Direkt zum Inhalt

Forschung und Entwicklung (F&E)

(weitergeleitet von Forschung)
Definition

Forschung und Entwicklung ist die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden in geplanter Form. Während unter Forschung der generelle Erwerb neuer Kenntnisse zu verstehen ist, setzt sich die Entwicklung mit deren erstmaliger konkretisierender Anwendung sowie praktischer Umsetzung auseinander.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Suche nach neuen Erkenntnissen unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden und in geplanter Form. Forschung ist der generelle Erwerb neuer Kenntnisse, Entwicklung deren erstmalige konkretisierende Anwendung und praktische Umsetzung. Die neuen Kenntnisse können sich sowohl auf Produkte als auch auf (Herstellungs-)Verfahren und Produkt- sowie Verfahrensanwendungen erstrecken. Entbehrt Forschung noch eines realen Verwertungsaspekts, so handelt es sich um Grundlagenforschung. Die angewandte Forschung ist dagegen bereits auf konkrete Anwendungsmöglichkeiten hin ausgerichtet.

    Eine bes. Form des Konzipierens (von Produkten) vollzieht sich beim Konstruieren bzw. bei der Konstruktion. Im Gegensatz zur Entwicklung entbehrt dies meist des Merkmals der Neuheit, weil es sich vorwiegend auf ein kombinatives Anwenden bekannter Konstruktionsprinzipien beschränkt. Das Konstruieren zielt zudem stets nur auf ein Gestalten geometrisch exakt zu definierender Produkte hin.

    2. Prozess der Forschung und Entwicklung: a) Planung: Diese Phase umfasst:
    (1) eindeutige Zielplanung: Die Ergebnisse müssen sich jeweils unter Berücksichtigung der zeitlichen Dimension in projektbezogenen Pflichtenheften und generell in den F&E-Programmen niederschlagen.
    (2) Mittelplanung: Planung der Verfügbarkeit benötigter Ressourcen im Sinn von zu investierenden Geräten etc. und freizustellendem oder einzustellendem Personal, aber auch von einzusetzenden Budgets, stets bez. Volumina, Zweckbindung und Zeit.
    (3) Projektplanung: Planung der einzelnen Projekte und zwar hinsichtlich ihres Entstehens, ihrer Beurteilung in jeweils unterschiedlichen Reifestadien und ihrer Abläufe (Arbeits-, Reihenfolge- und Terminplanungen).

    b) Organisation: Mögliche Ansatzpunkte für die Organisation von F&E-Aktivitäten bilden Überlegungen zur Institutionalisierung derselben als unternehmungsautonome oder unternehmungsübergreifende Gemeinschaftsforschung oder als (kommerzielle) Auftragsforschung. Außerdem werden innerbetriebliche Fragen wie bspw. die nach der Organisationsstruktur in einem F&E-Bereich und dessen Einbringung in die Unternehmenshierarchie geklärt.

    c) Kontrolle: Berichte über Ereignisse, Zwischenergebnisse, Fehlschläge, Verzögerungen etc. an eine nach Projekten differenzierende und von Abrechnungszeiträumen ggf. absehende Kosten- und Budgetüberwachung, um nötigenfalls die Planansätze rechtzeitig revidieren oder andernfalls in die Abwicklung der F&E-Projekte regulierend eingreifen zu können.

    3. Probleme: a) Beim Übergang der in F&E erarbeiteten Erkenntnisse aus dem F&E-Bereich bzw. Konstruktionsbereich heraus in die eigene Produktion oder die fremde Produktion bei Lizenznehmern stellen sich Probleme des Technologietransfers. Dies ist die Übermittlung konzeptuell gewonnener Informationen an die meist anderen Denkschemata verhafteten Informationsverwerter.

    b) Die Schwierigkeiten einer Beurteilung der Effizienz von F&E resultieren großenteils aus den Besonderheiten der sich hier vollziehenden Leistungserstellungen:
    (1) Die Einmaligkeit, mit der jeweils ein Produkt erstellt werden soll.
    (2) Mehrfache Unsicherheiten bez. Erfolg und Kosten, die auf dem Weg dorthin wirksam werden.
    (3) Kenntnisse, Intellekt und Kreativität des F&E-Personals prägen die F&E-Prozesse mehr als die sonst markanten repetitiven Tätigkeiten.

