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Ertragswert

(weitergeleitet von Zukunftserfolgswert)
Definition

In der Unternehmensbewertung der Gegenwartswert der künftigen Einzahlungs­über­schüs­se aus der unternehmerischen Produktions- und Absatztätigkeit. Man erhält ihn durch Abzinsen der künftig erwarteten Zahlungen mit einem (ggf. risikoangepassten) Zinssatz.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Unternehmungsbewertung
    2. Steuerrecht

    Unternehmungsbewertung

    1. Begriff: Barwert bzw. Kapitalwert zukünftiger Zahlungsüberschüsse aus einem Investitionsobjekt "Unternehmung" (entsprechend auch als Zukunftserfolgswert bezeichnet), über die der Eigentümer verfügen kann.

    2. Ermittlung: Die Barwertberechnung verlangt einen Zinsfuß i; ist dieser periodenunabhängig und sicher und sind die Zahlungsüberschüsse Ct periodenabhängig sowie sicher, so folgt:

    MathML (base64):PG1hdGggeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzE5OTgvTWF0aC9NYXRoTUwiIG1hdGhzaXplPSIyMCI+Cjxtc3ViPgo8bWk+QzwvbWk+Cjxtbj4wPC9tbj4KPC9tc3ViPgo8bW8+PTwvbW8+Cjxtc3Vic3VwPgo8bW8+4oiRPC9tbz4KPG1yb3c+CjxtaT50PC9taT4KPG1vPj08L21vPgo8bW4+MTwvbW4+CjwvbXJvdz4KPG1pPlQ8L21pPgo8L21zdWJzdXA+Cjxtc3ViPgo8bWk+QzwvbWk+CjxtaT50PC9taT4KPC9tc3ViPgo8bW8+LzwvbW8+Cjxtc3VwPgo8bWZlbmNlZCBjbG9zZT0iKSIgb3Blbj0iKCI+Cjxtcm93Pgo8bW4+MTwvbW4+Cjxtbz4rPC9tbz4KPG1pPmk8L21pPgo8L21yb3c+CjwvbWZlbmNlZD4KPG1pPnQ8L21pPgo8L21zdXA+Cjxtbz4uPC9tbz4KPC9tYXRoPgo=

    Für unendlich lange anfallende Zahlungsüberschüsse in derselben Höhe geht die Formel über in die Rentenformel:

    MathML (base64):PG1hdGggeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzE5OTgvTWF0aC9NYXRoTUwiIG1hdGhzaXplPSIyMCI+Cjxtc3ViPgo8bWk+QzwvbWk+Cjxtbj4wPC9tbj4KPC9tc3ViPgo8bW8+PTwvbW8+CjxtZnJhYz4KPG1pPkM8L21pPgo8bWk+aTwvbWk+CjwvbWZyYWM+Cjxtbz4sPC9tbz4KPC9tYXRoPgo=

    für unendlich lange mit der konstanten Wachstumsrate w steigende Zahlungsüberschüsse:

    MathML (base64):PG1hdGggeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzE5OTgvTWF0aC9NYXRoTUwiIG1hdGhzaXplPSIyMCI+CjxtaT5DPC9taT4KPG1vPj08L21vPgo8bWZyYWM+Cjxtc3ViPgo8bWk+QzwvbWk+Cjxtbj4xPC9tbj4KPC9tc3ViPgo8bWZlbmNlZCBjbG9zZT0iKSIgb3Blbj0iKCI+Cjxtcm93Pgo8bWk+aTwvbWk+Cjxtbz4tPC9tbz4KPG1pPnc8L21pPgo8L21yb3c+CjwvbWZlbmNlZD4KPC9tZnJhYz4KPC9tYXRoPgo=

    mit i > w und C1 als Zahlungsüberschuss der ersten Periode.

