Direkt zum Inhalt

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Definition

vergibt als Förderbank und Mittelstandsbank günstige Kredite im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung u.a. für Existenzgründer und den Mittelstand sowie zugunsten des Umweltschutzes und der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.
Zur KfW Bankengruppe gehören die KfW Mittelstandsbank, die KfW Privatkundenbank, die KfW Kommunalbank, die KfW IPEX-Bank (Internationale Projekt- und Exportfinanzierung), die KfW Entwicklungsbank und die DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft).

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Charakterisierung: Wirtschaftsförderinstitut, das im Einklang mit strukturpolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung, teils auch im Regierungsauftrag, aber in eigener Verantwortung nach bankwirtschaftlichen Grundsätzen handelt. Dies gilt bes. hinsichtlich der bankmäßigen Vertretbarkeit von Kreditrisiken. Im Bereich der inländischen Wirtschaftsförderung werden die Kredite vorwiegend im Rahmen von Kreditprogrammen vergeben, die für alle Kreditnehmer (und die durchleitenden Geschäftsbanken) einheitliche Konditionen vorsehen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau beschränkt sich aufgrund ihres gesetzlichen Auftrags auf solche Kreditgeschäfte, bei denen sie nicht in Konkurrenz zu den Geschäftsbanken tritt (Prinzip der Subsidiarität). Anteilseigner sind der Bund (80 Prozent) und die Bundesländer (20 Prozent). Die KfW Bankengruppe gilt nicht als Kreditinstitut im Sinn von § 1 KWG (§ 2 I Nr. 2 KWG); sie unterliegt aber der Bankenaufsicht mit Bezug auf Millionenkredite nach § 14 KWG und das Refinanzierungsregister (§§ 22a-22f KWG). Dem Vorstand obliegt die Geschäftsführung und die Vermögensverwaltung. Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus Vertretern der Politik und der Kreditwirtschaft sowie aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Vertretern der Gewerkschaften.

    Niederlassungen befinden sich neben dem Hauptsitz in Frankfurt a.M. auch in Berlin, Bonn und Köln. Vertreter der KfW Bankengruppe arbeiten in rund 80 Städten weltweit.

    Die Kreditanstalt für Wiederaufbau wurde 1948 als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt a.M. gegründet, um den Wiederaufbau der dt. Wirtschaft zu finanzieren. Dabei entwickelte die Förderbank der Bundesrepublik Deutschland v.a. Programme für den Mittelstand und für Existenzgründer sowie für die Exportfinanzierung. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands flossen beträchtliche Mittel in mittelständische Wirtschaftsstrukturen der neuen Bundesländer.

    Im Juli 2003 übernahm die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) mit dem Ziel einer transparenten und effizienten Förderung von Mittelstand und Existenzgründern (KfW Mittelstandsbank). Das Inlandsfördervolumen der KfW Bankengruppe betrug im Jahre 2017 51,8 Mrd. Euro. An die gewerbliche Wirtschaft hat die KfW in 2017 21,9 Mrd. Euro ausgereicht. Im weit überwiegenden Teil profitierten hiervon kleine und mittelständische Unternehmen. Im internationalen Geschäft wurden Kredite in Höhe von weiteren 23,8 Mrd. Euro vergeben.

    2. Hauptaufgaben/Hauptgeschäftsfelder: Die KfW Bankengruppe profilierte sich in den letzten Jahren auch als Förderbank der europäischen Wirtschaft. Sie ist in den Geschäftsfeldern Investitionsfinanzierung, Export- und Projektfinanzierung, Mezzanine-Finanzierungen, Eigenkapitalprodukte, der finanziellen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern sowie in Beratungsangeboten und weiteren Dienstleistungen tätig.

    3. Weitere Aufgaben/Geschäftsfelder sind die Förderung von Umwelt, Wohnen, Infrastruktur und Bildung. Bildungsförderung wird geleistet für Privatpersonen (Bildungskredit, Meister-BAföG, BAföG-Bankdarlehen). Investitionsfinanzierungen dt. Unternehmen im Ausland werden unterstützt (z.B. Neugründungen, Akquisitionen, Joint Ventures). Diese Art von Finanzierung kann sehr flexibel ausgestaltet werden, z.B. durch beteiligungsähnliche Darlehen, bei denen die Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Teil des wirtschaftlichen Unternehmensrisikos trägt. Bei Investitionen im Ausland können sog. politische Risiken durch eine Investitionsgarantie des Bundes abgedeckt werden. Strukturierte Finanzierungen bestehen aus der Kombination verschiedener Kapitalmarktinstrumente. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau refinanziert ihre Kredite überwiegend auf dem nationalen und internationalen Kapitalmarkt durch die Ausgabe von Schuldverschreibungen (Anleihen) und die Aufnahme von Darlehen. Im Jahr 2016 hat die KfW an den internationalen Kapitalmärkten Mittel in Höhe von 72,8 Mrd. Euro aufgenommen. Für einzelne Kreditprogramme werden auch Mittel des ERP-Sondervermögens eingesetzt (ERP-Kredite). In den Jahren 2000/2001 begann die Kreditanstalt für Wiederaufbau Verbriefungsprogramme für Bankkredite (sog. Promotional Mittelstand Loan Securitisation und Provide-Residential Mortgage Securitisation). Dies soll die weitere Vergabe von Mittelstands- Wohnungsbaukrediten ermöglichen. Das "KfW Sonderprogramm 2009" wurde seitens der Bundesregierung als Reaktion auf die Finanzmarktkrise eingeführt, um insbesondere die  mittelständische Kreditversorgung sicherzustellen.