    Vgl. auch technischer Fortschritt, Innovation, Technologiemanagement.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Forschung und Entwicklung (F&E) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/forschung-und-entwicklung-fe-36421 node36421 Forschung und Entwicklung ... node39624 Innovation node36421->node39624 node50999 Technologietransfer node36421->node50999 node47146 Vollkostenrechnung node42402 Produktionsprogrammplanung node47146->node42402 node28569 Auslandstochtergesellschaft node38931 internationale Unternehmung node40825 internationale Forschung und ... node40825->node36421 node40825->node28569 node40825->node38931 node29070 Auslandsniederlassung node40825->node29070 node28034 Computersystem node35996 Endbenutzer node28581 Datenverarbeitung node35347 individuelle Datenverarbeitung (IDV) node40695 Information Center node40695->node36421 node40695->node28034 node40695->node35996 node40695->node28581 node40695->node35347 node46138 Stückdeckungsbeitrag node46138->node42402 node46854 Operations Research (OR) node43805 Produktionsprogramm node42402->node36421 node42402->node46854 node42402->node43805 node47543 technologieorientierte Unternehmensgründungen node47543->node36421 node45377 Produktionsprozess node50999->node39624 node50999->node47543 node50999->node45377 node40581 Innovationsdichte node40581->node39624 node40363 Innovationsforschung node40363->node39624 node52239 Gründungsidee node52239->node39624 node54513 Corporate Entrepreneurship node54513->node39624
      Mindmap Forschung und Entwicklung (F&E) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/forschung-und-entwicklung-fe-36421 node36421 Forschung und Entwicklung ... node39624 Innovation node36421->node39624 node50999 Technologietransfer node36421->node50999 node42402 Produktionsprogrammplanung node42402->node36421 node40695 Information Center node40695->node36421 node40825 internationale Forschung und ... node40825->node36421

      News SpringerProfessional.de

      • Was Bewerber garantiert abschreckt

        Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep ist simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

      • Big Brother im Büro

        Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch.

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      • Digitalisierung in betrieblicher Altersvorsorge angekommen

        Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der betrieblichen Altersvorsorge angekommen. Die aktuelle Mercer-Studie deckt Details auf und erklärt, wieso sich zwei Drittel der befragten Unternehmen eine digitale Informationsplattform wünschen.

      • Industrie 4.0 – und Schicht im Schacht?

        Je nach Standpunkt und Blickwinkel scheint der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung der Industrie zur Industrie 4.0 positive oder negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzentwicklung zu versprechen. Wirtschaftsforscher haben jetzt eine Gesamtschau versucht.

      • Agile Führung zur Stärkung der Veränderungsintelligenz

        Braucht Agilität überhaupt noch Führung? Oder sind Führung und Agilität nicht ein Widerspruch in sich? Wie das Konzept der Veränderungsintelligenz zeigt, hängt die Antwort vom jeweiligen Agilitätskontext ab, so Gastautorin Antje Freyth.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt
      Univ. Erlangen-Nürnberg,
      Fachbereich Wirtschaftswissenschaften,
      Lehrstuhl für Industriebetriebslehre
      Ordentlicher Professor
      Prof. Dr. Günter Müller-Stewens
      Universität St. Gallen,
      Institut für Betriebswirtschaft
      Direktor
      Prof. Dr. Martin G. Möhrle
      Universität Bremen,
      Lehrstuhl für BWL,
      Innovation und Kompetenztransfer
      Lehrstuhlinhaber
      Prof. Dr. Dieter Specht
      BTU Cottbus,
      Lehrstuhl für Produktionswirtschaft
      Professor für Produktionswirtschaft

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der Autor zeigt Strukturveränderungen internationaler Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) innerhalb der globalen Informations- und Kommunikationstechnischen Industrie (IKT) auf und untersucht die Schwerpunktverlagerung technologischer …
      Philipp Benzinger untersucht Determinanten und Effizienz multinationaler F&E-Organisationen deutscher Aktiengesellschaften. Basierend auf 120 Unternehmen und 888 beobachteten Unternehmensjahren im Zeitraum von 2002 bis 2011 belegt die empirische …

      Sachgebiete