Direkt zum Inhalt

Finanzverfassung

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Gesamtheit der finanzrechtlichen Grundregelungen zur Aufgaben- und Einnahmenverteilung zwischen öffentlichen Aufgabenträgern, bes. zur Gesetzgebungszuständigkeit, Steuerertragshoheit und Verwaltungshoheit der Steuern.

    1. Aufgabenverteilung (geregelt durch einschlägige Bestimmungen im GG, im 10. Abschnitt "Finanzwesen" - Art. 104a–115 GG): Die ausschließliche bzw. konkurrierende Gesetzgebungshoheit steht für die meisten Aufgaben dem Bund zu, die Verwaltungshoheit (Art. 108 GG) dagegen obliegt - mit einigen wichtigen Ausnahmen (z.B. Zölle, Abgaben im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft) - grundsätzlich den Ländern.

    2. Einnahmenverteilung: Die Steuern sind überwiegend als Verbundsteuern (Verbundsystem) ausgestaltet, bei denen die Gesetzgebungskompetenz dem Bund zusteht, das Aufkommen aber zwischen Bund und Ländern (Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer) bzw. Bund, Ländern und Gemeinden (Einkommensteuer Art. 106 V GG, Umsatzsteuer nach Art. 106 Va GG, Abgeltungsteuer auf Zinsen und Veräußerungserträge) aufgeteilt wird. Daneben existieren Steuern nach dem Trennsystem, deren Aufkommen dem Bund (Finanzmonopole, die meisten Verbrauchsteuern, die Kraftfahrzeugsteuer) oder den Ländern (Biersteuer, Erbschaftssteuer, Spielbanksteuer) und Gemeinden (Grundsteuer, Gewerbesteuer, Hundesteuer) ausschließlich zufließen. Dies wird durch die Kompetenzen der EU zunehmend erweitert werden; vgl. auch FinanzausgleichKonnexitätsprinzip.

    3. Haushaltswirtschaft (Art. 109-115 GG): Bund und Länder sind in ihrer Haushaltswirtschaft grundsätzlich selbstständig und unabhängig (Art. 109 I GG). Ein Haushaltsplan mit allen Einnahmen und Ausgaben des Bundes ist aufzustellen (Art. 110 I GG). Der Haushaltsplan gilt für ein oder mehrere Rechnungsjahre (Art. 110 II GG). Überplanmäßige und außerplanmäßige Ausgaben bedürfen der Zustimmung des Bundesministers der Finanzen (Art. 112 S. 1 GG). Artikel 115 GG regelt die Kreditwirtschaft des Bundes.

    Mindmap Finanzverfassung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/finanzverfassung-34819 node34819 Finanzverfassung node33547 Grundsteuer node34819->node33547 node49950 Verbrauchsteuern node34819->node49950 node36315 Gewerbesteuer node34819->node36315 node44367 Parafisci node53025 Grundbesitzabgaben node53025->node33547 node33547->node36315 node46209 Realsteuern node33547->node46209 node34368 Einfuhrabgaben node34368->node49950 node31247 Außenwirtschaftsgesetz (AWG) node31247->node49950 node38536 Landessteuern node49603 Umsatzsteuer node49603->node49950 node49950->node38536 node28592 Bundesstaat node32290 Grundgesetz (GG) node35960 Föderalismus node32290->node35960 node35960->node34819 node35960->node44367 node35960->node28592 node33145 Gesetzgebungskompetenz node33145->node34819 node32030 Finanzausgleich node33145->node32030 node27160 Bundessteuern node33145->node27160 node38402 konkurrierende Gesetzgebungskompetenz node33145->node38402 node36671 Gesellschaft mit beschränkter ... node36671->node36315 node41465 Investitionsrechnung node41465->node33547 node41465->node36315 node31152 Betriebsstätte node31152->node36315 node36584 Gewerbebetrieb node36315->node36584 node32030->node34819 node32030->node35960 node40433 Kompetenz node40433->node33145
    Mindmap Finanzverfassung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/finanzverfassung-34819 node34819 Finanzverfassung node36315 Gewerbesteuer node34819->node36315 node49950 Verbrauchsteuern node34819->node49950 node33547 Grundsteuer node34819->node33547 node33145 Gesetzgebungskompetenz node33145->node34819 node35960 Föderalismus node35960->node34819

    News SpringerProfessional.de

    Literaturhinweise SpringerProfessional.de

    Bücher auf springer.com

    Sachgebiete