerade als Unterstützung im strategischen Bereich an Einfluss gewinnen. Doch noch ist nicht jeder Manager bereit, den Controller als Sparringspartner zu sehen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Eggert Winter
      Hessische Staatskanzlei
      Leitender Ministerialrat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Um die Besonderheiten der Kreditfinanzierung und Mezzanine‐Finanzierung zu verdeutlichen, wird zunächst im Abschn. 10.1 auf deren wesentlichen Merkmale und Voraussetzungen eingegangen. Im Mittelpunkt der darauf folgenden Abschn. 10.2 und 10.3 …
      Der Beitrag befasst sich mit der Entwicklung und dem aktuellen Status des europäischen Sanierungsrechts. Ausgehend von den angelsächsischen Vorbildern des US-amerikanischen chapter 11-Verfahrens und des englischen scheme of arrangement werden die …
      Mit Inkrafttreten des ESUG steigt die Zahl der Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Wegen des potentiellen Missbrauchsrisikos, der Möglichkeit von Fehlern und der daraus folgenden masseschmälernden Wirkung hat der Gesetzgeber das Amt des …

      Sachgebiete