Direkt zum Inhalt

Grundstück

Definition

I. Bürgerliches Recht: Begrenzter, durch Vermessung gebildeter Teil der Erdoberfläche, der im Grundbuch als selbstständiges Grundstück eingetragen ist.
II. Steuerrecht: Wirtschaftliche Einheit des Grundvermögens; Unterfall des Grundbesitzes.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Bürgerliches Recht
    2. Steuerrecht

    Bürgerliches Recht

    Begrenzter, durch Vermessung gebildeter Teil der Erdoberfläche, der im Grundbuch als selbstständiges Grundstück eingetragen ist.

    Gegensatz: bewegliche Sache (Mobilie).

    Steuerrecht

    1. Bewertungsgesetz: a) Begriff: Wirtschaftliche Einheit des Grundvermögens; Unterfall des Grundbesitzes. Zu den Grundstücken im Sinn des Bewertungsgesetzes gehört auch Erbbaurecht und Teileigentum (Wohnungseigentum).

    b) Für Grundstücke werden für Zwecke der Grundsteuer Einheitswerte ermittelt, für die Grunderwerbsteuer sog. Bedarfswerte, und für Erbschaftsteuerzwecke wird seit der Erbschaftsteuerreform grundsätzlich der gemeine Wert herangezogen. Die Einheitswerte werden bislang nach dem Ertragswertverfahren (Ertragswert) oder dem Sachwertverfahren (Sachwert) ermittelt (Grundstücksbewertung):
    (1) Bebaute Grundstücke: Bewertungsverfahren richtet sich nach Grundstücksart, Ausstattungsmerkmalen und Verfahrensvoraussetzungen (§ 76 BewG);
    (2) unbebaute Grundstücke: Bewertung mit dem gemeinen Wert. Die „alte“ Bedarfsbewertung (§§ 138 ff. BewG) soll zukünftig nur noch bei der Ermittlung der Grunderwerbsteuer zugrunde gelegt werden. Bei der Bedarfsbewertung wird für unbebaute Grundstücke von den Bodenrichtwerten ausgegangen (§ 145 BewG), die um einen Abschlag von 20 Prozent ermäßigt werden. Bebaute Grundstücke werden mit dem 12,5-fachen der Jahresmiete, vermindert um einen maximal 25-prozentigen Abschlag für das Alter des Gebäudes und ggf. erhöht um einen 20-prozentigen Zuschlag für Ein- oder Zweifamilienhäuser, angesetzt (§ 146 BewG) (vgl. Bedarfswert).

    2. Erbschaftsteuer: Im Rahmen der Erbschaftsteuerreform ist eine Neuregelung der Bewertungsvorschriften für Grundbesitz für die Erbschaftsteuer in den §§ 157 I und 176 ff BewG, wirksam ab dem 1.1.2009, vorgenommen worden. Auf Antrag und nur in Erbfällen können die neuen Regelungen jedoch bereits ab dem 1.1.2007 angewendet werden. Die Bewertung von Grundbesitz erfolgt nunmehr grundsätzlich nach dem gemeinen Wert. Die Bewertung lehnt sich dabei für bebaute Grundstücke an die Wertermittlungsverordnung und die Wertermittlungsrichtlinien auf der Grundlage des § 194 BauGB an. Für Wohnungseigentum, Teileigentum sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser basiert die Bewertung grundsätzlich auf dem sog. Vergleichswertverfahren. Mangels Vergleichswerte kann auch für bestimmte Grundstücksgruppen eine Bewertung nach Sachwertverfahren erfolgen. Für Mietwohngrundstücke sowie Geschäfts- und gemischt genutzte Grundstücke, für die sich eine übliche Miete ermitteln lässt, ist die Bewertung unter Berücksichtigung des Ertragswertverfahrens vorzunehmen. Fehlt es bei diesen Grundstücken an einer üblichen Miete, erfolgt die Bewertung wiederum nach dem Sachwertverfahren. Das Sachwertverfahren ist auch für sonstige bebaute Grundstücke anzuwenden.

