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Identitätsprinzip

Definition

Wissenschaftstheorie: gedankliche Konstruktion, mit deren Hilfe aus einem weiteren Erfahrungsobjekt ein engeres Erkenntnisobjekt gewonnen werden soll. Kostenrechnung: maßgebliches Kostenverteilungsprinzip der Einzelkostenrechnung. Bilanzierung: Bilanzidentität.

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Wissenschaftstheorie
    2. Kostenrechnung
    3. Bilanzierung

    Wissenschaftstheorie

    1. Begriff: gedankliche Konstruktion, mit deren Hilfe aus einem weiteren Erfahrungsobjekt ein engeres Erkenntnisobjekt gewonnen werden soll. Das Identitätsprinzip hat daher eine Selektionsfunktion. Innerhalb der Betriebswirtschaftslehre (BWL) kommt ihm (heute in deutlich abgeschwächter Form) Bedeutung zu, wenn das betriebswirtschaftliche Erfahrungsobjekt ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität (Privatwirtschaftslehre) oder der Wirtschaftlichkeit (Wirtschaftlichkeitsprinzip) betrachtet wird.

    2. Bedeutung: Wegen der Gefahr, dass auf diese Weise bedeutsame Fragestellungen ausgeklammert werden, wird auf der Notwendigkeit einer Abgrenzung mittels Identitätsprinzip in der neueren Betriebswirtschaftslehre kaum mehr beharrt.

    Kostenrechnung

    maßgebliches Kostenverteilungsprinzip der Einzelkostenrechnung. Kosten (bzw. Erlöse, Ausgaben, Einnahmen, Gütereinsatz oder -verbrauch) werden einer Bezugsgröße nur zugerechnet, wenn Bezugsgröße (z.B. die erstellte Leistung) und Kosten (bzw. Erlöse, Ausgaben, Einnahmen, Gütereinsatz oder -verbrauch) auf einen identischen dispositiven Ursprung zurückgeführt werden können, d.h. auf einen identischen Entscheidungszusammenhang. Leistungsentstehung und Güterverbrauch (einschließlich der Inanspruchnahme der Potenzialfaktoren) sind die gekoppelten positiven und negativen Wirkungen des technischen Kausalprozesses (kombinierter Einsatz aller benötigten Mittel unter spezifischen Ablaufbedingungen), dessen man sich bedient, um das angestrebte Ziel der Entstehung der gewollten Leistung zu erreichen. Das Identitätsprinzip ist auf naturwissenschaftliche und technische Vorgänge (z.B. Einsatz-/Ausbringungsbeziehungen) sowie auf Verträge und rechtliche Vorschriften und damit auf die Zurechnung von Erlösen und Ausgaben bzw. Zahlungen anwendbar. Werden bei der Anwendung des Identitätsprinzips Reihenfolge und Zeitpunkte der Entscheidungen sowie dabei festgelegte Rangfolgen und Realisationsstadien berücksichtigt, kann eine andere, von der im Fall der statischen Betrachtung abweichende Beurteilung der Zurechenbarkeit die Folge sein.

    Bilanzierung

    Bilanzidentität.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Jean-Paul Thommen
      European Business School,
      Schloss Reichartshausen
      Head of Chair, Chair of Organizational Behavior
      Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
      WHU – Otto Beisheim School of Management, Institut für Management und Controlling (IMC)
      Direktor
      Prof. Dr. Thilo Seyfriedt
      Hochschule Offenburg, Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen
      Professur für ABWL sowie Finanzierung, Rechnungslegung und Steuern

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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