    Zur lokalen Finanzierung im Ausland gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau Globaldarlehen an Partnerbanken in Europa. Hiermit sollten kleine und mittlere Unternehmen sowie Infrastrukturvorhaben und Wohnungsbau unterstützt werden. Die im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern vergebenen Kredite und Zuschüsse werden aus dem Bundeshaushalt finanziert.

    4. Tochtergesellschaften und wichtige Beteiligungen:
    (1) KfW IPEX-Bank GmbH: für Projekt- und Unternehmensfinanzierung sowie für Handels- und Exportfinanzierung zuständig;
    (2) Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG): Förderung des Engagements privater Unternehmen in Entwicklungs- und Transformationsländern;
    (3) Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH (tbg): Betreuung von Altengagements. Neugeschäfte in der Beteiligungsfinanzierung erfolgen durch die KfW Mittelstandsbank;
    (4) Finanzierungs- und Beratungsgesellschaft (FuB): Abwicklung von Sonderaufgaben der Währungsumstellung und die Geschäftsbesorgung für die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben;
    (5) Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena): Förderung rationeller und umweltschonender Energieerzeugung und -nutzung (einschließlich erneuerbarer Energien).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kreditanstalt-fuer-wiederaufbau-kfw-40734 node40734 Kreditanstalt für Wiederaufbau ... node37317 Kreditinstitute node40734->node37317 node53049 KfW-Effizienzhaus node53049->node40734 node53057 kontrollierte Wohnraumlüftung node53049->node53057 node53170 Passivhaus node53049->node53170 node30314 Altanlagen node53133 Niedrigenergiehaus node31645 Bauherr node52971 Energieeinsparverordnung node52971->node40734 node52971->node30314 node52971->node53133 node52971->node31645 node36726 Eigenheim node52971->node36726 node53037 Hausbankfunktion node53037->node40734 node53037->node37317 node53050 KfW - Energieeffizient ... node53050->node53049 node48087 Unternehmen node37317->node48087 node28914 Ausfuhrkreditgesellschaft mbH (AKA) node30827 Bank-zu-Bank-Kredit node27618 Bestellerkredit node33880 gebundene Finanzkredite node33880->node40734 node33880->node28914 node33880->node30827 node33880->node27618 node52900 Beleihungswertermittlung node52900->node37317 node52932 Darlehens- und Sicherheitenübertragung node52932->node37317 node52873 anlassbezogene Überprüfung von ... node52873->node37317
      Mindmap Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kreditanstalt-fuer-wiederaufbau-kfw-40734 node40734 Kreditanstalt für Wiederaufbau ... node37317 Kreditinstitute node40734->node37317 node33880 gebundene Finanzkredite node33880->node40734 node53049 KfW-Effizienzhaus node53049->node40734 node53037 Hausbankfunktion node53037->node40734 node52971 Energieeinsparverordnung node52971->node40734

      News SpringerProfessional.de

      • Was Arbeit in Europa kostet

        Für eine Arbeitsstunde zahlt die deutsche Wirtschaft durchschnittlich 34,1 Euro. Doch bei den Arbeitskosten gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede: Es geht noch teurer – aber auch viel billiger.

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Henning Klodt
      Institut für Weltwirtschaft
      Leiter des Zentrums Wirtschaftspolitik
      Prof. Dr. Jörn Altmann
      ESB Business School,
      Reutlingen University,
      Lehrstuhl International Finance
      Jan-Hendrik Krumme
      Sekretariat der Kultusministerkonferenz
      Referatsleiter Personalwesen, Organisation, Rechts- und Grundsatzangelegenheiten
      Prof. Dr. habil. Stephan Schöning
      SRH Hochschule Heidelberg Campus Calw
      Professur für Allgemeine BWL und Finanzen

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die KfW ist ein Förderinstitut mit wirtschaftspolitischer Aufgabenstellung und steht im Eigentum des Bundes (80%) und der Bundesländer (20%). Die Tätigkeit fugt sich in das Konzept der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzpolitik ein, die Erfüllung …
      Die KfW — Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstraße 5–9, 60325 Frankfurt/Main, Telefon: 069/7431-0, Telefax: 069/7431 2944, wurde 1948 (als Anstalt des öffentlichen Rechts) gegründet, um Mittel aus der Marshallplan-Hilfe für den …
      Die staatliche KfW-Bank (ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau) steigt bei Ecocraft ein. Sie beteiligt sich mit 15 % an dem Elektrofahrzeughersteller aus Wunstorf bei Hannover. Ecocraft baut Kleintransporter für den Stadt- und Werksverkehr.