Direkt zum Inhalt

EFTA

Definition

Abk. für European Free Trade Association, Europäische Freihandelsassoziation. Die EFTA verfolgt explizit nur wirtschaftspolitische Ziele. Diese sind weniger weitreichend als diejenigen der EU.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Abk. für European Free Trade Association, Europäische Freihandelsassoziation. 1. Charakterisierung: Freihandelszone. Das am 4.1.1960 unterzeichnete „Übereinkommen zur Errichtung der Europäischen Freihandels-Assoziation” (sog. Stockholmer Konvention) ist am 3.5.1960 formal in Kraft getreten. Amtssitz der EFTA ist Genf.

    2. Organe und Arbeitsweise: In Genf residiert ein sog. Sekretariat zur Verwaltung der EFTA, soweit es sich um EWR-Angelegenheiten handelt in Brüssel; die Regierungen der Mitgliedsländer unterhalten in Genf ständige Delegationen. Die EFTA-Konvention beinhaltet keine supranationalen Instanzen oder Befugnisse. Oberstes formelles Organ ist der sog. Rat. In diesem Lenkungsgremium sind alle Mitgliedsländer gleichberechtigt vertreten. Der Ratsvorsitz wechselt alle sechs Monate. Auf Ministerebene kommt der Rat jährlich zweimal zusammen. Der Rat besitzt in allen von der Konvention bestimmten Fragen umfassende Entscheidungsvollmachten. Beschlüsse des Rats sind für die Mitgliedsländer bindend. Daneben gibt es die Überwachungsbehörde ESA (EWR) und den EFTA-Gerichtshof.

    3. Ziele und spezifische Merkmale: a) Überblick: Die EFTA verfolgt explizit nur wirtschaftspolitische Ziele. Diese sind weniger weitreichend als diejenigen der Europäischen Union (EU). Neben dem Ziel der Verwirklichung des Freihandels bei industriellen Produkten enthält der EFTA-Vertrag Wettbewerbsregeln sowie Vorschriften zum Abbau technischer Handelshemmnisse. Die meisten Agrar- und Fischerei-Erzeugnisse bleiben vom innergemeinschaftlichen Freihandel und den gemeinsamen Wettbewerbsregeln weitgehend ausgenommen. Zum Zweck der Förderung des Austauschs solcher Waren bestehen mehrere bilaterale Abmachungen zwischen einzelnen EFTA-Staaten.
    b) Seit Ende 1966 ist der Handel zwischen den EFTA-Staaten mit gewerblichen Produkten (mit „Ursprung” aus einem Mitgliedsland) von allen Zöllen und auch von den meisten mengenmäßigen Importbeschränkungen befreit. Gegenüber der restlichen Welt unterhalten die EFTA-Länder jedoch uneinheitliche Handelsschranken. Dies verhindert nicht nur den Abbau der innergemeinschaftlichen Grenzkontrollen, sondern hat außerdem noch zeit- und kostenaufwändige Abfertigungsprozeduren zur Folge (z.B. kompliziert zu handhabende Ursprungsregeln; kompensatorische Nacherhebung von Zöllen auf Drittlandsgüter oder deren Anteil an weiterverarbeiteten Produkten, um Zollumgehungen zu vermeiden).
    c) Anders als bei der EU sind die Wettbewerbsregeln der EFTA-Konvention nicht auf eine Harmonisierung des Wettbewerbsrecht gerichtet. Die gemeinsamen Wettbewerbsbestimmungen betreffen ein Verbot bestimmter Arten von Subventionen, ein Verbot von wettbewerbsbeschränkenden Unternehmensabsprachen, Antidumping-Bestimmungen, Vorschriften hinsichtlich des öffentlichen Auftragswesens sowie Einschränkungen der Diskriminierungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Niederlassungsrecht.

    4. Beziehungen zur EU: Drei der vier verbliebenen EFTA-Mitgliedsstaaten bilden gemeinsam mit der EU den EWR (EFTA-EU-Beziehungen).

    5. Geschichte der EFTA: Gründungsmitglieder der EFTA (1960) waren Dänemark, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Es folgten Finnland (assoziiertes Mitglied 1961, Vollmitglied 1986), Island (1970) und Liechtenstein (1991). Zunächst standen EWG und EFTA in großer Konkurrenz. Nach dem Beitritt von Dänemark und dem Vereinigten Königreich (1973), Portugal (1986) sowie Finnland, Österreich und Schweden (1995) zur EG und dem damit einhergehenden Austritt aus der EFTA umfasst diese Rest-EFTA nur noch vier Staaten: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Island hat im Jahr 2010 Beitrittsverhandlungen mit der EU aufgenommen und im März 2015 das Beitrittsgesuch zurück genommen. Mit dem Brexit könnte sich 2019 die Situation wandeln, sofern sich das Vereinigte Königreich erneut der EFTA anschließt.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap EFTA Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/efta-34188 node34188 EFTA node54217 Brexit node34188->node54217 node33843 EU node34188->node33843 node36086 Grenzübergangschein node36086->node34188 node27056 ATLAS node36086->node27056 node32476 Europarat node36497 GASP node51964 Europarecht node51964->node34188 node51964->node32476 node51964->node36497 node54539 OSZE node51964->node54539 node35709 Freihandelszone node35709->node34188 node32950 Handelsabkommen node42303 sektorale Strukturpolitik node42303->node33843 node54229 Freihandelsabkommen node54217->node54229 node38745 Migration node54217->node38745 node51674 EUV node54217->node51674 node54509 Separatismus in der ... node54217->node54509 node47067 Zollunion node31062 Ausgleichsabgabe node31062->node33843 node34608 Europäischer Sozialfonds (ESF) node34608->node33843 node33843->node47067 node54229->node34188 node54229->node35709 node54229->node32950
      Mindmap EFTA Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/efta-34188 node34188 EFTA node54217 Brexit node34188->node54217 node33843 EU node34188->node33843 node36086 Grenzübergangschein node36086->node34188 node54229 Freihandelsabkommen node54229->node34188 node51964 Europarecht node51964->node34188

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Carsten Weerth
      Hauptzollamt Bremen
      Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management
      Dr. Eggert Winter
      Hessische Staatskanzlei
      Leitender Ministerialrat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Brexit is announced to take place and it appears, that the most probable scenario for the UK is the “Norway-Option”, i.e., to (again) become a member of the European Free Trade Association (EFTA) and join the EEA. The chapter identifies the major …
      The EFTA Court gives binding decisions on direct actions brought by ESA, or another EEA/EFTA State, but also has a role in securing the uniform interpretationuniform interpretation of EEA law in the EEA/EFTA States by issuing advisory opinions at …
      History and Membership. The Stockholm Convention establishing the Association was signed on 4 Jan. 1960 and entered into force on 3 May 1960. Founder members were Austria, Denmark, Norway, Portugal, Sweden, Switzerland and the UK. With the …

      Sachgebiete