Direkt zum Inhalt

Versandverfahren

Definition

regelt unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen der am Außenhandel beteiligten Personen die Beförderung von Waren zwischen zwei innerhalb des Zollgebiets der Gemeinschaft gelegenen Orten. Das für alle Mitgliedsstaaten geltende gemeinschaftliche Versandverfahren (gVV) unterscheidet zwischen dem externen T1-Verfahren für unverzollte Nichtgemeinschaftswaren und bes. zu überwachende Waren und dem internen T2-Verfahren für verzollte Gemeinschaftswaren.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: regelt unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen der am Außenhandel beteiligten Personen die Beförderung von Waren zwischen zwei innerhalb des Zollgebiets der Union gelegenen Orten.

    2. Arten: Der im gesamten Zollgebiet geltende Unionsversand (UV) unterscheidet zwischen dem externen T1-Verfahren für unverzollte Nicht-Unionswaren und bes. zu überwachende Waren und dem internen T2-Verfahren für verzollte Unionswaren. Letzteres findet grundsätzlich nur Anwendung, wenn zwischenzeitlich das Zollgebiet der Union verlassen wird, etwa beim Warenverkehr nach Italien über die Schweiz. Nach Art. 226 UZK können im externen Versandverfahren Nicht-Unionswaren befördert werden, ohne dass diese Waren Einfuhrabgaben oder handelspolitischen Maßnahmen unterliegen; ferner Unionswaren, die bei der Ausfuhr in ein Drittland bestimmten Unionsmaßnahmen (z.B. Marktordnung) unterzogen werden und ggf. Ausfuhrförmlichkeiten (nach Außenwirtschaftsrecht) zu erfüllen haben. Daneben treten weitere Versandverfahren. Weitere Versandverfahren sind das nach den gleichen Verfahrensregeln abzuwickelnde gemeinsame Versandverfahren (gemVV) mit den EFTA-Staaten, der Türkei, Serbien und Mazedonien. Ferner ist das Carnet TIR möglich, sofern nachstehende Voraussetzungen erfüllt sind:
    (1) eine solche Beförderung außerhalb der Union beginnen oder enden soll oder
    (2) eine solche Beförderung sowohl Warensendungen betrifft, die im Zollgebiet der Union abgeladen werden sollen, als auch Warensendungen, die in einem Drittland abgeladen werden sollen, oder
    (3) eine solche Beförderung zwischen zwei innerhalb der Union liegenden Orten über das Gebiet des Drittlandes vorgenommen wird. Schließlich ist eine Beförderung mit Carnet ATA als Versandschein zugelassen, ebenso aufgrund des Rheinmanifestes, nach dem NATO-Abkommen mit Vordruck 302 und durch die Post.

    3. Pflichtige: Die Person, die selbst oder durch einen Vertreter die Anmeldung zum UV abgibt, ist der Hauptverpflichtete, der für die ordnungsgemäße Durchführung des Verfahrens haftet. Er hat:
    (1) die Waren innerhalb der vorgeschriebenen Frist unter Beachtung der von den Zollbehörden zur Nämlichkeitssicherung getroffenen Maßnahmen unverändert der Bestimmungszollstelle zu gestellen und die Versandbegleitdokumente vorzulegen;
    (2) die Vorschriften über das UV einzuhalten. Warenführer und Warenempfänger haben in Kenntnis der Wareneingeschaften und unter Wahrung der Nämlichkeitssicherung für eine fristgerechte Gestellung der Waren bei der Bestimmungszollstelle zu sorgen. Im UV wird i.d.R. die Nämlichkeit der Ware durch amtlichen Verschluss gesichert (Zollschnur und Zollblei) oder im Vereinfachten Verfahren des Zugelassenen Versenders mit zugelassenen Zollverschlüssen Tyden Seal oder Mini-Break-Away.

    Der Hauptverpflichtete hat im UV eine Sicherheit zu leisten, damit die Erfüllung der Zollschuld und die Zahlung der übrigen Einfuhrabgaben gewährleistet ist (Art. 233 I Buchst. c UZK).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Versandverfahren Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/versandverfahren-47862 node47862 Versandverfahren node38563 Nicht-Unionswaren node47862->node38563 node50766 Zollschuld node47862->node50766 node34368 Einfuhrabgaben node47862->node34368 node36587 Unionswaren node47862->node36587 node51021 Zollstelle für die ... node49709 Besondere Verfahren node51021->node49709 node30113 Aufgabe zugunsten der ... node30113->node49709 node53528 Unionszollkodex node49709->node47862 node49709->node53528 node33590 gemeinschaftliches Versandverfahren node33590->node47862 node33843 EU node49659 Zollanmeldung node49659->node47862 node50261 Versandanmeldung node50261->node47862 node50261->node33590 node50261->node33843 node50261->node49659 node50827 Ware node30053 Abgangszollstelle node30819 Betrieb node38563->node36587 node50413 zugelassener Versender node50413->node47862 node50413->node50827 node50413->node30053 node50413->node30819 node49763 Verzollung node49763->node34368 node50766->node34368 node44127 Sicherheitsleistung node44127->node34368 node36745 Einfuhr node34368->node36745 node47259 Transitlager node47259->node38563 node47055 Vorbesichtigung node47055->node38563 node49561 Veredelungsverkehr node49561->node38563 node50967 Veredelungserzeugnisse node50967->node49709
      Mindmap Versandverfahren Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/versandverfahren-47862 node47862 Versandverfahren node38563 Nicht-Unionswaren node47862->node38563 node34368 Einfuhrabgaben node47862->node34368 node50413 zugelassener Versender node50413->node47862 node50261 Versandanmeldung node50261->node47862 node49709 Besondere Verfahren node49709->node47862

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Carsten Weerth
      Hauptzollamt Bremen
      Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management

      Bücher

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Bücher auf springer.com

      Sachgebiete