    Da zukünftige Zahlungsüberschüsse nicht sicher und Wahrscheinlichkeitsverteilungen unhandlich sind, erfolgt eine Reduktion der Wahrscheinlichkeitsverteilungen auf Erwartungswerte, diskontiert mit einem risikoangepassten Zinsfuß (landesüblichen Zinsfuß zzgl. Risikoprämie), oder eine Verdichtung der Wahrscheinlichkeitsverteilungen auf Sicherheitsäquivalente, diskontiert mit dem (quasi-sicheren) landesüblichen Zinsfuß (Unternehmungsbewertung).

    Steuerrecht

    1. Bewertung von Grundstücken bei der Grundsteuer: Durch Anwendung des vereinfachten Reinertragsverfahrens ermittelter Wert eines bebauten Grundstücks für Zwecke der Einheitsbewertung (§§ 78–82 BewG); Einheitswert.

    a) Anwendungsbereich: Mit dem Ertragswert sind i.d.R. zu bewerten Mietwohngrundstücke, Geschäftsgrundstücke, gemischtgenutzte Grundstücke, Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser. Dieser Einheitswert gilt nur noch bei der Grundsteuer.

    b) Wertermittlung: Der Grundstückswert (Grund und Boden, Gebäudewert und der Wert der Außenanlagen; Grundstücksbewertung) ergibt sich aus gesetzlich festgelegten Vervielfältiger mal Jahresrohmiete. Für die Bestimmung der Jahresrohmiete ist von den Wertverhältnissen zum 1.1.1964 auszugehen.

    Ermäßigungen und Erhöhungen bis zu 30 Prozent bei außergewöhnlicher Grundsteuerbelastung und/oder wertmindernden oder -erhöhenden (wie ungewöhnlich starke Beeinträchtigungen durch Lärm, Rauch oder Gerüche, behebbare Baumängel und Bauschäden oder die Notwendigkeit baldigen Abbruchs) Umständen möglich.

    Beim Wirtschaftsteil eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ist der Ertragswert der Nutzungen oder Nutzungsteile das 18-fache des Reinertrages; er wird durch vergleichendes Verfahren (Vergleichswert, Vergleichszahl, Bewertungsstützpunkte) festgestellt (§§ 36 ff. BewG).

    Vgl. auch Abschlag, Einheitswerte.

    2. Bewertung von bebauten Grundstücken bei der Erbschaftsteuer: Mit der Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer, die zum 1.1.2009 in Kraft getreten ist, beabsichtigte der Gesetzgeber u.a. die Umsetzung der Bewertungsmethoden von Immobilien annäherungweise an den gemeinen Wert (§ 177 BewG). Hierfür stützt sich das neue Bewertungsrecht auf typisierende Bewertungsmethoden wie den Ertragswert. So erfolgt die neue Bewertung von Mietwohngrundstücken, von Geschäftsgrundstücken und gemischt genutzten Grundstücken, für die sich eine vergleichsübliche Miete ermitteln lässt, nach dem Ertragswertverfahren (§ 182 BewG). Dabei ermittelt sich der Gebäudewert aus dem Rohertrag nach Abzug der Bewirtschaftungskosten (= Reinertrag) und der Bodenwertverzinsung der Gebäudereinertrag. Unter Berücksichtigung eines Vervielfältigers, der sich aus dem Liegenschaftszinssatz und der Restnutzungsdauer ergibt, wird der Gebäudeertragswert berechnet. Zur Ermittlung des Grundbesitzwertes wird ebenso Ertragswert zugrunde gelegt. Der Gesamtwert setzt sich aus dem Ertragswert und dem Bodenwert zusammen (§ 185 BewG ff.).

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Wolfgang Breuer
      RWTH Aachen,
      Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre,
      insb. Betriebliche Finanzwirtschaft
      Professor
      Prof. Dr. Claudia Breuer
      Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe - University of Applied Sciences
      Professorin für Finanzwirtschaft und Nachhaltigkeit
      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin
      Prof. Dr. Klaus Henselmann
      Friedrich-Alexander-Universität,
      Erlangen Nürnberg
      Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Prüfungswesen

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Sachgebiete

      Interne Verweise