    3. Gewerbe-/Einkommensteuer: a) Vermietung und Verpachtung von Grundstücken ist i.Allg. reine Vermögensverwaltung. Sie kann zum Gewerbebetrieb werden und zu dementsprechenden Einkünften führen, wenn durch fortgesetzte und einer gewerblichen Tätigkeit entsprechende Betätigungen bes. Umstände hinzukommen, die über bloße Überlassung zur Nutzung hinausgehen, z.B. die Vermietung von Räumen in großen Bürohäusern, wenn bedeutsame Sonderleistungen des Vermieters, ständiger und schneller, durch die Vermietung bedingter Mieterwechsel eine Tätigkeit erfordern, die über das bei längerfristigen Vermietungen übliche Maß hinausgeht. Im Fall des Verkaufs von Grundstücken sieht die Rechtsprechung die Grenze zum Gewerbebetrieb relativ früh als überschritten an (3-Objekte-Grenze).

    b) Wird das Grundstück im Rahmen eines Gewerbebetriebes vermietet oder verpachtet, so fallen die Einnahmen unter die Einnahmen aus Gewerbebetrieb. Ab dem Erhebungszeitraum 2008 erfolgt eine Hinzurechnung der Mietaufwendungen unabhängig von der Gewerbesteuerpflicht des Vermieters.

    Vgl. auch Betriebsgrundstücke, Grundstücksarten.

    4. Grunderwerbsteuer: Grundstücke im Sinn der Grunderwerbsteuer (§ 2 GrEStG):
    (1) Grundstücke im Sinn des Bürgerlichen Rechts, ausgenommen Maschinen und sonstige Vorrichtungen aller Art, die zu einer Betriebsanlage gehören, sowie Mineralgewinnungsrechte und sonstige Gewerbeberechtigungen;
    (2) Erbbaurechte;
    (3) Gebäude auf fremdem Boden.

    Vgl. auch Grund und Boden.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Grundstück Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grundstueck-34837 node34837 Grundstück node33315 Grundbuch node34837->node33315 node52921 Eigenschaft "öffentlich gefördert" node52921->node34837 node53121 Nachwirkungsfrist node52921->node53121 node48067 Zwangsversteigerungsverfahren node52921->node48067 node52921->node33315 node52925 Richtwertkarte node52925->node34837 node53027 Grundstücksfläche node53027->node34837 node52888 Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) node52914 Bodenwertermittlung node52914->node34837 node52914->node52925 node52914->node53027 node52914->node52888 node48067->node34837 node33156 Immobilien node33156->node34837 node39917 Journal node33315->node39917 node29431 Anschaffungskosten node33124 Herstellungskosten node31208 Abschreibung node52822 Basis für Abschreibungen node52822->node34837 node52822->node33156 node52822->node29431 node52822->node33124 node52822->node31208 node41898 Kaufvertrag node41898->node33315 node42345 Rechtsträger node42345->node33315 node37362 Kataster node37362->node33315 node52906 Betriebsimmobilie node52906->node34837
      Mindmap Grundstück Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grundstueck-34837 node34837 Grundstück node33315 Grundbuch node34837->node33315 node52822 Basis für Abschreibungen node52822->node34837 node52921 Eigenschaft "öffentlich gefördert" node52921->node34837 node52914 Bodenwertermittlung node52914->node34837 node52906 Betriebsimmobilie node52906->node34837

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Erratum zu: Raumforsch Raumordn Spat Res Plan 2018 https://doi.org/10.1007/s13147-018-0547-y Liebe Leser,aufgrund eines technischen Fehlers wurde die Abbildung 2 im Originalbeitrag nicht korrekt dargestellt.Richtig wäre sie in der hier …
      2002, 2010, 2013 – in unregelmäßigen Abständen wird Deutschland von schweren Hochwasserereignissen getroffen. Neben diesen großflächigen Vorfällen sind es häufig lokale Überflutungen, die die Bevölkerung unvorbereitet treffen und Schäden in …

      Interne Verweise